Ab Juli müssen sich Verbraucher und Unternehmen in Italien auf neue Kosten beim Import von Kleinsendungen einstellen. Eine neue EU-weite Regelung zur Erhebung von Zöllen auf Pakete aus Nicht-EU-Ländern tritt in Kraft. Doch in Italien droht eine besondere Komplikation: Eine zusätzlich geplante nationale Steuer könnte zu einer doppelten Belastung führen und sorgt bereits im Vorfeld für erhebliche Unruhe in der Wirtschaft.
Logistikbranche warnt vor drastischen Folgen
Besonders deutlich wird die Kritik vom italienischen Transport- und Logistikverband Confetra geäußert. Der Verband warnt eindringlich vor den Konsequenzen einer doppelten Besteuerung. In einer Stellungnahme forderte Confetra die Regierung auf, die nationale Maßnahme umgehend zu streichen. Andernfalls, so die düstere Prognose, könnte das Warenverkehrsaufkommen im Segment der Kleinpakete um bis zu 50 Prozent einbrechen. Ein solcher Rückgang hätte gravierende Auswirkungen auf den Online-Handel und die gesamte Lieferkette.
Nationale Steuer als zusätzliche Hürde
Die geplante Doppelbelastung ergibt sich aus dem Zusammentreffen zweier unterschiedlicher Regelungen. Während die EU-Abgabe eine Vereinheitlichung im europäischen Binnenmarkt zum Ziel hat, wurde die italienische Steuer im Rahmen des nationalen Haushaltsgesetzes (legge di bilancio) beschlossen. Das Inkrafttreten beider Abgaben zum selben Zeitpunkt würde den Import von Waren für italienische Empfänger signifikant verteuern und stellt aus Sicht der Kritiker einen klaren Wettbewerbsnachteil dar. Die Augen der Branche sind nun auf die Regierung in Rom gerichtet, von der eine schnelle Entscheidung erwartet wird, um wirtschaftlichen Schaden abzuwenden.




















