Der »Atem« des Ätna reicht bis nach Nordafrika
Eine gewaltige Schwefelfahne zieht über das Mittelmeer
Catania – Europas aktivster Vulkan hat einmal mehr ein eindrucksvolles Naturschauspiel geliefert. Nach einer Eruption Anfang Juli stieß der Ätna auf Sizilien eine gewaltige Wolke aus Schwefeldioxid aus, die sich über das Mittelmeer bis nach Nordafrika ausbreitete. Fachleute sprechen bildhaft vom »Atem« des Vulkans, dessen Spur über Hunderte Kilometer nachzuvollziehen war.
Die Fahne zog vom Gipfel des Ätna aus südwärts und erreichte die Küsten Libyens, Tunesiens, Algeriens und Ägyptens. Dass sich ein solches Ereignis so weiträumig verfolgen lässt, verdankt sich der Beobachtung aus dem All. Ein europäischer Erdbeobachtungssatellit zeichnete die Ausbreitung des vulkanischen Gases auf und machte die Konzentrationen in unterschiedlichen Farbtönen sichtbar.
Schwefeldioxid gehört zu den charakteristischen Gasen, die bei vulkanischer Aktivität freigesetzt werden. Aus seiner Verteilung lassen sich Rückschlüsse auf die Stärke und den Verlauf einer Eruption ziehen. Die hellsten Bereiche auf den Satellitenbildern markieren dabei die höchsten Werte und damit die Kernzone der Gaswolke unmittelbar über dem Krater.
Für die Wissenschaft sind solche Messungen weit mehr als ein spektakuläres Bild. Die Daten helfen, Ausbrüche zu überwachen und ihre möglichen Folgen einzuschätzen, etwa für die Luftqualität in den betroffenen Regionen oder für den Flugverkehr. Aschewolken können den Betrieb an nahe gelegenen Flughäfen empfindlich stören, weshalb die Aktivität des Ätna kontinuierlich beobachtet wird.
Der Vulkan prägt das Leben auf Sizilien seit jeher. Immer wieder erinnert er mit Ascheregen, Lavafontänen und weithin sichtbaren Rauchsäulen an seine Kraft. Zugleich zieht er Reisende und Naturbegeisterte an, für die der Berg zu den großen Attraktionen der Insel zählt. Das jüngste Schauspiel fügt der langen Geschichte seiner Ausbrüche ein weiteres eindrucksvolles Kapitel hinzu.



















