In Mailand hat die italienische Polizei einen 16-jährigen Iraner festgenommen. Er wird beschuldigt, Terrorpropaganda betrieben, den Terrorismus verherrlicht und mittels telematischer Mittel zu terroristischen Zwecken geschult zu haben. Der Jugendliche geriet durch auffällige Social-Media-Profile ins Visier der Ermittler, die radikale Online-Umfelder überwachten.
Der Jugendliche bezeichnete sich in Anspielung auf die Anschläge vom 11. September 2001 als „Albtraum der Wolkenkratzer“, veröffentlichte auf mehreren seiner Profile Inhalte des Islamischen Staates (IS), verherrlichte Dschihad-Anschläge und rief zum Märtyrertod auf. Zudem verschickte er an seine zahlreichen Follower direkte Links zu Propagandaseiten.
Um behördliche Kontrollen und eine mögliche Sperrung durch die sozialen Plattformen zu umgehen, nutzte der Jugendliche verschiedene Profile, die er häufig wechselte. Durch gezielte Internetrecherchen und Ermittlungen vor Ort gelang es der Polizei, die identifizierten Profile dem Verdächtigen eindeutig zuzuordnen.
Die Analyse der Profile bestätigte, dass der junge Mann seinen ursprünglichen schiitischen Glauben schrittweise zugunsten der Ideologie des Islamischen Staates aufgegeben hatte. Laut Polizei plante der Jugendliche, in Italien eine „Provinz des Islamischen Staates” zu errichten. Zu diesem Zweck hatte er eine im Ausland lebende Person um Kontakt zu einem IS-Ansprechpartner gebeten und sich bereit erklärt, ein Video aufzunehmen, in dem er den Treueeid auf den IS leistet.
Angesichts der jüngsten kriegerischen Ereignisse in seinem Heimatland zeigte der Verdächtige zunehmende Ungeduld über seine erzwungene Präsenz im „Land der Kuffar” (Ungläubigen). Er erwog sogar, unter der Ägide des Islamischen Staates gewalttätige Aktionen gegen Ungläubige zu verüben. Dieser Umstand veranlasste die zuständige Justizbehörde, umgehend eine restriktive Maßnahme gegen den Jugendlichen zu beantragen, die vom Untersuchungsrichter angeordnet wurde. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an.




















