Gewitter macht die Tuffbahn auf der Piazza del Campo unbrauchbar
Gelaufen wird nun am frühen Abend, an der Ausgangslage ändert sich nichts
Siena – Der Palio dell’Assunta wird an diesem Montag, dem 17. August 2026, nachgeholt. Ein Gewitter hatte am Sonntagnachmittag den tufo aufgeweicht, jene aus Sand und Erde aufgeschüttete Schicht, die für das Rennen über die Steine der Piazza del Campo gelegt wird. Rund eine Stunde prasselte der Regen auf den Platz, danach hing die grüne Fahne an den Trifore-Fenstern des Palazzo Pubblico – das vereinbarte Zeichen dafür, dass die Carriera ausfällt. Artikel 90 des Paliostatuts sieht diesen Schritt vor, wenn die Bahn nicht mehr zu verantworten ist.
Für den Nachholtermin gilt ein fester Ablauf. Zwei Kanonenschläge um 15 und um 15.30 Uhr kündigen den Renntag an. Um 16.45 Uhr reiten die berittenen Carabinieri ein, fünf Minuten später zieht der Corteo Storico auf, der historische Umzug mit Fahnenschwingern, Trommlern und den Abordnungen der Stadtviertel. Gegen 19 Uhr verlassen die Pferde den Entrone im Innenhof des Palazzo Pubblico, dann folgt die Mossa, der Start zwischen zwei gespannten Seilen.
Am Feld ändert die Verschiebung nichts. Zehn der 17 Contraden, wie die Viertel Sienas heißen, sind dabei: Selva, Chiocciola, Oca, Nicchio, Lupa, Istrice und Torre waren gesetzt, Aquila, Onda und Giraffa kamen im Juli per Los dazu. Wer auf welchem Pferd sitzt, stand schon vor dem ursprünglichen Renntag fest. Als Favoritin gilt die Lupa mit Diodoro und dem Reiter Dino Pes, genannt Velluto; das Pferd hatte im Juli den Palio di Provenzano gewonnen. Der Nicchio schickt Giovanni Atzeni, den erfolgreichsten aktiven Fantino, auf Anda e Bola ins Rennen.
Aus den Proben lassen sich Hinweise, aber keine Prognosen ziehen. Die Generalprobe am Samstagabend gewann die Oca mit Michel Putzu auf dem Debütanten Diamante Sauro, die Provaccia am Sonntagmorgen – die letzte und traditionell locker gerittene Probe – ging an die Lupa. Sieben der zehn Viertel stehen mit einem Sieg an einem 17. August in den Annalen. Gestritten wird um den Drappellone, die bemalte Seidenfahne für die siegreiche Contrada, in diesem Jahr ein Werk der rumänischen Künstlerin Teodora Axente.
Verschiebungen sind längst keine Ausnahme mehr. In diesem Jahrhundert musste die Stadt bereits etwa sieben Mal umdisponieren, allein 2024 traf es beide Rennen, und der Palio di Provenzano konnte in diesem Sommer erst am 3. Juli und damit im dritten Anlauf gelaufen werden. Ein Ergebnis der Carriera dell’Assunta lag am Montagmorgen naturgemäß noch nicht vor.




















