Caracas – Das schwere Erdbeben in Venezuela hat auch ein italienisches Todesopfer gefordert. Unter den Toten ist Francesca Mannina, eine aus dem sizilianischen Balestrate bei Palermo stammende Frau, die seit den ersten Erdstößen als vermisst gegolten hatte. Sie war beim Versuch, das einstürzende Gebäude zu verlassen, verschüttet worden; ihr Lebensgefährte konnte lebend geborgen werden. Die Zahl der Toten ist inzwischen auf weit über tausend gestiegen, Zehntausende Menschen werden noch vermisst.
Zwei heftige Erdstöße der Stärke 7,2 und 7,5 hatten das südamerikanische Land im Abstand von wenigen Sekunden erschüttert. Am schwersten traf es den Küstenstaat La Guaira, wo mehr als hundert Gebäude einstürzten. Die Regierung rief den Notstand aus, internationale Hilfe läuft an. In den Trümmern suchen Rettungskräfte weiter nach Überlebenden – mit einzelnen Erfolgen: Ein elfjähriger Junge wurde drei Tage nach dem Beben lebend geborgen.
Erdbeben in Venezuela trifft auch die italienische Gemeinschaft
In Venezuela lebt eine große italienischstämmige Gemeinschaft von rund 150.000 Menschen. Nach Angaben aus dem Außenministerium sind mehrere italienische Staatsbürger unter den Opfern, weitere werden vermisst oder wurden verletzt. Die diplomatischen Vertretungen vor Ort versuchen, Kontakt zu Landsleuten aufzunehmen und die Angehörigen in Italien zu informieren.
Für die Familie von Francesca Mannina endete das Bangen mit einer traurigen Gewissheit. In ihrem Heimatort auf Sizilien hatten Verwandte und Freunde tagelang auf ein Lebenszeichen gehofft. Ihr Tod führt vor Augen, wie eng Italien und Venezuela durch Jahrzehnte der Auswanderung miteinander verbunden sind. Während die Behörden das Ausmaß der Katastrophe noch immer nicht vollständig überblicken, dürfte die Bilanz in den kommenden Tagen weiter steigen.




















