Im Strafverfahren vor dem Gericht in Tempio Pausania hat Staatsanwalt Gregorio Capasso am 1. Juli Haftstrafen von jeweils neun Jahren für Ciro Grillo und seine drei Freunde Edoardo Capitta, Vittorio Lauria sowie Francesco Corsiglia beantragt. Die jungen Männer stehen im Verdacht, im Juli 2019 in einer Villa in Porto Cervo eine italo-norwegische Studentin gemeinsam sexuell missbraucht zu haben. Eine weitere Frau soll ebenfalls Opfer sexueller Handlungen geworden sein, die laut Anklage gegen ihren Willen erfolgten.
Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die Frauen seien durch Alkohol, Erschöpfung und die Situation in der Villa derart beeinträchtigt gewesen, dass sie keine freie Zustimmung hätten geben können. Capasso bezeichnete die Darstellung der Angeklagten, die von freiwilligen sexuellen Kontakten sprechen, als „nicht vereinbar mit Beweismitteln und Zeugenaussagen”. Neben den beantragten Haftstrafen stehen auch mögliche finanzielle Entschädigungen für die mutmaßlichen Opfer im Raum.
Ciro Grillo äußerte sich persönlich vor Gericht und beteuerte unter Tränen, dass es keine Gewalt gegeben habe. Er sagte, niemand habe die Frauen ausgenutzt, und betonte, er glaube fest an seine Unschuld. Die anderen Angeklagten verzichteten bislang auf eigene Stellungnahmen.
Ein wesentlicher Punkt der Anklage sind Videos und Fotos, die laut den Ermittlern zeigen sollen, dass eine der jungen Frauen in bewusstlosem Zustand an sexuellen Handlungen beteiligt gewesen sei. Zudem verwies die Staatsanwaltschaft auf Chatnachrichten, in denen die Angeklagten abfällig über die Frauen gesprochen haben sollen.
Die Verteidiger der jungen Männer wollen in den nächsten Verhandlungstagen Widersprüche in den Aussagen der Frauen aufzeigen, um die Version ihrer Mandanten zu stützen und einen Freispruch zu erreichen. Das Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.




















