Breuil-Cervinia – Am Fuß des Matterhorns ist der Sommer diesmal stärker als der Gletscher. Seit diesem Samstag ruht der Sommerskibetrieb am Plateau Rosa auf rund 3.500 Metern bis auf Weiteres. Die Betreibergesellschaft der Bahnen auf der Schweizer Seite, die den Theodulgletscher bewirtschaftet, begründet den Schritt mit der Sicherheit: Unter den aktuellen Bedingungen lasse sich kein vernünftiger Pistenbetrieb mehr garantieren.
Ausschlaggebend war weniger ein einzelner Hitzetag als die Summe der Wochen. Es fehlt die nächtliche Abkühlung, die den Firn wieder verfestigt; dazu kamen häufige Gewitter und eine Schneedecke, deren Zustand sich innerhalb weniger Stunden ändert. Eine Messung Ende Juli ergab in den Hochlagen eine Durchschnittstemperatur von gut vier Grad über null, die Nullgradgrenze lag schon im Morgengrauen oberhalb von 4.400 Metern.
Was der Ausfall am Matterhorn für die Trainingslager bedeutet
Betroffen sind vor allem Rennläuferinnen und Rennläufer. Das Plateau Rosa gehört zu den wenigen Orten in Europa, an denen sich im Hochsommer überhaupt Slalomstangen aufstellen lassen; Nationalmannschaften und Skiclubs buchen die Wochen dort ein Jahr im Voraus. Mehrere Gruppen müssen ihre Sommerlager nun kurzfristig verlegen – die Alternativen in Südamerika sind teuer, die verbliebenen Gletscher im Alpenraum kämpfen mit denselben Temperaturen.
Für Wanderer und Ausflügler bleibt die Verbindung von Breuil-Cervinia hinauf zum Plateau Rosa geöffnet; die Aussicht auf das Matterhorn kostet also weiterhin nur eine Bahnfahrt. Wann wieder Ski gefahren werden kann, ist offen. Nötig wären ergiebiger Neuschnee oder ein deutlicher Temperatursturz – ein Datum für die Wiedereröffnung nennt niemand. In den vergangenen Jahren hatte sich die Sommersaison am Gletscher bereits Schritt für Schritt verkürzt.



















