Abtei – Die Fundstelle einer Höhle mit Überresten von urzeitlichen Höhlenbären in den Gadertaler Dolomiten ist nun vollständig gesichert. Das Amt für Archäologie des Landes Südtirol hat die Arbeiten zur Vergitterung und Überwachung abgeschlossen, um die im Juli entdeckte archäologische Sensation vor Raubgräbern zu schützen. Die wissenschaftliche Erforschung der Funde kann damit beginnen.
Die Entdeckung der Höhle mit Überresten von Ursus spelaeus oder Ursus ladinicus Anfang Juli dieses Jahres galt als archäologische Sensation. Christian Terzer, Direktor des Amtes für Archäologie, betonte, dass das große öffentliche Interesse an der von Kurt Walde gemachten Entdeckung auch Gefahren für den Fundort barg. Trotz der exponierten Lage des Höhleneingangs bestand die Gefahr, dass die Stätte von Plünderern heimgesucht wird. Daher war die primäre Aufgabe, die Unversehrtheit dieses einzigartigen Fundes zu bewahren.
Schutzmaßnahmen unter schwierigen Bedingungen
Bereits wenige Tage nach Bekanntwerden der Funde wurde der Zugang zur Höhle provisorisch gesichert. Die nun abgeschlossenen Arbeiten zur endgültigen Vergitterung und Überwachung erfolgten in zwei Schritten. Zuerst wurde eine staubdichte Schutzplane angebracht, um das Höhleninnere vor Verunreinigungen während der nachfolgenden Arbeiten zu schützen. Anschließend konnte das Gitter vor Ort passgenau gefertigt und verankert werden.
Die logistischen Herausforderungen für dieses Projekt waren enorm, wie Amtsdirektor Terzer erklärte. Die Arbeiten fanden an einer senkrechten Felswand in beinahe 3000 Meter Meereshöhe statt. Alle Maßnahmen wurden in Absprache mit der Agentur Landesdomäne und dem Amt für Natur durchgeführt, da die Höhle in einem Natura-2000-Gebiet liegt.
Landesrat Philipp Achammer hob die Bedeutung der Sicherung hervor: „Mit der Sicherung schützen wir nicht nur einen außergewöhnlichen Fund, sondern auch das Wissen, das in ihm steckt.“ Er ergänzte, dass nun die wissenschaftliche Arbeit beginne, die ein genaueres Bild vom Leben der Höhlenbären in den Dolomiten vermitteln solle.





















