Paris – Italien hat bei der Schwimm-EM in Paris den bislang erfolgreichsten Tag dieser Titelkämpfe erlebt. Am Dienstag kamen fünf Medaillen zusammen, darunter zwei goldene. Chiara Pellacani gewann das Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett mit 358,05 Punkten und damit ihren vierten Titel dieser EM, Ginevra Taddeucci siegte über zehn Kilometer im Freiwasser.
Die Römerin hatte zuvor bereits im gemischten Teamwettbewerb der Wasserspringer, vom Ein-Meter-Brett und im Mixed-Synchron vom Drei-Meter-Brett gewonnen. Damit ist sie die erste Springerin, die bei einer einzigen Europameisterschaft vier Titel holt. Sie habe sich mehr auf das Gefühl als auf das Ergebnis konzentriert, sagte sie nach dem Wettkampf. Silber ging an die Britin Yasmin Harper mit 318,70 Punkten, Bronze an die unter neutraler Flagge startende Nadeschda Trifonowa mit 312,40 Punkten. Die Italienerin Elisa Pizzini wurde Vierte und verpasste das Podest um gut sechs Punkte.
Taddeucci schlug nach 2:07:49,90 Stunden an und lag knapp zehn Sekunden vor der Ungarin Viktória Mihályvári-Farkas. Bronze sicherte sich Linda Caponi mit gut dreizehn Sekunden Rückstand – ihre erste internationale Medaille im Freiwasser. Für Italien ist es der erste EM-Titel über diese Distanz seit zehn Jahren. Dazu kamen Silber im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm durch Simone Conte und Raffaele Pelligra sowie Bronze für das Team im technischen Programm des Synchronschwimmens.
Deutliche Kritik am Zustand der Seine
Für Gesprächsstoff sorgte Taddeucci unmittelbar nach ihrem Sieg. Der Fluss sei richtig dreckig gewesen, sagte sie: Äste und Blätter hätten sich an der Schwimmbrille verfangen, dazu sei jede Menge Plastik im Wasser getrieben. Der Olympiakurs von 2024 sei aus ihrer Sicht sauberer gewesen. Schon vor dem Rennen hatte sie erklärt, die Seine gehöre nicht zu den Orten, an die sie gern zurückkehre.
Der europäische Verband hatte Ende Juli Zusagen gemacht: Aktive können auf Verbandskosten eine unabhängige Wasseranalyse verlangen, Behandlungskosten bei Erkrankungen werden übernommen. Paris hat im Vorfeld der Olympischen Spiele von 2024 weit über eine Milliarde Euro in die Reinigung des Flusses gesteckt. Im Medaillenspiegel liegt Italien mit fünf Titeln und 14 Medaillen hinter Großbritannien auf Rang zwei. Die Beckenwettbewerbe beginnen erst am 10. August; dort geht Italien mit 48 Aktiven an den Start, so vielen wie noch nie bei einer EM außerhalb des eigenen Landes.




















