Torri del Benaco – Auf dem alten Pilgerweg über der Steilküste stehen Olivenbäume, die seit Jahrhunderten dieselbe Aussicht haben.
Die Riviera degli Ulivi, die „Riviera der Oliven“, ist das Ostufer des Gardasees: sieben Gemeinden in der Provinz Verona, von Peschiera del Garda im Süden bis Malcesine im Norden. Hier wächst Olio Garda DOP, ein ursprungsgeschütztes Olivenöl, das seit 1997 EU-weit geschützt ist – und hier liegt eines der nördlichsten geschlossenen Olivenanbaugebiete Europas.
Dieser Guide sagt dir, welcher der sieben Orte zu dir passt, wo du das Öl direkt beim Erzeuger verkostest, was Seilbahn, Burgen und Therme 2026 kosten – und wo die Werbebilder lügen. Denn der Untergrund am Wasser ist Kies, nicht Sand.
Was ist die Riviera degli Ulivi – und wo liegt sie genau?
Die Riviera degli Ulivi ist der venetische Abschnitt des Gardasee-Ufers, also die Ostseite zwischen Peschiera del Garda und Malcesine. Sie gehört vollständig zur Provinz Verona und damit zur Region Veneto – nicht zum Trentino im Norden und nicht zur Lombardei am Westufer. Der Radweg Ciclovia del Garda, der den See einmal umrunden soll, misst auf venetischer Seite rund 67 Kilometer durch acht Gemeinden; das ist die einzige amtlich belegte Längenangabe für diesen Uferabschnitt.
Sieben Orte teilen sich diese Küste. Zusammen kommen sie auf gut 37.000 Einwohner, und die Größenunterschiede sind erheblich: Peschiera del Garda zählte am 1. Januar 2025 rund 10.900 Einwohner, Brenzone sul Garda knapp 2.440. Im August verzehnfacht sich das Publikum, im Januar sind halbe Orte geschlossen.
Was die Riviera zusammenhält, ist nicht die Verwaltung, sondern der Ölbaum. Schon 893 verschenkte König Berengar I. Land „mit Oliven und Reben“ nahe der Kirche San Severo in Bardolino an das Veroneser Kloster San Zeno – die Kombination aus Öl und Wein ist hier also über tausend Jahre alt und urkundlich belegt.
Die Riviera degli Ulivi in Zahlen
Sieben Gemeinden der Provinz Verona teilen sich das Ostufer. Der Ursprungsschutz für das Olivenöl gilt seit 1997, gebadet werden darf offiziell von Mai bis September, und ans Westufer kommst du von Torri del Benaco aus in einer halben Stunde.
Stand: August 2026 · Einwohner laut ISTAT über das Statistikamt der Regione Veneto, Badesaison laut ARPAV, Fährfahrplan laut Navigazione Laghi.
Ob dir diese Küste liegt, entscheidet sich weniger am Ort als an deinen Erwartungen. Die Riviera degli Ulivi ist eine Kulturlandschaft mit Bergen dahinter, kein Badeziel mit Sandstrand.
- Genießer, die Öl und Wein beim Erzeuger kaufen wollen
- Wanderer und Radfahrer zwischen See und Monte Baldo
- Kulturreisende: Burgen, Limonaia, venezianische Häfen
- Herbstreisende zur Ernte im Oktober und November
- Sandstrand-Urlauber – der Untergrund ist Kies und Fels
- Wer im August ohne Reservierung kommt und einen freien Parkplatz erwartet
- Winterreisende: Seilbahn, Burgen und viele Lidos sind zu
- Autofahrer, die bis vor die Hoteltür fahren wollen

Warum hier oben überhaupt Oliven wachsen
Der Gardasee wirkt wie ein 370 Meter tiefer Wärmespeicher: Er gibt im Winter Wärme ab und hält die Hänge frostfrei, während die täglichen Fallwinde im Sommer für Luftbewegung sorgen. Deshalb gedeihen am 45. bis 46. Breitengrad Ölbäume, die sonst 800 Kilometer weiter südlich stehen.
Der Satz vom „nördlichsten Olivenanbaugebiet der Welt“ steht sogar im offiziellen Disciplinare der DOP – haltbar ist er trotzdem nicht. Am oberen Comer See wächst Olivenöl der DOP Laghi Lombardi noch weiter nördlich, im Tessin und im Wallis gibt es Haine jenseits der Alpen, und in Pulheim bei Köln steht auf dem 51. Breitengrad ein Olivenhain mit 115 Bäumen. Präzise formuliert ist der Gardasee eines der nördlichsten zusammenhängenden, ursprungsgeschützten Olivenanbaugebiete Europas – in dieser Fläche und Kontinuität gibt es nördlich davon nichts Vergleichbares.
Wie alt die Bäume sind, lässt sich seriös nicht beziffern. Angaben von „über 1.000 Jahren“, die durch Reiseportale geistern, konnten wir für keinen einzelnen Hain der Riviera belegen – belegt ist dagegen die Kontinuität der Nutzung: Ölmühlen, italienisch frantoi, arbeiten hier seit dem Mittelalter, und die Trockenmauern, die die Terrassen halten, stammen aus derselben Tradition.

Was Olio Garda DOP ausmacht – und was er kostet
Ein Liter Olio Garda DOP extra vergine kostet ab Hof und im Fachhandel realistisch 22 bis 36 Euro; die halbe Flasche liegt bei 11 bis 18 Euro. Wer eine Gardasee-Flasche für unter 15 Euro pro Liter im Supermarkt sieht, hält in aller Regel kein DOP-Öl in der Hand. Der Erzeugerpreis lag im Herbst 2025 zwischen 13,00 und 15,50 Euro je Kilogramm; in Verona wurde am 26. November 2025 der Höchstwert der ganzen Erhebung notiert.
Der Grund für den Preis steht im Disciplinare, dem verbindlichen Produktionsregelwerk. Öl vom Ostufer trägt die Zusatzbezeichnung Garda Orientale und darf aus 19 Gemeinden der Provinz Verona kommen. Die Leitsorten Casaliva, Frantoio und Leccino müssen zusammen mindestens 55 Prozent ausmachen. Der Hektar darf höchstens 6.000 Kilogramm Oliven liefern, die Ausbeute höchstens 25 Prozent betragen, und zwischen Ernte und Pressung dürfen maximal fünf Tage liegen. Die Betriebe am See pressen meist innerhalb von 24 Stunden.
Entscheidend für den Geschmack ist der Säurewert: Die DOP erlaubt höchstens 0,5 Prozent freie Fettsäuren, während für normales natives Olivenöl extra 0,8 Prozent zulässig wären. Auf jedem Etikett steht zusätzlich das Erntejahr, und größer als fünf Liter darf kein Gebinde sein. Das macht das Öl teuer – aber auch nachprüfbar.
Olio Garda DOP in Zahlen
Diese sechs Werte trennen ein DOP-Öl vom Gardasee von jedem anderen italienischen Extra Vergine. Sie stehen im Disciplinare und werden von der Zertifizierungsstelle CSQA geprüft.
Stand: August 2026 · Sortenanteile, Säurewert und Erntefrist nach dem Disciplinare der DOP Garda; Flächenangabe nach dem Bericht ISMEA-Qualivita 2024; Preise nach Marktnotierungen Herbst 2025 und aktuellen Erzeugerpreislisten.

Wo du das Öl direkt beim Erzeuger verkostest
Die günstigste Adresse ist zugleich die beste zum Einsteigen: Das Museo dell’Olio d’Oliva in Cisano di Bardolino, dem Ortsteil zwischen Lazise und Bardolino, kostet für Einzelbesucher und Familien keinen Eintritt und braucht keine Anmeldung. Betrieben wird es vom Oleificio Cisano, einer Ölmühle mit angeschlossenem Verkaufsraum. Geöffnet ist montags bis samstags von 9:30 bis 12:30 und von 15:00 bis 18:30 Uhr, sonntags nur vormittags – einen Ruhetag gibt es nicht. Die Adresse lautet Via Peschiera 54, Parkplätze für etwa 20 Autos liegen direkt davor.
Ein häufiger Irrtum, den auch ältere Reiseartikel weitertragen: Das Museum gehört nicht zum Frantoio Turri. Der Frantoio Fratelli Turri ist ein eigener Betrieb in Cavaion Veronese, wenige Kilometer landeinwärts. Dort führt man Einzelbesucher dienstags und freitags um 10:00 Uhr durch Sortengarten, historische Holzmühle von 1740 und Verkostung; anmelden musst du dich bis 18:00 Uhr am Vortag. Wer die Mühle in Betrieb erleben will, kommt zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember.
Weiter nördlich lohnt das Consorzio Olivicoltori di Malcesine, die Ölgenossenschaft an der Via Panoramica 232: eine Stunde Führung durch Mühle und kleines Olivenmuseum, mit Verkostung von Öl, Bruschetta und Wein, klassisch freitags um 11:00 Uhr nach Anmeldung bis Donnerstagmittag. Gut zu wissen: Die Termine der Saison 2026 waren zum Redaktionsschluss auf der Website nicht bestätigt – ein kurzer Anruf vorab erspart dir die Umsonstfahrt. In Castelletto di Brenzone presst außerdem das Oleificio Piccoli Produttori, eine Genossenschaft von rund 150 Olivenbauern, deren Hofladen ganzjährig verkauft.
Namen, die in vielen Listen auftauchen, gehören dagegen gar nicht hierher: Redoro sitzt in Grezzana im Valpantena östlich von Verona, Frantoio Montecroce in Desenzano am Südwestufer. Beide sind gute Betriebe – nur eben keine der Riviera degli Ulivi.

Ernte, Olio Novello und die Feste des Jahres
Geerntet wird von Anfang Oktober bis Mitte Dezember, der Schwerpunkt liegt zwischen Ende Oktober und Anfang November. Das olio novello – das ungefilterte, trübe Öl der frischen Ernte – kommt ab Ende Oktober in die Läden und ist im November auf dem Höhepunkt. Wer den Geschmack sucht, der nach Artischocke und grüner Tomate schmeckt und nach vier Monaten weg ist, muss also im Spätherbst kommen.
Das große Fest dazu ist die Antica Fiera di Santa Caterina in Castelletto di Brenzone. Ältere Artikel führen sie als „Rassegna dell’Olio Novello“. Sie geht auf den Viehmarkt zum Almabtrieb vom Monte Baldo zurück und feierte 2025 ihre 136. Auflage vom 15. bis 29. November, mit dem Katharinentag am 25. November als Höhepunkt. Für 2026 kündigen Portale den 25. November an; ein offizielles Gemeindeprogramm lag im August 2026 noch nicht vor.
Zwei weitere Termine sind fest im Kalender. Die Festa dell’Olio in Torri del Benaco ist kein Herbst-, sondern ein Frühjahrstermin: 2026 lief sie vom 10. bis 12. April, gemeinsam mit Slow Food Italia, das dort seine „Guida agli Extravergini 2026″ vorstellte. Und die Festa dell’Uva e del Vino in Bardolino, das größte Weinfest der Riviera, geht 2026 vom 1. bis 5. Oktober in die 95. Auflage, so mehrere Veranstaltungsportale; die Gemeinde hatte den Termin zum Redaktionsschluss noch nicht bestätigt. Wie sich das Olivenölfest in Torri del Benaco anfühlt, haben wir separat aufgeschrieben.
Die sieben Orte am Ostufer im Überblick
Von Süd nach Nord verändert sich die Riviera spürbar: Im Süden ist das Ufer flach, weit und touristisch erschlossen, im Norden rückt der Monte Baldo bis ans Wasser und die Orte werden kleiner. Zwei der Orte tragen eine Burg der Scaliger, der Veroneser Herrscherfamilie della Scala, die das Ufer im 13. und 14. Jahrhundert beherrschte. Diese Tabelle sagt dir, wofür jeder Ort steht.
| Ort | Das erwartet dich |
|---|---|
| Peschiera del Garda Südspitze, 10.899 Einw. | Venezianische Festungsanlage, seit 2017 UNESCO-Welterbe. Bahnhof an der Strecke Mailand–Venedig und damit dein Tor zur Riviera. Kein Olivenort, dafür der beste Anschluss. |
| Lazise Südufer, 6.850 Einw. | Vollständig erhaltene Stadtmauer, Hafen mit venezianischem Zollhaus, Castello von 1375. Vier Kilometer landeinwärts der Thermalpark Villa dei Cedri. |
| Bardolino Südostufer, 6.861 Einw. | Namensgeber des DOC-Weins, belebte Fußgängergasse, Weingüter im Moränenhinterland. Im Ortsteil Cisano steht das kostenlose Olivenölmuseum. |
| Garda Mitte, 4.093 Einw. | Halbmondförmige Bucht, venezianische Palazzi, die ausgeprägteste Berufsfischerei am See. Darüber die Rocca di Garda, ein Aussichtsberg auf rund 294 Metern. |
| Torri del Benaco Mitte, 2.888 Einw. | Castello Scaligero von 1383 mit der letzten funktionierenden Zitronen-Limonaia am Veroneser Ufer. Startpunkt der einzigen Autofähre des Gardasees. |
| Brenzone sul Garda Nordufer, 2.437 Einw. | Neun Kilometer Küste, ein Dutzend Weiler, kaum Trubel. Hier sitzt die Ölgenossenschaft mit rund 150 Bauern. Die stillste Ecke der Riviera. |
| Malcesine Nordspitze, 3.526 Einw. | Scaligerburg auf dem Felsen, Drehgondelbahn auf den Monte Baldo, weiße Kieselstrände. Der bekannteste – und im August vollste – Ort der Riviera. |
Für Wassersportler ist die Nord-Süd-Achse entscheidend: Der Pelér, der nächtliche Fallwind aus dem Sarcatal, weht morgens von Norden nach Süden, die Ora als thermischer Seewind ab etwa 12 bis 13 Uhr in die Gegenrichtung. Verlässlich stark sind beide nur im schmalen Nordbecken um Malcesine. Südlich von Torri del Benaco wird der See breit und der Wind unregelmäßig.

Malcesine und der Monte Baldo
Malcesine ist der Ort mit der größten Fallhöhe: unten mittelalterliche Gassen am Wasser, oben in 20 Minuten Seilbahnfahrt alpine Karstwiesen. Das Castello Scaligero auf dem Felsen über dem Hafen ist seit 1902 italienisches Nationaldenkmal; der 31 Meter hohe Bergfried steht 70 Meter über dem See, und im Inneren erinnert die Sala Goethe daran, dass Johann Wolfgang von Goethe hier 1786 beim Zeichnen für einen Spion gehalten wurde.
2026 öffnete die Burg am 20. März. Bis zum 22. Mai und wieder ab dem 28. September ist täglich von 9:30 bis 18:30 Uhr geöffnet, im Hochsommer vom 23. Mai bis 27. September bis 19:30 Uhr – freitags und samstags sogar bis 22:00 Uhr, was den Besuch bei Abendlicht möglich macht. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, für Kinder von 6 bis 13 Jahren 3 Euro. Eine Winteröffnung nach dem 1. November ist offiziell nicht ausgewiesen.
Die Funivia Malcesine–Monte Baldo fährt 2026 vom 4. April bis 1. November, mindestens alle 30 Minuten, erste Bergfahrt 8:15 Uhr, letzte Talfahrt 18:45 Uhr. Berg- und Talfahrt kosten 30 Euro, online 28 Euro; Kinder bis 1,20 Meter fahren frei, brauchen aber ein Ticket an der Kasse. Gut zu wissen: Mountainbikes kommen nur auf sechs festen Kursen mit – 8:25, 8:55, 14:15, 15:15, 16:15 und 17:15 Uhr, je 24 Plätze, 30 Euro für eine Richtung. Wer oben starten will, bucht den Platz besser vorab. Mehr zum Ort selbst steht in unserem Porträt von Malcesine zwischen See und Monte Baldo.

Torri del Benaco: Burg, Limonaia und die einzige Autofähre
Das Castello Scaligero von Torri del Benaco ließ 1383 Antonio della Scala errichten, der letzte Scaligerherr von Verona, auf den Resten einer Burg aus dem 10. Jahrhundert. Bemerkenswert ist aber der Anbau von 1760: die Limonaia, ein Zitronengewächshaus, für das man den zweiten Mauerring abbrach. Sie ist eine der letzten noch bewirtschafteten Zitrusanlagen am ganzen See und die einzige am Veroneser Ufer, die öffentlich zugänglich ist. Eine Pflanze in Vollertrag liefert 2.000 bis 3.000 Zitronen im Jahr, abgedeckt wird traditionell um den 25. November.
Ein ganzes Stockwerk des Museums zeigt die incisioni rupestri, die Felszeichnungen des Gardasees, als Abgüsse – die Originale liegen draußen in den Wäldern am Monte Luppia und bei Crero, dem Weiler in den Hängen zwischen Garda und Torri. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, für Kinder 2 Euro; die Saison läuft von April bis Oktober. Bei den Öffnungszeiten widersprechen sich Museum und Gemeinde: Die Gemeinde nennt mit Stand 30. Juni 2026 durchgehend 9:30 bis 18:30 Uhr, die Museumsseite eine Mittagspause und einen abweichenden Montag. Verlass dich hier auf die Gemeindeangabe und plane den Montag nicht fest ein.
Praktisch am wichtigsten ist der Fähranleger: Von Torri fährt die einzige Autofähre des Gardasees nach Toscolano-Maderno ans Westufer. Im Sommerfahrplan vom 16. Mai bis 4. Oktober 2026 gibt es 17 Abfahrten je Richtung, Überfahrt exakt 30 Minuten, erste ab Torri um 8:35 und letzte um 19:50 Uhr, mit einer Mittagslücke zwischen 13 und 14 Uhr. In der Hochsaison sparst du damit die Umrundung des halben Sees.

Brenzone sul Garda: neun Kilometer ohne Trubel
Brenzone ist kein Ort, sondern ein Dutzend Weiler auf neun Kilometern Küste – Castelletto, Magugnano, Assenza, Marniga und weitere. Die Gemeinde beschreibt ihr eigenes Ufer bemerkenswert ehrlich als „eine Folge kleiner freier Strände, die zwischen Kies, Kieselsteinen und Felsen wechseln“, mit sanft abfallenden Kiesgründen, die auch für Familien mit Kindern taugen. Genau diese Nüchternheit ist der Grund, hierherzukommen: Wer Ruhe sucht, findet sie zwischen Torri und Malcesine eher als irgendwo sonst am Ostufer.
Parken ist hier auch das günstigste der Riviera. In der Hauptsaison vom 1. April bis 2. November 2026 kosten die Ortsplätze 1,20 bis 1,80 Euro pro Stunde, das Parkhaus San Vito 2,00 Euro, die Tagespauschale liegt bei 15,00 Euro. In der Nebensaison sinkt der Tarif auf 20 Cent pro Stunde. Hotelgäste bekommen über ihren Betrieb eine Karte für 0,70 Euro je Stunde.
Der Preis dafür ist die Anbindung: Die Linienschiffe halten in Brenzone nur achtmal am Tag, in Assenza sechsmal – verglichen mit 45 Halten in Malcesine. Wer ohne Auto anreist, nimmt hier den Bus statt das Schiff.

Garda und die Rocca: der Ort, der dem See den Namen gab
Der Name des größten italienischen Sees stammt aus diesem Ort: „Garda“ geht auf das langobardische warda zurück, den Wachtposten. Gemeint war die frühmittelalterliche Burg auf dem Felshügel über dem Dorf. Von ihr ging der Name erst auf die Siedlung und dann auf den ganzen See über, der vorher Benacus hieß.
Von der Burg selbst ist wenig übrig, und das sollte man wissen, bevor man hinaufsteigt: Die Anlage wurde um 1200 geschleift, sichtbar sind heute nur noch wenige Mauerspuren – eine Ruine im landläufigen Sinn erwartet dich nicht. Was du bekommst, ist der Ausblick. Der Rundweg „Rocca Vecchia“ misst rund fünf Kilometer bei 223 Höhenmetern und braucht etwa anderthalb Stunden; oben öffnet sich eine Wiesenfläche mit Blick über das ganze Südbecken bis Sirmione. Ein Weg aus Steinstufen umrundet die Felsflanke; bei Nässe sind die gletschergeschliffenen Platten heimtückisch rutschig.
Unten im Ort steht die Pfarrkirche Santa Maria Assunta, die als Pieve bereits 1154 urkundlich erwähnt ist. Ihr Patrozinium am 15. August fällt mit dem Palio delle Contrade zusammen, der Ruderregatta der neun Ortsteile; 2026 wird sie am 14. August um 19 Uhr ausgerufen und am 15. August gefahren. Wer an diesem Tag spontan ein Zimmer sucht, sucht vergeblich. Wer ein halbes Jahr vorher bucht, erlebt den lebendigsten Tag des Gardasee-Sommers.

Die Isola del Garda: Führung mit Voranmeldung, kein spontaner Stopp
Die Isola del Garda ist die größte Insel des Sees, liegt vor dem Westufer und gehört der Adelsfamilie Cavazza, die dort ganzjährig wohnt. Deshalb gibt es keinen freien Zugang: Besuchen kannst du sie 2026 vom 29. März bis Ende Oktober, täglich außer samstags und montags, ausschließlich mit gebuchter Führung. Die Reservierung ist Pflicht, in der Hochsaison mindestens vier Tage vorher.
Ab dem Ostufer starten Boote in Bardolino, Garda und Torri del Benaco für 46 Euro pro Erwachsenem, ab Lazise für 49 Euro; Kinder von 5 bis 12 Jahren zahlen 30 beziehungsweise 33 Euro. Enthalten sind Überfahrt, rund zweieinhalb Stunden Führung durch Gärten und Villa, ein Willkommensdrink und eine Verkostung des inseleigenen Olivenöls. Die Überfahrt dauert ab Garda, Bardolino und Torri 25 bis 30 Minuten, ab Lazise fast eine Stunde pro Richtung – von Lazise aus wird der Ausflug also ein ganzer Tag.
Zur Geschichte kursiert viel Halbgares. Belegt ist: 879 schenkte Karlmann die Insel den Mönchen von San Zeno, 1180 tat Friedrich Barbarossa dasselbe zugunsten Biemino di Manerbas, und die heutige Villa im venezianisch-neugotischen Stil entstand zwischen 1890 und 1903 nach Plänen von Luigi Rovelli. Dass Franz von Assisi 1221 hier eine Einsiedelei gegründet habe, ist die Überlieferung der Eigentümerfamilie, nicht mehr. Dante Alighieri war nach eigener Auskunft des Betreibers nachweislich nicht auf der Insel – er erwähnt die Stelle im See nur in Vers 67 bis 69 des zwanzigsten Höllengesangs. Und ein Besuch Napoleons lässt sich nirgends belegen; napoleonisch ist an der Insel nur, dass 1837 ein ehemaliger General Napoleons sie übernahm. Ausführlicher steht die Inselgeschichte in unserem Beitrag zur Isola del Garda.

Bardolino: wo Wein und Öl aus demselben Hang kommen
Bardolino ist der einzige Ort der Riviera, dessen Name im Supermarktregal steht. Der Bardolino DOC ist seit dem 28. Mai 1968 geschützt und wächst auf rund 2.400 Hektar in 16 Gemeinden, sechs davon in der historischen Kernzone Affi, Bardolino, Garda, Lazise, Costermano und Cavaion Veronese. 2025 füllten die 817 Mitglieder des Consorzio rund 21 Millionen Flaschen ab, etwa hälftig roter Bardolino und rosé vinifizierter Chiaretto. Sechzig Prozent gehen in den Export.
Im Glas ist der Bardolino ein leichter, kirschfruchtiger Roter, kein Kraftpaket – und das ist Absicht. Leitsorte ist die Corvina Veronese mit bis zu 95 Prozent, dazu mindestens 5 Prozent Rondinella. Die Molinara, die im Ursprungsregelwerk von 1968 noch Pflicht war, ist heute freiwillig und kaum noch angebaut. Wer sie in einem Artikel als vorgeschriebene Traube liest, liest einen veralteten Stand. Seit April 2021 gibt es zudem drei Untergebiete: Montebaldo in den Höhenlagen, La Rocca direkt am See und Sommacampagna im wärmsten, trockensten Teil des Hinterlands.
Im Ort selbst führt eine breite Fußgängerachse vom Hafen ins Zentrum, gesäumt von Weinlokalen und Eisdielen. Voll wird es hier zuverlässig. Dafür liegen die Weingüter des Hinterlands schon nach zehn Autominuten in stiller Moränenlandschaft. Wo an welchem Tag Markt ist, steht in unserer Übersicht der Märkte am Gardasee.

Lazise: 983, eine Stadtmauer und die Thermen von Colà
Lazise wirbt im Briefkopf mit „Il primo Comune d’Italia 983″, also der ersten Gemeinde Italiens. Der Kern davon stimmt, die gängige Übersetzung nicht. Kaiser Otto II. stellte am 7. Mai 983 auf dem Reichstag zu Verona ein Diplom aus, das Privilegio di Ottone II, und verlieh darin 18 namentlich genannten Männern aus Lazise das Uferzoll- und Durchgangsrecht, das Fischereirecht im zugehörigen Seeabschnitt und die Erlaubnis, ihre Burg zu befestigen. Das ist eine frühe Verwaltungsautonomie – ein „Stadtrecht“ im deutschen Rechtssinn steht in der Urkunde nicht. Das eigentlich Ungewöhnliche ist der Empfänger: Bis dahin gingen solche Privilegien an Klöster und Fürstbischöfe, nicht an eine Laiengemeinschaft.
Sichtbar ist die Geschichte heute an der komplett erhaltenen Stadtmauer mit drei Toren, von denen Cansignorio della Scala die Porta Nuova 1376 bauen ließ, sowie am Castello von 1375 bis 1381 und an der Dogana Veneta, dem venezianischen Zollhaus am Hafen.
Vier Kilometer landeinwärts, im Ortsteil Colà, liegt der Parco Termale del Garda, besser bekannt als Villa dei Cedri: 13 Hektar historischer Park mit natürlichen Thermalbecken unter freiem Himmel. Das Wasser des Hauptsees liegt bei 33 bis 34 Grad, einzelne Becken erreichen 37 bis 39 Grad. Die Tageskarte kostet 45 Euro an der Kasse und 43 Euro online, ab 16 Uhr sind es 38 Euro und ab 19 Uhr 30 Euro. Gut zu wissen: Es gibt keinen Handtuch- oder Bademantelverleih. Badetuch, Bademantel und Badeschuhe musst du selbst mitbringen oder vor Ort kaufen. Eine Liege kostet 5 Euro, ab 19 Uhr ist sie frei, das Parken schlägt mit 5 Euro pro Tag zu Buche.

Die 11 schönsten Sehenswürdigkeiten der Riviera degli Ulivi
Die Riviera hat zwei Gesichter. Am Wasser stehen mittelalterliche Burgen, eine Zitronenlimonaia und eine Ölmühle, die keinen Eintritt kostet. Wenige Kilometer landeinwärts liegen drei große Freizeitparks und ein Safaripark. Diese elf Ziele lohnen die Anfahrt, sortiert von Süd nach Nord.
1. Gardaland in Castelnuovo del Garda
Italiens bekanntester Freizeitpark liegt an der Via Derna 4 in Castelnuovo del Garda, zwei Kilometer vom Bahnhof Peschiera del Garda entfernt. Die Saison 2026 läuft vom 28. März bis zum 6. Januar 2027, im August öffnet der Park täglich von 10:00 bis 23:00 Uhr. Das Tagesticket kostet online ab 44 Euro und an der Kasse ab 59 Euro, das Abendticket ab 17:00 Uhr online ab 29 Euro. Kinder unter 90 Zentimetern Körpergröße kommen kostenlos hinein. Vom Bahnhof fährt alle 30 Minuten ein kostenloser Shuttlebus.
Gut zu wissen: Gardaland arbeitet mit Nachfragepreisen. Alle Beträge sind Ab-Preise und ändern sich je nach Datum; die Kasse schließt zwei Stunden vor dem Park. Zum Resort gehört außerdem das Gardaland SEA LIFE Aquarium mit Tickets ab 12,50 Euro online. Das Kombiticket über zwei Parktage und einen Aquariumsbesuch kostet online ab 59 Euro.
2. Movieland und Caneva Aquapark in Lazise
Das CanevaWorld Resort an der Via Fossalta 58 in Lazise vereint zwei Parks auf einem Gelände: den Filmpark Movieland und den Wasserpark Caneva Aquapark. Ein Tagesticket kostet 36 Euro für Movieland und 34 Euro für den Wasserpark. Der Wechsel zwischen beiden Parks an einem Tag kostet 44 Euro, zwei Tage mit freiem Wechsel 56 Euro.
Die Tarifstufen richten sich hier nach der Körpergröße statt nach dem Alter: Unter 100 Zentimetern ist der Eintritt frei, zwischen 100 und 140 Zentimetern gilt der ermäßigte Tarif von 29 beziehungsweise 28 Euro. Die Saisondaten 2026 stehen nur in einem Kalender-Widget und waren zum Redaktionsschluss nicht auslesbar. Ruf vor der Anfahrt kurz durch, besonders beim Wasserpark, dessen Öffnung wetterabhängig ist.
3. Parco Natura Viva in Bussolengo
Der Parco Natura Viva in der Località Quercia bei Bussolengo besteht aus zwei Teilen: einem Fußgängerbereich und einem Safaripark, den du im eigenen Auto durchfährst, vorbei an Giraffen, Antilopen und Löwen. Der Park hat von März bis Dezember geöffnet. An der Kasse kostet jeder Teil einzeln 25 Euro, das Kombiticket für beide 30 Euro; online beginnen die Tickets bei 20 Euro. Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr zahlen nichts, ab drei Jahren gilt der volle Tarif.
Ein Detail, das im Sommer den Unterschied macht: Der Safaribereich öffnet bereits um 9:30 Uhr, eine halbe Stunde vor dem Fußgängerteil. Wer ohne Auto anreist, nimmt den 2026 eingeführten Bus Safari mit Naturführer; dafür brauchst du zusätzlich ein Parkticket.
4. Parco Termale Villa dei Cedri in Colà di Lazise
Dreizehn Hektar historischer Park mit natürlichen Thermalbecken unter freiem Himmel, vier Kilometer landeinwärts von Lazise. Das Wasser des Hauptsees liegt bei 33 bis 34 Grad, einzelne Becken erreichen 37 bis 39 Grad. Die Tageskarte kostet 45 Euro an der Kasse und 43 Euro online, ab 19:00 Uhr sind es 30 Euro. Handtuch, Bademantel und Badeschuhe bringst du selbst mit, einen Verleih gibt es nicht.
5. Die Altstadt von Lazise
Der einzige Ort der Riviera mit vollständig erhaltener Stadtmauer. Drei Tore, das Castello von 1375 und die Dogana Veneta, das venezianische Zollhaus direkt am Hafen, lassen sich frei und ohne Eintritt erlaufen. Der Rundgang dauert eine knappe Stunde und ist am frühen Abend am schönsten, wenn die Fassaden am Hafenbecken das letzte Licht abbekommen.
6. Museo dell’Olio d’Oliva in Cisano di Bardolino
Die günstigste Sehenswürdigkeit der Riviera kostet nichts. Das Olivenölmuseum an der Via Peschiera 54 zeigt historische Pressen und Mahlsteine, dazu gibt es eine Verkostung und einen Verkaufsraum. Einzelbesucher und Familien zahlen keinen Eintritt und brauchen keine Anmeldung. Geöffnet ist montags bis samstags von 9:30 bis 12:30 und von 15:00 bis 18:30 Uhr, sonntags nur vormittags.
7. Die Isola del Garda
Die größte Insel des Sees liegt vor dem Westufer und gehört der Familie Cavazza, die dort wohnt. Besuchen kannst du sie 2026 vom 29. März bis Ende Oktober, täglich außer samstags und montags, ausschließlich mit gebuchter Führung. Ab Bardolino, Garda und Torri del Benaco kostet der Ausflug 46 Euro, ab Lazise 49 Euro. Enthalten sind Überfahrt, zweieinhalb Stunden Führung durch Gärten und Villa sowie eine Verkostung des inseleigenen Olivenöls.
8. Die Rocca di Garda
Der bewaldete Felshügel über dem Ort Garda ist der beste Aussichtspunkt der südlichen Riviera und kostet keinen Eintritt. Der Rundweg misst rund fünf Kilometer bei 223 Höhenmetern und braucht anderthalb Stunden. Oben öffnet sich der Blick über das ganze Südbecken bis Sirmione. Von der namensgebenden Burg sind nur wenige Mauerspuren übrig; wer eine Ruine erwartet, wird enttäuscht, wer die Aussicht sucht, nicht.
9. Punta San Vigilio und die Baia delle Sirene
Die schmale Landzunge zwischen Garda und Torri del Benaco gehört mit ihrer Zypressengruppe, dem winzigen Hafen und der Villa dahinter zu den bekanntesten Punkten der Riviera. Über die Landzunge zu gehen und vom Hafen aus auf das Ufer zu schauen kostet nichts.
In der Bucht daneben liegt der Parco Baia delle Sirene, ein kostenpflichtiger Strandpark mit Liegewiese unter alten Olivenbäumen. Gut zu wissen: Die offizielle Website des Parks führte im August 2026 noch die Preisliste der Saison 2021 und war zusätzlich mit fremder Werbung überlagert. Belastbare Tarife für 2026 haben wir deshalb nicht gefunden; frag vor der Anfahrt beim Tourismusbüro in Garda nach.
10. Castello Scaligero und Limonaia in Torri del Benaco
Die Burg von 1383 beherbergt ein Museum mit Abgüssen der Felszeichnungen vom Monte Luppia. Der eigentliche Grund für den Besuch ist aber der Anbau von 1760: die Limonaia, ein Zitronengewächshaus und eine der letzten bewirtschafteten Zitrusanlagen am See. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, für Kinder 2 Euro. Die Saison läuft von April bis Oktober.
11. Castello Scaligero Malcesine und die Seilbahn auf den Monte Baldo
Die Burg auf dem Felsen über dem Hafen ist seit 1902 italienisches Nationaldenkmal und kostet 7 Euro Eintritt. Von Ende Mai bis Ende September öffnet sie freitags und samstags bis 22:00 Uhr, was den Besuch bei Abendlicht möglich macht. Wenige Hundert Meter entfernt startet die Drehgondelbahn auf den Monte Baldo: 20 Minuten Fahrt, 30 Euro für Berg- und Talfahrt, online 28 Euro. Sie fährt 2026 vom 4. April bis zum 1. November.
Zwei weitere Ziele lohnen einen Tagesausflug ins Hinterland. Der Parco Giardino Sigurtà in Valeggio sul Mincio ist vom 7. März bis 15. November 2026 täglich geöffnet und kostet 18 Euro für Erwachsene, 10 Euro für Kinder von 5 bis 14 Jahren. Und die venezianische Festungsanlage von Peschiera del Garda gehört seit 2017 zum UNESCO-Welterbe „Venezianische Verteidigungsanlagen des 16. und 17. Jahrhunderts“; die Wälle sind frei zugänglich.

Was kosten die Eintritte 2026?
Die teuerste Einzelposition ist der Tageseintritt in Gardaland mit 59 Euro an der Kasse, die günstigste das Olivenölmuseum in Cisano mit null Euro. Dazwischen liegt alles, was du an einem Tag kombinieren kannst: Burg, Seilbahn und Museum in Malcesine kommen zusammen auf rund 37 Euro pro Erwachsenem.
| Angebot | Preis |
|---|---|
| Museo dell’Olio d’Oliva, Cisano di Bardolino | frei für Einzelbesucher und Familien |
| Museo del Castello Scaligero, Torri del Benaco | 6,00 € · ermäßigt 4,00 € · Kinder 2,00 € |
| Castello Scaligero Malcesine | 7,00 € · ermäßigt 5,00 € · Kinder 6–13 J. 3,00 € |
| Seilbahn Malcesine–Monte Baldo, Berg- und Talfahrt | 30,00 € · online 28,00 € · Junior 18,00 € |
| Isola del Garda, Führung ab Bardolino, Garda oder Torri | 46,00 € · Kinder 5–12 J. 30,00 € |
| Isola del Garda, Führung ab Lazise | 49,00 € · Kinder 5–12 J. 33,00 € |
| Parco Termale Villa dei Cedri, Tageskarte | 45,00 € · online 43,00 € · ab 19 Uhr 30,00 € |
| Gardaland, Tagesticket | online ab 44,00 € · Kasse ab 59,00 € |
| Movieland oder Caneva Aquapark, Lazise | 36,00 € bzw. 34,00 € · beide Parks 44,00 € |
| Parco Natura Viva, Bussolengo | 25,00 € je Teil · Kombi 30,00 € |
| Parco Giardino Sigurtà, Valeggio sul Mincio | 18,00 € · Kinder 5–14 J. 10,00 € |
| Schiff-Tageskarte Zone Est bzw. gesamter See | 23,50 € · gesamter See 39,50 € |
Kostenlos sind der Eintritt in die Burg von Malcesine für Kinder unter sechs Jahren, die Seilbahnfahrt für Kinder unter 1,20 Meter Körpergröße und der Besuch der Villa dei Cedri für Kinder unter 1,20 Meter. Beim Schiff kostet der Kauf an Bord einen Euro Aufschlag pro Person.
Stand: August 2026 · Preise laut den offiziellen Seiten der Betreiber sowie dem Tarifblatt 2026 von Navigazione Laghi.
Kann man an der Riviera degli Ulivi baden?
Ja – die Wasserqualität ist amtlich gut, der Untergrund aber ist Kies. ARPAV, die Umweltagentur des Veneto, überwacht 65 Badegewässer am venetischen Gardasee-Ufer und stufte 2026 alle 174 Badegewässer der Region als geeignet ein. Die offizielle Badesaison läuft vom 1. Mai bis 30. September.
Zur Beschaffenheit ohne Weichzeichner: Die Gemeinden selbst schreiben von ghiaia, ciottoli und sassolini: Kies, Kiesel und Steinchen. Malcesine wirbt mit „weißen Kieselsteinen“ in Navene, Campagnola, Paina, Val di Sogno und Cassone, Garda nennt für La Cavalla ausdrücklich Kies und Kieselchen, und die Lidos in Bardolino und Cisano sind Liegewiesen, kein Strand. Echte Sandflächen sind nur rund um Lazise und Pacengo dokumentiert, und dort ausschließlich von privaten Betreibern und Campingplätzen, nicht von amtlicher Seite. Badeschuhe sind deshalb kein Luxus, sondern der Unterschied zwischen einem entspannten und einem vorsichtigen Gang ins Wasser.
Die Wassertemperatur liegt von Juni bis August zwischen 17 und 27 Grad und zwischen 17 und 22 Grad im September; belastbare Monatsmittel veröffentlicht keine offizielle Stelle. Wer es genau wissen will, schaut auf die Messsonde der Umweltagentur APPA bei Riva del Garda, die in einem Meter Tiefe live misst. Hunde dürfen offiziell nur in Malcesine ins Wasser: an der Bau Beach Retelino sowie in den Zonen Val di Sogno und Campagnola.

Wandern und Radfahren zwischen Olivenhainen
Der schönste Weg der Riviera ist der Sentiero del Pellegrino, der alte Pilgerpfad oberhalb der Steilküste zwischen Punta San Vigilio bei Garda und Torri del Benaco. Er führt über den Monte Luppia und Crero mit seinen prähistorischen Felszeichnungen, quert eine Hängebrücke und endet in Torri an einer Panoramatreppe mit 247 Stufen. Rechne für die Strecke mit rund 13 Kilometern, etwa 370 Höhenmetern und vier Stunden. Kletterstellen gibt es keine, dafür gletschergeschliffene Felsplatten, die bei Regen extrem rutschig werden – bei nasser Witterung gehört dieser Weg nicht auf den Plan.
Beim Radfahren ist die Lage 2026 noch unfertig. Die Ciclovia del Garda soll den See auf 165 Kilometern umrunden, der venetische Teil misst rund 67 Kilometer. Am 22. Mai 2026 ging in Torri del Benaco ein 2,3 Kilometer langer Abschnitt zwischen Brancolino und dem Ortseingang in Betrieb, gebaut von Veneto Strade für 18 Millionen Euro; das nächste Los von 1,7 Kilometern Richtung Brenzone ist finanziert, die Planungen für Bardolino und Garda stehen kurz vor dem Abschluss. Ein durchgehender Radweg von Peschiera bis Malcesine existiert 2026 nicht – mehrere Teilstücke sind fertig, dazwischen fährst du auf der Uferstraße. Wer das nicht will, plant Rundtouren im Moränenhinterland statt einer Uferetappe.
Wie kommst du hin – und wie kommst du dort herum?
Der nächste Flughafen ist Verona Villafranca, rund 31 Kilometer und etwa 50 Autominuten von Bardolino entfernt. Von dort fährt im Sommer die Linie 482 des Veroneser Verkehrsbetriebs ATV stündlich direkt an den See: Zwischen dem 8. Juni und 9. September 2026 startet sie von 6:12 bis 21:12 Uhr und erreicht Peschiera nach 39, Bardolino nach 74 und Garda nach 83 Minuten. Brescia-Montichiari taugt als Anreiseflughafen übrigens nicht – dort gibt es 2026 keinen Linienpassagierbetrieb.
Mit der Bahn ist Peschiera del Garda der einzige Bahnhof direkt am Ostufer, gelegen an der Strecke Mailand–Venedig. Von Verona Porta Nuova sind es 19 bis 20 Minuten, von Mailand Centrale 58 Minuten mit dem Frecciarossa. Weiter nach Norden übernehmen die ATV-Busse: Linie 483 fährt Peschiera–Bardolino–Garda–Torri–Brenzone–Malcesine, Linie 484 verbindet Garda stündlich mit Malcesine und Riva del Garda. Ab Verona kostet die Fahrt nach Bardolino oder Garda 4,60 Euro, nach Malcesine 6,70 Euro; ein 24-Stunden-Pass für Stadt und Umland liegt bei 11,00 Euro. Eine Direktverbindung Verona–Malcesine gibt es nicht, du steigst in Garda um und bist rund zwei Stunden unterwegs.
Mit dem Auto nimmst du im Süden die A4 mit Ausfahrt Peschiera, im Norden die A22 mit Ausfahrt Affi. Auf der Uferstraße SR249 gilt seit 2020 auf 53 Kilometern ein Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen, und Veneto Strade friert die Baustellen von Mitte Mai bis Ende September ein. Im Hochsommer 2026 ist auf dieser Strecke also nicht mit Baustellen zu rechnen, wohl aber mit Stau an den Ferragosto-Wochenenden Mitte August. Details zu allen Wegen stehen in unserem Guide zur Anreise an den Gardasee.
Malcesine sperrt sein Zentrum täglich von 10:00 bis 07:00 Uhr für den Verkehr. Frei fahren darfst du nur zwischen 7 und 10 Uhr morgens. Bardolino, Lazise, Garda und Torri del Benaco haben ebenfalls Zufahrtsbeschränkungen, in Lazise ganzjährig. Hotelgäste müssen ihr Kennzeichen vom Betrieb registrieren lassen; in Bardolino gilt zum Ein- und Ausladen ein Zeitfenster von 20 Minuten mit Parkscheibe. Parken kostet je nach Ort 1,20 bis 2,50 Euro pro Stunde, Tagestarife liegen bei 15 bis 20 Euro.

Wann ist die beste Reisezeit für die Riviera degli Ulivi?
September ist die beste Kombination aus warmem Wasser, offenen Betrieben und erträglichem Andrang; wer das Öl im Mittelpunkt sucht, kommt im November. Der August ist der teuerste und vollste Monat, und Ferragosto am 15. August ist der Tag, an dem in Garda zusätzlich das Palio delle Contrade gefahren wird.
- März bis Mai: Wasser 9–18 °C · Andrang gering · Seilbahn und Burgen öffnen ab Ende März
- Juni bis August: Wasser 17–27 °C · Andrang hoch · Ferragosto am 15. August ist der Höhepunkt
- September: Wasser 17–22 °C · Andrang mittel · alles offen, Preise sinken
- Oktober und November: Wasser 10–15 °C · Andrang gering · Ernte, Olio Novello, Weinfest in Bardolino
- Dezember bis Februar: Baden fällt aus · Seilbahn, Burgen und viele Lidos geschlossen · Thermen in Colà offen
Die Wassertemperaturen sind Spannen, keine amtlichen Monatsmittel – solche veröffentlicht für den Gardasee keine offizielle Stelle.
Mit der Autofähre die Uferstraße überspringen
An einem Augustsamstag steht die Uferstraße SR249 zwischen Garda und Malcesine über Stunden. Statt sich einzureihen, fährst du in Torri del Benaco auf die Fähre nach Toscolano-Maderno: 30 Minuten Überfahrt, 17 Kurse am Tag, und du siehst die Riviera einmal von der Seite, von der sie am besten aussieht – mit den Olivenhängen im Rücken und dem Monte Baldo darüber.
Der zweite Teil des Tricks: Nimm den frühesten Kurs um 8:35 Uhr. Dann bist du am Westufer, bevor der Tagestourismus einsetzt, und kannst am Nachmittag gegen den Strom zurück. Die Mittagslücke zwischen 13 und 14 Uhr solltest du dabei einplanen – sie steht nicht im Fahrplanaushang am Anleger, sondern nur im Sommerfahrplan.
Was du von der Riviera degli Ulivi mitnimmst
Die Riviera degli Ulivi ist kein Badeziel, das sich als solches verkleiden müsste. Sie ist eine Kulturlandschaft mit einem Produkt im Zentrum, das man verkosten, mitnehmen und im nächsten Winter in der eigenen Küche wiedererkennen kann. Wer das akzeptiert, bekommt sieben sehr unterschiedliche Orte, zwei Burgen, eine Seilbahn in die Alpen und eine Ölmühle, die nichts kostet.
Der konkrete nächste Schritt: Leg deine Reise auf Ende Oktober oder Anfang November, buche eine Führung im Frantoio Turri für einen Dienstag oder Freitag um 10 Uhr – und plane den Rückweg über die Fähre in Torri del Benaco. Eine Übersicht über den ganzen See findest du in unserem Gardasee Travel Guide, alle Termine der Saison im Kalender der Events am Gardasee, und die Region drumherum im Venetien Travel Guide.
Karte: Riviera degli Ulivi am Gardasee
Top Unterkünfte an der Riviera degli Ulivi
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FAQ - Häufig gestellte Fragen zur Riviera degli Ulivi
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Quellen und weiterführende Infos
- Qualigeo – Garda DOP Olio EVO, Disciplinare und Kennzahlen (abgerufen August 2026)
- Museo dell’Olio d’Oliva, Cisano di Bardolino – Orari e visite (abgerufen August 2026)
- Funivia Malcesine–Monte Baldo – Orari e tariffe 2026 (abgerufen August 2026)
- Comune di Malcesine – Castello Scaligero, prezzi e orari 2026 (abgerufen August 2026)
- Isola del Garda – Visite guidate e tariffe 2026 (abgerufen August 2026)
- Parco Termale del Garda Villa dei Cedri – Orari e tariffe (abgerufen August 2026)
- Navigazione Laghi – Tariffe e orari Lago di Garda 2026 (abgerufen August 2026)
- ARPAV – Stagione balneare 2026 in Veneto (abgerufen August 2026)











