
Livinallongo del Col di Lana – Die Gemeinde trägt den Berg im Namen, und vom Tal aus wirkt er wie ein unscheinbarer grüner Rücken. Erst oben, an einem Trichter neben einer kleinen Kapelle, verstehst du, warum die Italiener den Col di Lana bis heute Col di Sangue nennen, den Blutberg. In der Nacht vom 17. auf den 18. April 1916 sprengten italienische Pioniere die österreichische Stellung auf seinem knapp 2.500 Meter hohen Gipfel, und der Krater ist bis heute zu sehen.
Der Col di Lana liegt in der Provinz Belluno im Norden Venetiens. Westlich von ihm liegt Arabba, der Ferienort zwischen Pordoijoch und Campolongopass, nordöstlich der Valparolapass, der Übergang ins Gadertal an der Grenze zu Südtirol. Hinauf führt der Weg 21, eine Runde von rund sechs Stunden und 800 Höhenmetern ab dem Parkplatz im Weiler Palla oberhalb von Pieve di Livinallongo, dem Hauptort der Gemeinde auf 1.475 Metern. Unterwegs gehst du an Schützengräben, Stollen und Kavernen vorbei und steigst am Ende durch die Stellungen der Gegenseite wieder ab.
Dieser Guide führt dich auf den Berg und durch seine Geschichte: die Runde über den Gipfel mit allen Stationen, den kürzeren Zustieg vom Valparolapass, drei Museen im Tal und am Pass mit ihren Eintrittspreisen und die Busse, mit denen du im Sommer ohne Auto hinkommst.
Der Col di Lana in Zahlen
Der Col di Lana gehört zur Gemeinde Livinallongo del Col di Lana, auf Deutsch Buchenstein, auf Ladinisch Fodom. Ladinisch ist die rätoromanische Sprache der Dolomitentäler, und Fodom ist eines der fünf ladinischen Täler. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gehörte das Tal zu Österreich, seit 1923 zur Provinz Belluno.
Der Berg selbst ist frei zugänglich und kostet nichts. Eintritt zahlst du nur in den Museen im Tal und am Valparolapass.
Stand: Oktober 2026 · Wegdaten laut dolomiti.org und CAI Belluno, Geschichte laut Tourismusverband Arabba Fodom und Museo della Grande Guerra, Eintritte laut den Museumsbetreibern.
- Wanderer mit Kondition für sechs Stunden und 800 Höhenmeter
- Geschichtsinteressierte, die den Gebirgskrieg im Gelände sehen wollen
- Urlauber in Arabba und im Gadertal mit einem freien Tag
- Familien mit Schulkindern auf dem kurzen Weg zum Passo Sief
- Kinderwagen und Rollstuhl
- Spontane ohne Proviant, denn am Weg gibt es keine Einkehr
- Gäste ohne Auto außerhalb der Sommerfahrpläne
- Tage mit Gewittergefahr am Nachmittag
Warum heißt der Col di Lana Blutberg?
Weil hier Tausende Soldaten starben. Als Italien im Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg erklärte, lag Buchenstein als österreichisches Gebiet unmittelbar an der Grenze, und der Col di Lana wurde zur Front. Die ersten Kämpfe um den Gipfel begannen im Juli 1915, danach griffen italienische Truppen neun Monate lang die österreichischen Stellungen auf dem Grat an.
Der Beiname Col di Sangue stammt aus dieser Zeit. Der Tourismusverband von Arabba führt ihn auf die schweren Kämpfe zurück, und am Berg selbst brauchst du keine Erklärung: Gräben, Unterstände und Trichter liegen bis heute offen im Gras.
Die Menschen im Tal mussten ihre Dörfer verlassen. Erst ab dem Frühjahr 1918 kehrten die Flüchtlinge zurück, der Wiederaufbau zog sich bis 1923 und 1924. Im selben Jahr 1923 kam die Gemeinde zur Provinz Belluno, zehn Jahre später bekam sie per Dekret den Zusatz „del Col di Lana“ im Namen, den die Bürger 1983 in einer Volksabstimmung bestätigten. Das Kriegerdenkmal der Gemeinde am Platz 7. November 1918 nennt 135 Soldaten aus dem Tal von Fodom.
Die Mine vom 17. April 1916
Weil die Angriffe über den Grat scheiterten, gingen die Italiener unter den Berg. Pioniere trieben einen Stollen unter die österreichische Gipfelstellung und füllten die Kammer am Ende mit Sprengstoff, im Gebirgskrieg nannte man so etwas eine Mine. Den Stollen findest du heute in der Nähe des Cappello di Napoleone, des Napoleonshuts, eines Felskopfs auf 2.200 Metern am Aufstieg.
Am 17. April 1916 um 23.35 Uhr zündeten sie die Ladung. Ein Teil des Gipfels brach weg, mehr als hundert Mann der österreichischen Besatzung kamen ums Leben. Am 18. April stürmten italienische Truppen den Hauptgipfel und die Nordkuppe, und nach Angaben des Museo della Grande Guerra, des Kriegsmuseums im Forte Tre Sassi am Valparolapass, gingen dabei 170 Österreicher in Gefangenschaft. Am 20. April zogen sich die Österreicher vom Col di Lana zurück.
Oft ist zu lesen, die Sprengung habe Hunderte Soldaten auf beiden Seiten getötet. Die Toten der Mine waren Österreicher. Schwere Verluste hatten beide Seiten trotzdem, gerechnet über die ganze Zeit an diesem Berg.
Entschieden war damit wenig. Die Front rückte nur einen Gipfel weiter auf den Sief, den Nachbarberg am selben Grat. Am Dente del Sief, einem Felszahn am Grat, hinterließ eine österreichische Mine einen riesigen Trichter, und die letzte große Operation an diesem Abschnitt war eine Mine am Sief im März 1917. Nach der Niederlage von Karfreit, italienisch Caporetto, mussten die Italiener Ende 1917 das ganze Gebiet räumen.
Was du am Gipfel des Col di Lana heute siehst
Oben stehst du am Rand des Minentrichters. Direkt daneben steht die kleine Gipfelkapelle, 1935 für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet und 2007 vollständig neu gebaut.
Ein mit Seilen gesicherter Pfad führt vom Gipfel hinunter zum Felsgipfel, wo eine überdachte Brustwehr restauriert ist, eine gedeckte Schützenstellung. Auf dem Weg zum Sief sind die Verteidigungslinien gut erhalten, die Gräben und Stellungen am Sattel des Sief wurden 2005 mit Mitteln des EU-Programms Interreg wiederhergestellt. Beim Abstieg führt die Runde durch das Accampamento Austriaco, das ehemalige österreichische Lager.
Einkehren kannst du am Weg nicht. Am Berg steht ein Biwak, eine unbewirtschaftete Notunterkunft, mehr nicht.
Was du am Weg findest, ob Stacheldraht, Granatsplitter oder Patronenhülse, bleibt liegen. Wie ernst das genommen wird, zeigt das benachbarte Trentino: Dort hat das Forstkorps Anfang Oktober 2026 neun Sammler von Weltkriegsrelikten bestraft.

Welcher Weg führt auf den Col di Lana?
Am einfachsten der Weg 21. Du fährst von Pieve di Livinallongo hinauf zum Parkplatz im Weiler Palla und gehst von dort eine Runde über den Gipfel. Die Tourismusseite dolomiti.org rechnet mit rund sechs Stunden und 800 Höhenmetern und stuft die Tour als mittelschwer ein, die Länge verlangt Kondition. Ein Teil des Wegs ist die alte mulattiera, ein Saumweg für Tragtiere.
Die Runde hat eine feste Reihenfolge: hinauf über die italienische Seite, oben über den Grat, hinunter durch die österreichischen Stellungen.
| Station | Was dich erwartet |
|---|---|
| Parkplatz Palla | Start und Ziel der Runde, mit dem Auto von Pieve di Livinallongo aus erreichbar |
| Plan de la Chicia 2.054 m | Almboden am Weg 21, hier trennen sich Aufstieg und Rückweg |
| Ciadiniei 2.125 m | Zwischenstation im Anstieg zum Gipfelaufbau |
| Cappello di Napoleone 2.200 m | Felskopf, in dessen Nähe der italienische Minenstollen liegt |
| Gipfel Col di Lana | Minentrichter und Kapelle, dazu der gesicherte Pfad hinunter zum Felsgipfel mit der Brustwehr |
| Cima Sief | Nachbargipfel am Grat mit gut erhaltenen Verteidigungslinien |
| Col de la Roda | Abstieg über den Rücken in Richtung Tal |
| Accampamento Austriaco | ehemaliges österreichisches Lager, danach zurück über Plan de la Chicia nach Palla |
Der kürzere Weg vom Valparolapass zum Sief
Wer weniger Zeit hat, steigt vom Valparolapass auf, der Passhöhe zwischen dem Falzaregopass an der Straße nach Cortina d’Ampezzo und dem Gadertal. Der Weg 23 des CAI, des Club Alpino Italiano, führt von dort zum Bivacco Sief, einem neuen Biwak wenige Meter unter dem Grat, und zum Passo Sief auf 2.209 Metern, dem Sattel zwischen den Gipfeln Settsass und Sief.
Unterwegs kommst du am Lago di Valparola vorbei, einem kleinen Bergsee auf 2.140 Metern. Die Sektion Belluno des CAI plant bis zum Biwak zweieinhalb Stunden ein, hin und zurück sind es rund acht Kilometer und 400 Höhenmeter. Die Sektion geht diese Strecke auch mit ihrer Jugendgruppe der Acht- bis Elfjährigen.
Auf dem Sattel bist du mitten in der Front des Winters 1916 auf 1917, denn hier lagen sich die Truppen nach dem Fall des Col di Lana gegenüber. Den Gipfel mit Kapelle und Krater erreichst du am sichersten über den Weg 21 von Palla.

Was siehst du vom Gipfel des Col di Lana?
Die großen Nachbarn ringsum. Im Südwesten steht die Marmolada, der vergletscherte höchste Berg der Dolomiten, im Nordwesten der Sellastock und im Südosten der Monte Pelmo. An klaren Tagen hast du alle drei auf einer Drehung im Blick.

Der Sellastock ist das Felsmassiv, um das sich Gröden, das Gadertal, das Fassatal und Buchenstein legen. Im Winter umrunden ihn die Skifahrer auf der Sellaronda, und Arabba ist eine ihrer Stationen.

Der Monte Pelmo steht frei weiter im Südosten in der Provinz Belluno, ein wuchtiger Felsklotz ohne direkte Nachbarn. Wer bis zum Abend auf dem Col di Lana bleibt, sieht die Felswände ringsum im letzten Licht rot werden, das Alpenglühen, auf Ladinisch enrosadira. Rechne dann aber mit dem Abstieg im Halbdunkel und nimm eine Stirnlampe mit.

Welche Museen und Gedenkorte erzählen die Geschichte des Col di Lana?
Drei Museen im Tal und am Pass ergänzen die Wanderung, und alle drei taugen auch für einen Regentag. Dazu kommt die große Gedenkstätte unten im Tal.
Museo Ladino Fodom in Pieve
Das Heimatmuseum der Gemeinde steht in der Cesa de la Cultura Fodoma, dem Kulturhaus an der Via Pieve 78. Es erzählt vom Leben der Ladiner im Tal, vom Castello di Andraz und vom Ersten Weltkrieg. 2026 öffnete es am 30. Mai, jeweils von 14.30 bis 18.30 Uhr: im Juni donnerstags bis sonntags, im Juli und August täglich bis zum 6. September, im September freitags bis sonntags. Der Eintritt kostet 5,00 €, ermäßigt 3,00 €, im Juli und August gibt es freitags um 15, 16 und 17 Uhr Führungen.
Castello di Andraz
Die Burg Andraz entstand um das Jahr 1000, als das Tal zu Tirol gehörte, und diente später den Fürstbischöfen von Brixen als Sitz. Heute betreibt die Gemeinde darin das Andraz Museum. Die Saison 2026 dauert vom 30. Mai bis zum 1. November, im Juli und August ist täglich geöffnet, im Oktober freitags bis sonntags von 10 bis 12.30 und von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 7,00 € inklusive Audioguide, eine Führung 2,00 € extra.
Forte Tre Sassi am Valparolapass
Das österreichische Fort am Valparolapass entstand zwischen 1897 und 1901 und liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Cortina d’Ampezzo. Seit 2003 zeigt darin das private Museo della Grande Guerra über 5.000 Objekte aus dem Gebirgskrieg. Die Saison 2027 läuft vom 11. Juni bis zum 3. Oktober, geöffnet ist von 10 bis 12.30 und von 14 bis 16.30 Uhr, dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet 10,00 €, bezahlt wird nur bar, Hunde dürfen kostenlos mit.
Das Sacrario von Pian di Salesei
Unten im Tal, in Pian di Salesei, steht das Sacrario, die italienische Militärgedenkstätte von 1938. Darin ruhen mehr als 5.400 Gefallene, die meisten unbekannt. Nach Angaben des Tourismusverbands von Arabba sind unter den namentlich bekannten Toten auch 19 Österreicher.
Was kosten die Museen rund um den Col di Lana?
Die Wanderung auf den Col di Lana kostet nichts, Eintritt zahlst du nur in den Museen: 5,00 € im Museo Ladino Fodom, 7,00 € im Castello di Andraz und 10,00 € im Forte Tre Sassi.
Museen rund um den Col di Lana
Für die drei Museen zusammen zahlt ein Erwachsener 22,00 €. Familien bekommen im Castello di Andraz 2,00 € Nachlass auf die Summe.
| Angebot | Preis |
|---|---|
| Museo Ladino Fodom, Erwachsene | 5,00 € |
| Museo Ladino Fodom, ermäßigt | 3,00 € Schüler, ab 65 Jahren, Gruppen ab 15 Personen |
| Castello di Andraz, Erwachsene | 7,00 € inklusive Audioguide |
| Castello di Andraz, ermäßigt | 4,00 € von 6 bis 19 Jahren und Studierende · 6,00 € ab 65 Jahren |
| Castello di Andraz, Führung | 2,00 € Zuschlag |
| Forte Tre Sassi, Erwachsene | 10,00 € |
| Forte Tre Sassi, ermäßigt | 8,00 € Schüler und Studierende von 11 bis 20 Jahren · 5,00 € Kinder von 6 bis 10 Jahren |
| Wanderung Weg 21 und Weg 23 | kostenlos |
Stand: Oktober 2026 · Museo Ladino Fodom und Castello di Andraz Saison 2026, Forte Tre Sassi Saison 2027 · Angaben laut den Museumsbetreibern.
Frei sind im Castello di Andraz Kinder bis fünf Jahre, im Forte Tre Sassi Kinder unter fünf Jahren und im Museo Ladino Fodom die Einwohner der Gemeinde.
Wie kommst du nach Livinallongo del Col di Lana und Arabba?
Am bequemsten mit dem Auto, im Sommer auch mit dem Bus. Aus Gröden und dem Fassatal fährst du über das Pordoijoch, aus dem Gadertal über den Campolongopass, aus Cortina d’Ampezzo über den Falzaregopass. Aus dem Süden führt der Weg von der Ausfahrt Belluno der Autobahn A27 über Agordo, Alleghe und Caprile ins Tal. Die Hauptachse auf venetischer Seite ist die SR 48, die Strada delle Dolomiti.
Die nächsten Bahnhöfe liegen in Bruneck, rund 50 Kilometer von Arabba entfernt, in Belluno, rund 70 Kilometer, und in Bozen, rund 75 Kilometer.
Von September bis Juni fährt nur die Linie 3 von Dolomiti Bus, dem Busbetrieb der Provinz Belluno, von Agordo über Caprile und Pieve di Livinallongo nach Arabba, und zwar nur an Schultagen mit wenigen Fahrten am Tag. Aus Belluno kommst du mit der Linie 1 nach Agordo und steigst dort um.
Im Sommer wird es einfacher. Die Linie 472 von südtirolmobil, dem Nahverkehr Südtirols, verbindet Corvara im Gadertal über den Campolongopass etwa stündlich mit Arabba und dem Pordoijoch, in der Saison 2026 fuhr sie vom 7. Juni bis zum 11. Oktober. Von Bruneck kommst du mit der Linie 460 nach Corvara. Die Linie 465 fährt vom Falzaregopass über den Valparolapass nach St. Kassian und Corvara und hält damit am Ausgangspunkt des Wegs 23. Aus Cortina d’Ampezzo fährt im Sommer die Linie 52 von Dolomiti Bus bis zum Falzaregopass, und vom 1. Juli bis zum 31. August verbindet ein täglicher Bus Venedig-Mestre über Treviso mit Caprile, wo die Linie 3 anschließt.
Vom 15. November bis zum 15. April gilt auf allen Dolomitenpässen Winterreifen- oder Schneekettenpflicht, und bei Unwetter können die Pässe ohne Vorwarnung gesperrt werden. Aktuelle Meldungen gibt Veneto Strade, die Straßenbehörde der Region.

Wann ist die beste Reisezeit für den Col di Lana?
Im Sommer und im Herbst. Dann ist der Weg schneefrei, die Busse fahren über die Pässe, und die Museen haben offen. Im Juli und August öffnen das Museo Ladino Fodom und das Castello di Andraz täglich, und dann laufen auch die Führungen. Im September wird es ruhiger, das Forte Tre Sassi schließt Anfang Oktober, das Castello di Andraz Anfang November.

Am Berg zählt der Wetterbericht mehr als der Kalender. Sommergewitter ziehen in den Dolomiten oft am Nachmittag auf, brich deshalb früh auf und sei über den Gipfel, bevor sich die Wolken türmen. Die Vorhersage für Arabba und den Falzaregopass findest du auf unserer Seite zum Wetter in Cortina d’Ampezzo.
Im Winter liegt der Col di Lana unter Schnee und ist kein Wanderziel. Arabba lebt dann vom Skifahren an der Sellaronda, der Skirunde um den Sellastock, die du in unserem Guide zum Skiurlaub in Alta Badia findest.

Was du über den Col di Lana wissen solltest
1. Die Runde ist eine Tagestour. Sechs Stunden und 800 Höhenmeter sind kein Nachmittagsausflug. Wenn du nur einen halben Tag hast, geh vom Valparolapass zum Passo Sief, auch dort stehst du mitten in den Stellungen.
2. Am Weg gibt es keine Einkehr. Nimm Proviant und mehr Wasser mit, als du zu brauchen glaubst. Das Biwak am Berg ist ein Notunterstand und keine Hütte, belohnt wirst du dafür mit einem Gipfel ohne Seilbahnbetrieb.
3. Nicht jeder Stollen ist begehbar. Am Sief sind Kavernen eingestürzt, und alte Stollen sind eng und dunkel. Geh nur dort hinein, wo der Weg ausdrücklich hineinführt, und nimm für diese Stellen eine Stirnlampe mit.
4. Der Felsgipfel verlangt Trittsicherheit. Der Pfad zur Brustwehr ist mit Seilen gesichert. Wer unsicher ist oder mit kleinen Kindern unterwegs, bleibt am Krater und an der Kapelle und verpasst dabei wenig.
5. Ohne Auto planst du im Sommer. Außerhalb der Sommerfahrpläne fährt nur die Linie 3 an Schultagen. Zwischen Juni und Anfang Oktober kommst du dagegen über Corvara und den Campolongopass oder über den Falzaregopass gut mit dem Bus hin.
Für wen lohnt sich der Col di Lana?
Für Geschichtsinteressierte. Stollen, Trichter und die Stellungen beider Seiten liegen hier auf einer einzigen Runde. Wer vorher das Forte Tre Sassi besucht, liest das Gelände danach mit anderen Augen.
Für ausdauernde Wanderer. Sechs Stunden auf einem Grasberg ohne Seilbahn, und oben ein Rundblick von der Marmolada bis zum Monte Pelmo.
Für Familien mit Schulkindern. Der Weg 23 vom Valparolapass zum Passo Sief ist mit rund acht Kilometern hin und zurück deutlich kürzer und führt trotzdem durch echte Stellungen.
Für Urlauber in Arabba und im Gadertal. Ein Tag ohne Skipass und Liftticket, und bei Regen bleiben das Castello di Andraz und das Museo Ladino Fodom.

Kombiniere den Col di Lana mit Arabba, der Marmolada und Cortina d’Ampezzo
Arabba ist der naheliegende Standort. Von hier sind es wenige Kilometer nach Pieve, und über dem Pordoijoch erhebt sich der Sass Pordoi, ein Gipfel des Sellastocks, auf den eine Seilbahn führt. Zweimal im Jahr gehören die Pässe rund um den Sellastock beim Sellaronda Bike Day allein den Radfahrern.

Die Marmolada, die du vom Gipfel gesehen hast, erreichst du über Caprile. Im Sommer fährt die Linie 54 von Dolomiti Bus von Falcade über Alleghe und Caprile hinauf zum Fedaiasee unter dem Gletscher.

Über den Falzaregopass bist du in rund 45 Minuten in Cortina d’Ampezzo, rund 35 Kilometer von Pieve entfernt. Dahinter liegen der Lago di Misurina und die Drei Zinnen, an denen der Gebirgskrieg ebenso tiefe Spuren hinterlassen hat.

Hinauf mit den Italienern, hinunter durch das österreichische Lager
Die Runde über den Weg 21 lohnt sich in ihrer festen Richtung: Im Aufstieg kommst du am Cappello di Napoleone vorbei, wo die Italiener ihren Minenstollen trieben, oben stehst du am Trichter, und im Abstieg gehst du über die Cima Sief und den Col de la Roda durch das Accampamento Austriaco, das Lager der Gegenseite. An einem Tag siehst du den Krieg von beiden Fronten aus.
Starte früh, gegen acht Uhr am Parkplatz in Palla. Dann bist du am frühen Nachmittag zurück, und im Juli und August bleibt noch Zeit für das Museo Ladino Fodom in Pieve, das von 14.30 bis 18.30 Uhr geöffnet ist. Dort ordnest du ein, was du oben gesehen hast.
Unser Fazit zum Col di Lana
Der Col di Lana ist kein Gipfel für die Fotowand. Er ist ein Grasberg mit einem Krater, und genau das macht ihn stark: An wenigen Orten in den Dolomiten stehst du so direkt in der Geschichte des Gebirgskriegs, mit Trichter, Stollen, Kapelle und den Stellungen beider Seiten auf einer Runde.
Die Wanderung kostet nichts außer Zeit und Kondition. Wer das Thema vertiefen will, zahlt 5,00 € im Museo Ladino Fodom, 7,00 € im Castello di Andraz und 10,00 € im Forte Tre Sassi, zusammen 22,00 € für drei Museen, die zusammen ein vollständiges Bild ergeben.
Der nächste Schritt: Plane die Tour für einen Tag mit stabiler Wetterlage zwischen Juli und September, nimm Arabba als Standort und schau im Dolomiten Travel Guide nach, welche Ziele in der Nähe noch auf deine Liste gehören. Für den Rest der Region hilft dir der Venetien Travel Guide.
Karte: Col di Lana, Venetien
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Col di Lana
Erlebnisse & Sehenswürdigkeiten
Preise, Öffnungszeiten und Fahrpläne können sich ändern. Prüfe die Angaben vor deiner Reise auf den offiziellen Seiten.
Quellen und weiterführende Infos
- Traversata del Col di Lana, dolomiti.org (abgerufen Oktober 2026)
- Historical itinerary Col di Lana, grandeguerra.dolomiti.org (abgerufen Oktober 2026)
- Geschichte und Kultur, Tourismusverband Arabba Fodom (abgerufen Oktober 2026)
- Anreise, Tourismusverband Arabba Fodom (abgerufen Oktober 2026)
- Col di Lana, Museo della Grande Guerra Forte Tre Sassi (abgerufen Oktober 2026)
- Öffnungszeiten und Preise, Museo della Grande Guerra Forte Tre Sassi (abgerufen Oktober 2026)
- Öffnungszeiten und Preise, Castello di Andraz (abgerufen Oktober 2026)
- Öffnungszeiten und Preise, Museo Ladino Fodom (abgerufen Oktober 2026)
- Anello dei Settsass, CAI Sezione di Belluno (abgerufen Oktober 2026)
- Fahrplan Linie 3 Agordo, Caprile, Arabba, Dolomiti Bus (abgerufen Oktober 2026)
- Fahrplan Linie 472, südtirolmobil (abgerufen Oktober 2026)
- Verkehr auf den Pässen, Tourismusverband Arabba Fodom (abgerufen Oktober 2026)












