
Turin – Vier Jahre lang war diese Stadt die Hauptstadt Italiens, und man sieht es ihr bis heute an jeder Ecke an. Turin liegt am Fuß der Westalpen und lebt von einem Erbe, das größer ist als die Stadt selbst: elf der zweiundzwanzig Residenzen des Hauses Savoyen, die seit 1997 zum UNESCO-Welterbe gehören, stehen im Stadtgebiet, dazu das Museo Egizio mit rund 40.000 Objekten und ein 167,5 Meter hoher Turm, der als Synagoge geplant war und heute ein Filmmuseum trägt.
Dieser Guide zeigt dir die sieben Sehenswürdigkeiten, die du in Turin gesehen haben musst, was der Eintritt jeweils kostet, wie du zu den beiden Schlössern vor der Stadt kommst und wo du zwischendurch am besten isst.
Turin in Zahlen
Turin ist keine Stadt, die sich in zwei Stunden abhaken lässt. Das Ägyptische Museum allein füllt einen halben Tag, die beiden Savoyer-Schlösser vor den Toren je einen weiteren. Wer drei Tage bleibt, kommt ohne Hetze durch die wichtigsten Häuser.
Stand: September 2026 · Angaben laut Museo Egizio, La Venaria Reale, GTT, Città di Torino und UNESCO.
- Museumsgänger, die Zeit mitbringen
- Barockfans und Schlossbesucher
- Städtereisende ohne Menschenmassen
- Kaffee-, Schokoladen- und Vermouth-Freunde
- Kurzbesuche unter einem Tag
- Wer im Hochsommer Hitze meiden will
- Autofahrer, die im Zentrum parken wollen
- Wer das Grabtuch sehen möchte
Was kosten die Sehenswürdigkeiten in Turin?
Zwischen 10,00 € und 23,00 € liegt fast alles, was in Turin Eintritt kostet. Am teuersten sind die Reggia di Venaria Reale mit 22,00 € und das Kombiticket aus Filmmuseum und Panoramaaufzug in der Mole Antonelliana mit 23,00 €. Wer an einem Tag mehr als zwei Häuser schafft, rechnet die Torino+Piemonte Card gegen, die bei 29,90 € für 24 Stunden beginnt.
Was der Besuch in Turin kostet
Alle Preise gelten für Erwachsene ohne Ermäßigung. Beim Ägyptischen Museum ist der Online-Kauf Pflicht, bei den übrigen Häusern empfehlenswert.
| Angebot | Preis |
|---|---|
| Museo Egizio | 18,00 € · 3,00 € von 15 bis 30 Jahren |
| Musei Reali mit Palazzo Reale, Armeria und Galleria Sabauda | 15,00 € · 2,00 € ermäßigt |
| Museo Nazionale del Cinema in der Mole | 18,00 € |
| Panoramaaufzug der Mole allein | 9,00 € |
| Kombiticket Filmmuseum und Aufzug | 23,00 € · 20,00 € ermäßigt |
| Palazzo Madama | 10,00 € · 8,00 € ermäßigt |
| Museo Nazionale del Risorgimento im Palazzo Carignano | 12,00 € |
| MAUTO, das Automobilmuseum | 18,00 € |
| Reggia di Venaria Reale | 22,00 € mit Gärten und Mandria |
| Palazzina di Caccia di Stupinigi | 12,00 € · 5,00 € von 6 bis 18 Jahren |
| Zahnradbahn Sassi–Superga, hin und zurück | 6,00 € werktags · 9,00 € am Wochenende |
| Torino+Piemonte Card | 29,90 € für 24 Stunden bis 52,90 € für 120 Stunden |
Stand: September 2026 · Angaben laut Museo Egizio, Ministero della Cultura, Museo Nazionale del Cinema, Palazzo Madama, Museo del Risorgimento, MAUTO, La Venaria Reale, Ordine Mauriziano, GTT und Turismo Torino.
Kostenlos sind die Giardini Reali, die königlichen Gärten hinter dem Palazzo Reale, die Kapelle mit dem Schrein des Grabtuchs im Dom und der Bummel unter den Arkaden. Die Torino+Piemonte Card deckt den Nahverkehr nicht ab: GTT-Tickets zum Sonderpreis von 7,00 € für 48 Stunden gibt es nur im Tourismusbüro der Stadt. Wie sich der größte Palast der Savoyer von innen anfühlt, steht ausführlich im Beitrag zum Palazzo Reale di Torino.
Welche 7 Sehenswürdigkeiten in Turin musst du gesehen haben?
Sieben Adressen tragen den ersten Besuch. Sie liegen bis auf die Basilika alle im Zentrum und lassen sich zu Fuß verbinden, weil Turin schachbrettartig angelegt ist und die Wege dadurch kurz bleiben.
1. Museo Egizio: 40.000 Objekte, 3.300 davon zu sehen
Das Museo Egizio nennt sich selbst das älteste Museum der Welt, das ganz der ägyptischen Kultur gewidmet ist. In der Sammlung liegen rund 40.000 Objekte, gezeigt werden davon 3.300 in den Sälen und weitere rund 12.000 in den Gallerie della Cultura Materiale, einem begehbaren Schaudepot. Das größte Stück ist der Felsentempel von Ellesija, der in 66 Blöcke zerlegt nach Turin kam und 1970 wieder aufgebaut wurde.
Der Eintritt kostet 18,00 €, von 15 bis 30 Jahren nur 3,00 €, von 6 bis 14 Jahren 1,00 €. Geöffnet ist an sieben Tagen: montags von 9 bis 14 Uhr, dienstags bis freitags und sonntags von 9 bis 18.30 Uhr, samstags bis 20 Uhr. Gut zu wissen: Das Ticket muss online gekauft werden, spontan an der Kasse anstellen führt hier zu nichts. Plane den Vormittag ein, dann hast du die Grabkammern noch ohne Gruppenführungen vor dir.

2. Mole Antonelliana: 167,5 Meter, geplant als Synagoge
Die Mole Antonelliana ist Turins Wahrzeichen und mit 167,5 Metern eines der höchsten Gebäude der Stadt. Der Ingenieur Alessandro Antonelli entwarf sie 1862 als Synagoge für die jüdische Gemeinde. Als deren Mittel nicht mehr reichten, übernahm die Stadt den Bau, fertig wurde er erst 1889, zu Ende geführt von Antonellis Sohn Costanzo.
Heute steckt das Museo Nazionale del Cinema darin, und der Rundgang führt vom Schattenspiel über die ersten Kameras bis in die Kuppelhalle, wo du dich auf Liegen legen und Filme an die Decke projiziert ansehen kannst. Das Museum kostet 18,00 €, der gläserne Panoramaaufzug zur Aussichtsplattform 9,00 €, beides zusammen 23,00 €. Geöffnet ist montags und mittwochs bis sonntags von 9 bis 19 Uhr, dienstags ist Ruhetag. Der Aufzug fährt frei durch den Innenraum, wer nicht schwindelfrei ist, bleibt besser unten.

3. Piazza Castello und der Palazzo Madama
Die Piazza Castello ist der Platz, von dem in Turin alles abgeht: die Einkäufsstraße Via Roma nach Süden, die Via Garibaldi nach Westen und die Via Po hinunter zum Fluss. Mitten darauf steht der Palazzo Madama, ein Bau, dem man seine Geschichte in Schichten ansieht: römisches Stadttor, mittelalterliche Burg, dahinter eine Barockfassade, die zwischen 1718 und 1721 nach einem nur teilweise ausgeführten Entwurf von Filippo Juvarra entstand.
Im Inneren sitzt das Museo Civico d’Arte Antica mit Keramik, Skulptur und Malerei aus acht Jahrhunderten. Der Eintritt kostet 10,00 €, ermäßigt 8,00 €, geöffnet ist montags und mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen. Von der Terrasse des Turms siehst du über den ganzen Platz, und der Weg dorthin führt an Juvarras großem Treppenhaus vorbei, dem eigentlichen Glanzstück des Hauses.

4. Das Heilige Grabtuch und die Kathedrale
Die Kathedrale San Giovanni Battista ist der einzige Renaissancebau der Stadt, und sie bewahrt das berühmteste Leinentuch der Welt. Die Sindone, das Turiner Grabtuch, liegt in der letzten Kapelle des linken Seitenschiffs unter der Königstribüne, in einem verschlossenen Konservierungsbehälter innerhalb eines großen Metallkastens.
Der Zugang zur Kapelle ist kostenlos, täglich von 9 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 19 Uhr, während der Messen eingeschränkt. Auf Bildschirmen im Seitenschiff laufen mehrsprachige Erklärvideos, Ehrenamtliche in violetten Jacken geben Auskunft. Wer das Tuch selbst studieren will, geht zehn Gehminuten weiter ins Museo della Sindone in der Via San Domenico 28, geöffnet täglich von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr.
Das Grabtuch selbst ist nicht zu sehen. Es wird nur zu Ostensionen aus dem Schrein genommen, die letzte war 2015, eine nächste ist nicht angekündigt. Im Dom steht eine fotografische Reproduktion.

5. Piazza San Carlo und die Arkaden
Die Piazza San Carlo ist Turins Salon: ein rechteckiger Platz mit umlaufenden Arkaden, an seiner Südseite die beiden Barockkirchen San Carlo und Santa Cristina, die sich wie Zwillinge gegenüberstehen. In der Mitte reitet Emanuele Filiberto von Savoyen in Bronze, im Volksmund heißt das Denkmal schlicht das bronzene Pferd.
Unter den Arkaden reihen sich Geschäfte und historische Cafés, und genau hier bekommst du eine der besseren Seiten der Stadt mit: den aperitivo, den Drink vor dem Essen, zu dem in Turin so viel Kleinigkeiten auf den Tisch kommen, dass viele das Abendessen ausfallen lassen. Bei Regen ist der Platz sein eigenes Argument, weil du unter den Bogengängen trocken bis zur Piazza Castello kommst.

6. Der Markt an der Porta Palazzo
Der Markt an der Porta Palazzo füllt fast die ganze Piazza della Repubblica und heißt amtlich Mercato Repubblica. Die Stadt Turin nennt ihn den größten Freiluftmarkt Europas. An den Ständen liegt alles nebeneinander: Obst und Gemüse, Fleisch und Käse, dazu Kleidung, Töpfe und Haushaltswaren.
Geöffnet ist montags bis freitags von 7 bis 14 Uhr und samstags von 7 bis 19 Uhr, sonntags bleibt der Platz leer. Der Samstag ist der volle Tag mit dem größten Angebot und zugleich der, an dem du dich durch die Gassen schieben musst. Wer es ruhiger mag, kommt an einem Werktagsvormittag und nimmt danach die wenigen Schritte hinüber zur Porta Palatina.

Rund um den Markt liegt das Quadrilatero Romano, das Viertel mit dem römischen Straßenraster, in dem abends die Lokale öffnen. Von oben zeigt sich, wie groß die Marktfläche wirklich ist und wie nah die Hügel jenseits des Po an die Stadt heranreichen.

7. Die Basilika von Superga über der Stadt
Auf dem höchsten Hügel über Turin steht die Basilica di Superga, ein Barockbau von Filippo Juvarra, unter dem die Gräber der Savoyer liegen. Vom Kirchplatz siehst du an klaren Tagen über die ganze Stadt bis zu den Alpen.
Bekannt ist der Hügel auch aus einem traurigen Grund: Am 4. Mai 1949 zerschellte um 17.03 Uhr das Flugzeug, das die Mannschaft des Grande Torino von einem Spiel aus Lissabon zurückbrachte, an der Mauer der Basilika. Spieler, Trainer, Funktionäre, mitgereiste Journalisten und die Besatzung kamen ums Leben. Hinter der Kirche erinnert eine Gedenkstätte an sie. Hinauf fährt die Zahnradbahn von Sassi: werktags 4,00 € einfach und 6,00 € hin und zurück, am Wochenende und an Feiertagen 6,00 € und 9,00 €. Sie fährt montags, dienstags, donnerstags und freitags stündlich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 23 Uhr, sonn- und feiertags von 9 bis 20 Uhr. Mittwoch ist Ruhetag.

Was ist vom römischen Turin geblieben?
Mehr, als man einer Barockstadt zutraut. Die Porta Palatina, eines der vier römischen Stadttore, stammt aus dem 1. Jahrhundert nach Christus und steht noch fast vollständig: ein Mitteltor mit zwei Durchfahrten und zwei Fußgängerdurchgängen, flankiert von zwei sechzehneckigen Türmen. Über die Jahrhunderte diente der Bau auch als Gefängnis.
Gleich daneben beginnt das Domviertel mit dem freistehenden Glockenturm und der Renaissancefassade der Kathedrale. Das ganze Quartier lässt sich in einer halben Stunde ablaufen, und weil das römische Raster bis heute die Straßenführung bestimmt, verläufst du dich dabei nicht.

Welche Museen lohnen sich in Turin außerdem?
Zwei Häuser stehen etwas abseits der üblichen Route und tragen trotzdem einen halben Tag. Das MAUTO, das Nationale Automobilmuseum am Ufer des Po, zeigt über 200 Originalfahrzeuge von achtzig Marken, von den Dampfwagen bis zu den jüngsten Modellen, dazu rund siebzig weitere im begehbaren Depot. Der Eintritt kostet 18,00 €, geöffnet ist montags von 10 bis 14 Uhr und dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr.

Das Museo Nazionale del Risorgimento im Palazzo Carignano erzählt, wie aus vielen Staaten ein Land wurde. Sein Kernstück ist der Saal des Parlamento Subalpino, in dem das erste italienische Parlament tagte, als Turin Hauptstadt war. Der Eintritt kostet 12,00 €, geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, montags ist Ruhetag. Merk dir das: Der Ruhetag liegt hier anders als beim Filmmuseum und beim Palazzo Madama, die beide dienstags schließen. Wer beides an einem Tag will, legt den Besuch auf Mittwoch bis Sonntag.

Was ist von den Königsresidenzen der Savoyer zu sehen?
Die UNESCO hat 1997 nicht ein Schloss eingeschrieben, sondern zweiundzwanzig: elf im Stadtgebiet von Turin, elf in der umliegenden Region. Zwei davon lohnen den Weg vor die Stadt auch dann, wenn du sonst keine Schlösser magst.
Die Reggia di Venaria Reale im gleichnamigen Ort nördlich von Turin entstand ab 1658 nach einem Entwurf des Hofarchitekten Amedeo di Castellamonte als Jagd- und Lustschloss. Ab 1699 baute Michelangelo Garove weiter, ab 1716 Filippo Juvarra, von dem die weiße Galleria Grande stammt. Nach der napoleonischen Zeit diente der Bau dem Militär und verfiel; erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts begann die Restaurierung. Das Ticket kostet 22,00 € und schließt die Gärten und das Castello della Mandria ein, geöffnet ist dienstags bis sonntags von 9.30 bis 18 Uhr.

Die Palazzina di Caccia di Stupinigi südwestlich der Stadt ist das Gegenstück: kein Palast, sondern ein Jagdschloss, sternförmig um einen ovalen Festsaal gebaut, entworfen von Filippo Juvarra. Napoleon wohnte hier zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Heute sitzt darin das Museo di Arte e Ammobiliamento mit Originalstücken aus den Savoyer-Residenzen. Der Eintritt kostet 12,00 €, von 6 bis 18 Jahren 5,00 €, geöffnet ist dienstags bis freitags von 10 bis 17.30 Uhr und samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 18.30 Uhr.

Gut zu wissen: Der historische Garten von Stupinigi ist nur vom 1. März bis zum 31. Oktober zugänglich und kostet gesondert Eintritt. Auf der Kuppel steht ein bronzener Hirsch, eine Kopie; das Original von Francesco Ladatte begrüßt dich in den Stallungen. Der ovale Saal im Inneren ist der Grund, warum man kommt, und er wird auch dann nicht voll, wenn Venaria am selben Tag Busgruppen empfängt.

Wie kommst du nach Turin und durch die Stadt?
Der Flughafen Turin-Caselle, offiziell Aeroporto di Torino „Sandro Pertini“, liegt nördlich der Stadt. Der Bahnhof steht direkt gegenüber dem Ankunftsbereich: Die Linie SFM A fährt an sieben Tagen in rund 30 Minuten nach Torino Porta Susa und kostet 3,70 €. Ab Porta Susa fährt der erste Zug werktags um 5.01 Uhr, der letzte um 21.25 Uhr, ab dem Flughafen von 6.00 bis 22.28 Uhr.
In der Stadt fährst du mit GTT, dem städtischen Verkehrsbetrieb. Der Einzelfahrschein City 100 kostet 1,90 € in der App und 2,00 € auf Papier, gilt 100 Minuten und schließt eine Metrofahrt ein. Die Tageskarte Daily liegt bei 3,70 € digital. Die Metro Linea 1 verbindet Fermi in Collegno mit der Piazza Bengasi im Süden und braucht dafür rund 25 Minuten. Sie fährt montags bis donnerstags von 5.30 bis 21.30 Uhr, danach übernimmt der Ersatzbus M1S bis 0.30 Uhr, freitags und samstags bis 1 Uhr, sonn- und feiertags von 7 bis 21.30 Uhr.
Zur Reggia di Venaria Reale fährt der Venaria Express von der Autostazione in der Via Fiochetto mit Halten an der Piazza Vittorio Veneto und der Piazza Castello, dienstags bis sonntags und an Feiertagen. Am Wochenende kostet er 7,00 € und gilt den ganzen Tag zum Ein- und Aussteigen, mit der Torino+Piemonte Card 4,00 €. Von Dienstag bis Freitag gelten die normalen Stadttarife. Als Alternative bleibt die GTT-Linie 11 bis zur Haltestelle Borgo Antico.
Die ZTL Centrale sperrt das Zentrum montags bis freitags von 7.30 bis 10.30 Uhr, samstags und sonntags nicht. Die Area Romana ist täglich von 21 bis 7.30 Uhr gesperrt, die ZTL Valentino im Park rund um die Uhr. Hotelgäste brauchen keine Genehmigung vorab: Das Haus meldet dein Kennzeichen nachträglich an GTT.
Was musst du in Turin unbedingt probieren?
Turin ist eine Süß- und eine Bitterstadt zugleich. Das eine ist der bicerin, ein Getränk aus Espresso, Trinkschokolade und Milchcreme, das in Schichten im Glas steht und nicht umgerührt wird. Das andere ist der Vermouth, der gewürzte Wein, der hier seine geografisch geschützte Bezeichnung hat: Vermouth di Torino IGP, seit dem Ministerialdekret vom 22. März 2017 geschützt, mit piemontesischem Beifuß als wesentlicher Zutat.
Dazwischen liegt der Gianduiotto, das barrenförmige Schokoladénstück aus Kakao und Haselnuss, das aus einer Zeit stammt, in der Kakao knapp und teuer war. Ein Antrag auf den IGP-Schutz läuft seit 2022 und ist noch nicht entschieden. Und dann ist da der aperitivo: Zwischen 18 und 20 Uhr füllen sich die Bars, zum Getränk kommt ein Buffet, und in Turin ist das keine Handvoll Oliven, sondern oft eine ganze Mahlzeit.
Wo isst du am besten in Turin?
Drei Häuser tragen ihre Geschichte im Namen. Sie sind keine Geheimtipps, aber sie sind das, was Turin ausmacht: Cafés und Restaurants, die seit dem 18. Jahrhundert an derselben Adresse stehen und in denen der Service noch eine Rolle spielt.
Historische Cafés und Restaurants in Turin
Alle drei liegen im Zentrum und sind zu Fuß erreichbar.
| Restaurant | Das erwartet dich |
|---|---|
| Caffè Al Bicerin Piazza della Consolata 5 | Winziges Traditionscafé von 1763, in dem der bicerin erfunden wurde. Sechs Tische, Marmorplatten, das Rezept bleibt Hausgeheimnis. |
| Caffè Baratti & Milano Piazza Castello 27 | Seit 1875 der Salon der Stadt: Spiegel, Stuck und eine Konditorei mit Gianduiotti und Nocciolato. Das Restaurant öffnet dienstags bis sonntags von 12.30 bis 14.45 Uhr, montags ist Ruhetag. |
| Ristorante Del Cambio Piazza Carignano 2/2 | Gegründet 1757 gegenüber dem Theater, piemontesische Küche mit französischem Einschlag und ein Keller mit über 16.000 Flaschen. Zum Haus gehören die Bar Cavour und die Farmacia Del Cambio. |
Stand: September 2026 · Reserviere im Del Cambio und im Baratti vorab, beide sind abends voll.
Wo übernachtest du am besten in Turin?
Wer die Museen zu Fuß abgehen will, wohnt zwischen Porta Nuova und der Piazza Castello. Von dort erreichst du das Ägyptische Museum, die Mole und den Dom in je einer Viertelstunde, und der Bahnhof für die Fahrt nach Venaria oder Stupinigi liegt vor der Tür.
Drei Häuser im Zentrum von Turin
Alle drei liegen im Bereich zwischen Bahnhof und Piazza Castello.
| Unterkunft | Das erwartet dich |
|---|---|
| Grand Hotel Sitea Via Carlo Alberto 35 | Fünf Sterne, historisches Haus wenige Schritte von der Piazza San Carlo und vom Bahnhof Porta Nuova. Restaurant Carignano, Bistro, American Bar, Ladestation für Elektroautos, Hunde willkommen. |
| Turin Palace Hotel Via Paolo Sacchi 8 | Vier Sterne in einem Gebäude von 1870, direkt gegenüber dem Bahnhof Porta Nuova unter den Arkaden. Restaurant Les Petites Madeleines, kleiner Wellnessbereich, Parkmöglichkeit. |
| Hotel Victoria Via Nino Costa 4 | Vier Sterne, Boutiquehaus in dritter Generation, 106 Zimmer in einer ruhigen Fußgängerzone drei Blöcke von der Piazza San Carlo. Iside Spa mit beheiztem Pool und Sauna, für Hausgäste kostenfrei, Leihfahrräder. |
Stand: September 2026 · Zur Buchmesse im Mai und zum Filmfestival Ende November wird es in der Stadt eng, buche dann früh.
Wann ist die beste Reisezeit für Turin?
April bis Juni und September bis Oktober sind die angenehmsten Monate. Die Temperaturen bleiben moderat, die Gärten von Venaria und Stupinigi stehen in Blüte, und der Garten von Stupinigi ist vom 1. März bis zum 31. Oktober überhaupt nur dann zugänglich.
Der Hochsommer wird in der Poebene heiß und schwül, dafür sind die Museen kühl und die Stadt leerer. Der Winter hat sein eigenes Argument: Turin liegt dann oft unter klarer Luft, und die Alpenkette hinter der Mole ist an solchen Tagen so nah, dass man die einzelnen Gipfel zählen kann. Wie das Wetter gerade aussieht, steht auf unserer Seite Wetter Turin.
Welche Feste und Termine solltest du einplanen?
Drei Termine verändern die Stadt spürbar. Der Salone Internazionale del Libro, Italiens wichtigste Buchmesse, findet vom 14. bis 18. Mai 2026 im Lingotto Fiere statt, der alten Fiat-Fabrik im Süden der Stadt. Das Torino Film Festival läuft in seiner 44. Ausgabe vom 24. November bis zum 2. Dezember 2026. In beiden Wochen sind die Hotels teurer und früher ausgebucht.
Der dritte ist der Stadtpatron: Am 24. Juni feiert der Bischof die Messe im Dom, am Po reihen sich Veranstaltungen aneinander, und am Abend steht das Feuerwerk über dem Fluss. Der Abend davor gehört dem Farò, dem Freudenfeuer auf der Piazza Castello, zu dem rund 2.000 Mitwirkende im historischen Umzug ziehen. Im Winter kommt Luci d’Artista dazu, die Lichtinstallationen zeitgenössischer Künstler in den Straßen; die Termine der kommenden Ausgabe gibt die Stadt im Herbst bekannt.
Was du über Turin wissen solltest
Fünf Dinge, die dir vor der Reise Zeit und Ärger sparen.
1. Das Grabtuch siehst du nicht. Es liegt verschlossen im Dom, die letzte Ostensione war 2015, eine nächste ist nicht angekündigt. Wer deswegen kommt, geht ins Museo della Sindone, wo Reproduktion und Forschungsgeschichte ausgestellt sind, und hat davon mehr als von einem Blick auf einen Metallkasten.
2. Die Ruhetage widersprechen sich. Filmmuseum und Palazzo Madama schließen dienstags, das Risorgimento-Museum montags, die Musei Reali mittwochs, Venaria und Stupinigi montags. Mittwoch bis Sonntag ist der einzige Zeitraum, in dem fast alles offen hat.
3. Mit dem Auto ins Zentrum wird teuer. Die ZTL greift werktags am Vormittag, die Area Romana nachts, und der Parkplatz kostet auch dort, wo du hineinkommst. Stell den Wagen an einer Metrostation ab und fahr die letzten Kilometer für 1,90 €.
4. Die Museumskarte rechnet sich erst ab drei Häusern. 29,90 € für 24 Stunden sind gegen 18,00 € im Egizio schnell verglichen. Ab dem dritten Eintritt kippt die Rechnung, und ab da nimmt sie dir auch das Anstehen ab.
5. Turin ist größer, als es sich anfühlt. Die Schlösser liegen vor der Stadt, nicht in ihr, und je eine gute halbe Stunde Fahrt entfernt. Wer Venaria und Stupinigi an einem Tag will, hat einen vollen Tag, aber keinen unmöglichen: Beide öffnen bis zum späten Nachmittag.
Für wen lohnt sich Turin?
Für Museumsgänger. Kaum eine italienische Stadt bietet auf so wenig Fläche so viel: Ägypten, Kino, Automobil und Risorgimento liegen alle im Zentrum.
Für Barockfreunde. Juvarra hat hier gebaut wie sonst nirgends. Wer die Basilika, Stupinigi und die Galleria Grande in Venaria hintereinander sieht, versteht seine Handschrift.
Für Genießer. Bicerin, Gianduiotto, Vermouth und der Aperitivo sind hier keine Erfindung des Tourismus, sondern Alltag.
Für Wiederkehrer. Wer Italien kennt und Rom, Florenz und Venedig abgehakt hat, findet hier eine große Stadt, in der man sich noch bewegen kann.
Kombiniere Turin mit Venaria Reale, Stupinigi und dem Piemont
Drei Tage reichen für die Stadt und beide Schlösser. Wer eine Woche hat, fährt weiter in die Weinhügel: Die Langhe und das Monferrato liegen südlich, und der Piemont Travel Guide sortiert, was sich wofür lohnt. Wer Turin in eine größere Runde einbauen will, findet in unserem Vorschlag für Norditalien abseits der Touristenpfade eine Route über vierzehn Tage.
Golfer haben in der Stadt ihr eigenes Argument: Das Open d’Italia war mehrfach in Turin und im Piemont zu Gast. Und wer mit dem Gedanken spielt, länger zu bleiben, findet unter Auswandern nach Turin die nüchternen Zahlen zu Mieten und Arbeitsmarkt.
Unser Fazit: Turin ist die unterschätzteste Großstadt Italiens
Turin bekommt weniger Besucher als Mailand, Florenz oder Venedig, und das ist sein Vorteil. Du stehst im zweitwichtigsten ägyptischen Museum der Welt ohne Gedränge, läufst durch Arkaden, in denen niemand Selfiesticks verkauft, und hast auf dem Kirchplatz von Superga an einem klaren Tag die ganze Alpenkette vor dir.
Preislich bleibt die Stadt im Rahmen: Die teuersten Tickets liegen bei 22,00 € und 23,00 €, die meisten darunter, und ab dem dritten Museum am Tag rechnet sich die Torino+Piemonte Card. Wer den Nahverkehr dazunimmt, kommt mit 1,90 € je Fahrt oder 3,70 € am Tag durch die Stadt.
Plan drei Tage ein: einen für das Zentrum mit Egizio, Mole und Dom, einen für Venaria und einen für Stupinigi und Superga. Wenn du dich vorher einlesen willst, wie der größte Savoyer-Palast von innen aussieht, fang beim Palazzo Reale di Torino an.
Karte: Turin, Piemont
FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Turin
Preise, Öffnungszeiten und Fahrpläne können sich ändern, prüfe die Angaben vor deiner Reise auf den offiziellen Seiten.
Quellen und weiterführende Infos
- Museo Egizio, Tariffe (abgerufen September 2026)
- Ministero della Cultura, Musei Reali di Torino (abgerufen September 2026)
- Museo Nazionale del Cinema, Orari (abgerufen September 2026)
- La Venaria Reale, Biglietti (abgerufen September 2026)
- Ordine Mauriziano, Palazzina di Caccia di Stupinigi (abgerufen September 2026)
- GTT, Tranvia Sassi-Superga (abgerufen September 2026)
- Città di Torino, ZTL Centrale (abgerufen September 2026)
- Città di Torino, Mole Antonelliana (abgerufen September 2026)
- Sindone.org, Dove è la Sindone (abgerufen September 2026)
- Turismo Torino, Torino+Piemonte Card (abgerufen September 2026)














