Paris/Rom – Die wiederholten verbalen Angriffe des italienischen Vize-Premierministers Matteo Salvini gegen den französischen Präsidenten Emmanuel Macron haben zu einem ernsthaften diplomatischen Zwischenfall geführt. Am Freitag bestellte das französische Außenministerium in Paris die italienische Botschafterin Emanuela D’Alessandro ein, um offiziell Protest gegen die „inakzeptablen Äußerungen“ des Lega-Chefs einzulegen. Der Streit entzündete sich erneut an Macrons Haltung zur Entsendung von Truppen in die Ukraine.
„Setz dir einen Helm auf und geh in die Ukraine“
Auslöser für die diplomatische Eskalation waren Salvinis Äußerungen am vergangenen Donnerstag in Mailand. Als Reaktion auf Macrons öffentliche Überlegungen, möglicherweise Bodentruppen in die Ukraine zu schicken, forderte Salvini den Präsidenten scharf auf: „Setz dir einen Helm auf, zieh eine Weste an, schnapp dir ein Gewehr und geh in die Ukraine.“ Laut französischen diplomatischen Kreisen untergraben solche Kommentare das Vertrauensklima und die historischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Paris betonte, dass die Äußerungen im Widerspruch zur ansonsten engen Zusammenarbeit bei der Unterstützung für Kiew stünden.
Eine lange Geschichte der Provokationen
Der jüngste Vorfall ist nur die Spitze einer langen Reihe von Provokationen Salvinis. Der Lega-Chef bezeichnet Macron regelmäßig öffentlich als „Kriegstreiber“ und „Bombenleger“ und lehnt die Idee einer von Macron geführten europäischen Armee strikt ab. In der Vergangenheit griff er den französischen Präsidenten auch mit persönlichen Beleidigungen wie „Heuchler“, „Schwätzer“ oder „Verbrecher“ an. Die wiederholten Angriffe haben die Beziehungen zwischen den beiden wichtigen EU-Partnern nun auf einen neuen Tiefpunkt gebracht und die grundlegenden politischen Differenzen in der Sicherheitsfrage offengelegt.




















