Die monatelange Jagd auf Jang Bobo, einen 38-jährigen chinesischen Drogenhändler, hat in Prato eine unerwartete Wendung genommen. Die Mobile Einsatzgruppe hatte Bobo mit einem halben Kilo synthetischer Drogen (Shaboo und Ketamin) sowie tausenden Euro und einem taiwanesischen Pass festgenommen. Doch dann gelang ihm eine spektakuläre Flucht.
Der bereits mehrfach verurteilte Kriminelle, der seit über einem Jahr von der Staatsanwaltschaft Prato verfolgt wurde, befreite sich auf unerklärliche Weise aus seinen Handschellen und entkam aus dem Polizeigewahrsam. Staatsanwalt Luca Tescaroli führte die Flucht auf die „unzureichende Personalausstattung” der ansonsten effizienten Einsatzgruppe zurück.
Jang Bobo, auch bekannt als „König der chinesischen Drogenbarone” in Italien, war den Behörden in der Toskana und Mailand bestens bekannt. Er galt als Kopf einer Organisation, die gefälschte Dokumente herstellte und illegal mit gestohlenen Luxusgütern handelte. Bei einer früheren Gelegenheit wurde er mit einem umfangreichen Waffenarsenal überrascht.
Trotz dieser kriminellen Vergangenheit und eines Antrags der Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft verhängte ein Untersuchungsrichter zunächst lediglich ein Aufenthaltsverbot für die Provinzen Prato, Florenz und Pistoia. Dieses Urteil wurde später vom Berufungsgericht Florenz in eine Haftstrafe umgewandelt, die am 3. Juli 2025 rechtskräftig wurde. Bevor Bobo jedoch überstellt werden konnte, gelang ihm erneut die Flucht. Die Suche nach ihm läuft auf Hochtouren.




















