In der Provinz Cosenza wurde ein Priester festgenommen, nachdem das Untersuchungsgericht Reggio Calabria einen Haftbefehl wegen des schweren Verdachts der sexuellen Nötigung eines Minderjährigen erlassen hatte. Die Taten sollen sich von 2015 bis 2016 ereignet haben und bis ins Jahr 2020 – nach Erreichen der Volljährigkeit des Opfers – fortgesetzt worden sein.
Die umfangreichen Ermittlungen der Carabinieri, die von der Staatsanwaltschaft Reggio Calabria koordiniert wurden, basierten auf Zeugenaussagen, Dokumenten und technischen Beweismitteln. Sie zeichnen ein erschütterndes Bild eines Missbrauchsfalls, der seinen Ursprung in einer Pfarrgemeinde in Reggio Calabria hatte. Das damals 16-jährige Opfer, das aktiv am Gemeindeleben teilnahm, wurde offenbar von dem Priester manipuliert.
Der Geistliche soll seine Autorität und die schwierige familiäre Situation des Jugendlichen ausgenutzt haben, um eine zunächst schmeichelnde, dann aber in sexuelle Übergriffe mündende Beziehung aufzubauen. Diese Taten fanden an abgelegenen Orten der kirchlichen Einrichtung statt. Besonders perfide: Nach den sexuellen Handlungen soll der Priester dem Opfer einen Segen erteilt und um Vergebung gebeten haben.
Trotz seines Leidens konnte sich der Junge aufgrund eines Gefühls der Unterwerfung und der Angst vor dem Verlust der Gemeindezugehörigkeit kaum wehren. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass der Priester auch nach seiner Versetzung in eine Pfarrei in Cosenza engen Kontakt zu Minderjährigen pflegte. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt überführt. Es gilt die Unschuldsvermutung bis zu einem rechtskräftigen Urteil.




















