Paris – Zwei Goldmedaillen an einem Abend, drei innerhalb von drei Tagen: Chiara Pellacani beherrscht die Wasserspringwettbewerbe der Schwimm-Europameisterschaften im Olympiabecken von Saint-Denis. Am Samstag gewann die Römerin zunächst mit Matteo Santoro das gemischte Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett, mit 305,85 Punkten und deutlichem Vorsprung. Silber ging mit 286,17 Punkten an ein neutral startendes Duo, Bronze mit 284,19 Punkten an die deutsche Paarung Luis Carlo Avila Sanchez und Lena Corona Hentschel.
Rund zwei Stunden später stand Pellacani erneut auf dem Brett – diesmal allein, vom Ein-Meter-Sprungbrett. Mit 298,90 Punkten setzte sie sich klar gegen die Schweizerin Michelle Luisa Heimberg (258,80) und die Britin Desharne Bent-Ashmeil (254,35) durch. Ihre Landsfrau Elisa Pizzini wurde Fünfte. Bereits am Freitag hatte Pellacani mit dem italienischen Team im Mixed-Wettbewerb Gold geholt.
Chiara Pellacani jagt den Rekord von Tania Cagnotto
Pellacani, Jahrgang 2002, kam mit sechs Jahren im römischen Bundesstützpunkt Pietralata zum Wasserspringen. Mit dreizehn gewann sie erste Jugendtitel, mit fünfzehn gehörte sie fest zur Nationalmannschaft der Erwachsenen. Sie startet für die Fiamme Gialle und wird von Domenico Rinaldi trainiert. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Medaillenbilanz ihrer Vorgängerin und Freundin Tania Cagnotto zu übertreffen – der Maßstab im italienischen Wasserspringen schlechthin.
Mit Santoro verbindet sie mehr als das gemeinsame Podest. Die beiden kennen sich seit Kindertagen, trainieren inzwischen gemeinsam an einem College in Miami und sind amtierende Weltmeister im gemischten Synchronspringen. Auf dem Weg dorthin sammelten sie Silber bei den Weltmeisterschaften 2022 und 2024, Bronze bei der EM 2022 und der WM 2023 sowie Silber bei der EM 2025, bevor 2025 in Singapur der erste WM-Titel gelang. Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles können sie in dieser Disziplin allerdings nicht gemeinsam antreten: Das gemischte Synchronspringen steht nicht im olympischen Programm.
Für Italien ist die Ausbeute dieser Titelkämpfe im Wasserspringen bereits jetzt bemerkenswert – nur die britische Mannschaft lag in der Zwischenbilanz noch vorn. Pellacani ist damit nicht fertig: Es folgen noch das Einzel vom Drei-Meter-Brett und das Synchronspringen mit Sarah Jodoin Di Maria.




















