Zehn Contraden gehen auf der Piazza del Campo an den Start
Die Oca gewann die Generalprobe, gelaufen wird am frühen Abend
Siena – Auf der Piazza del Campo wird am Abend des 16. August 2026 der Palio dell’Assunta ausgetragen, das der Aufnahme Mariens in den Himmel gewidmete zweite Rennen des Jahres. Zehn der 17 Stadtviertel treten an, geritten wird ohne Sattel, und gewonnen hat jenes Pferd, das nach drei Runden über die mit Tuffsand belegte Bahn als erstes die Ziellinie erreicht. Es zählt allein das Tier, ein Sieg ohne Reiter ist möglich. Der Preis ist der Drappellone, eine bemalte Seidenfahne, die in diesem Jahr die rumänische Künstlerin Teodora Axente gestaltet hat.
Sieben Contraden sind gesetzt, weil sie beim Augustrennen des Vorjahres nicht dabei waren: Selva, Chiocciola, Oca, Nicchio, Lupa, Istrice und Torre. Aquila, Onda und Giraffa kamen per Los dazu. Auch die Zuteilung der Pferde entschied das Los, danach wählten die Viertel ihre Reiter. Die Lupa bekam mit Diodoro das derzeit erfolgreichste Pferd zugelost und schickt Dino Pes, genannt Velluto, ins Rennen. Für den Nicchio reitet Giovanni Atzeni, unter dem Spitznamen Tittia der prominenteste aktive Fantino, auf Anda e Bola.
Formkurve der Proben spricht für die Oca
Die Oca setzte am Samstagabend ein Ausrufezeichen: Michel Putzu, gerufen Spago, führte den Debütanten Diamante Sauro in der dritten Runde an die Spitze und gewann die Generalprobe. Zuvor hatten die Onda die erste Probe, die Giraffa die zweite und dritte sowie die Torre die vierte für sich entschieden. Aussagekraft haben solche Läufe allerdings nur begrenzt, weil viele Reiter Kräfte sparen und taktisch ausprobieren.
Der Renntag folgt einem festen Ablauf. Am frühen Morgen feierte Erzbischof Augusto Paolo Lojudice die Messe für die Fantini, um neun Uhr folgte die Provaccia, die letzte und traditionell wenig ernsthaft gerittene Probe. Am späten Nachmittag zieht der Corteo Storico in historischen Gewändern in die Piazza ein, mit Fahnenschwingern, Trommlern und den Abordnungen aller Viertel. Gegen 19 Uhr verlassen die Pferde den Hof des Palazzo Pubblico. Dann folgt die Mossa, der Start zwischen zwei Seilen, bei dem die als letzte aufgerufene Contrada als rincorsa im Anlauf hineinreiten muss. Fehlstarts sind die Regel, im Juli brauchte es vier Anläufe.
Den Palio di Provenzano, der in diesem Jahr erst am 3. Juli gelaufen wurde, gewann die Contrada dell’Aquila mit Atzeni auf Diodoro. Für das Viertel war es der erste Erfolg seit 1992, für den Reiter der zwölfte Paliosieg. Rund um die Piazza gilt am Sonntag ein verschärftes Sicherheitskonzept mit elf kontrollierten Zugängen und Metalldetektoren. Ein Ergebnis des Rennens lag am Nachmittag noch nicht vor.
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