In Diskussionen und bei wichtigen Entscheidungen möchte jeder gerne gehört werden. Das Gefühl, dass die eigene Meinung zählt, ist universell. Im Italienischen gibt es dafür einen sehr bildhaften Ausdruck: Wer Einfluss nehmen und mitbestimmen kann, der hat avere voce in capitolo. Diese Redewendung stammt aus einem kirchlichen Kontext, ist heute aber im Alltag fest verankert.
Luisteren en spreken
a-WE-re WO-tsche in ka-PI-to-lo
Letterlijke vertaling
Wörtlich: eine Stimme im Kapitel haben. Sinngemäß: ein Mitspracherecht haben, ein Wörtchen mitzureden haben.
Betekenis en levenshouding
De wending avere voce in capitolo beschreibt die Befugnis oder den Einfluss, an einer Entscheidung mitzuwirken und seine Meinung geltend zu machen. Es geht nicht nur darum, etwas zu sagen, sondern darum, dass diese Aussage auch Gewicht hat und berücksichtigt wird. Die Redewendung findet in den verschiedensten Bereichen Anwendung: in der Familie, im Freundeskreis, im Beruf oder in der Politik. Man kann sie positiv verwenden, um das Mitspracherecht einer Person zu betonen. Häufig wird sie jedoch in der verneinten Form genutzt: „Non ho voce in capitolo“ bedeutet dann, dass man nichts zu sagen hat und übergangen wird.
Oorsprong en geschiedenis
Die Herkunft dieser Redewendung ist im kirchlichen Recht des Mittelalters zu suchen. Das „capitolo“ bezeichnete die Versammlung der Domherren einer Kathedrale oder der Mönche eines Klosters. In diesen Gremien wurden alle wichtigen administrativen und spirituellen Entscheidungen getroffen. Wer in diesem „Kapitel“ eine „voce“, also eine Stimme hatte, besaß offiziell Stimmrecht und durfte an den Beratungen teilnehmen. Die Wendung hat sich von diesem exklusiven Zirkel auf alle Lebensbereiche ausgeweitet, in denen Autorität und Mitsprache eine Rolle spielen.
Toepassingsvoorbeeld
- In questa azienda anche i giovani collaboratori hanno voce in capitolo sulle nuove strategie.
- In dieser Firma haben auch die jungen Mitarbeiter ein Mitspracherecht bei den neuen Strategien.
Cultuurtip
Besonders in Situationen, in denen Hierarchien eine Rolle spielen, kommt die Redewendung oft zum Einsatz. Ein junger Mensch könnte sich zum Beispiel bei einer Familienentscheidung übergangen fühlen und resigniert feststellen: „Tanto decidono i genitori, io non ho voce in capitolo“ („Es entscheiden sowieso die Eltern, ich habe da nichts mitzureden“). Die Wendung transportiert hier nicht nur die Tatsache des fehlenden Einflusses, sondern auch eine gewisse Frustration darüber.
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