Bozen – Das Land Südtirol hat eine neue Sensibilisierungskampagne zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung gestartet. Unter dem Motto „Weniger wegwerfen. Bewusst einkaufen.“ appelliert die Initiative an das Verantwortungsbewusstsein der Konsumenten. Die Vorstellung fand am 28. September in der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Haslach statt, kurz vor dem Tag gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September.
Bei der Präsentation demonstrierten die Kochfachlehrerinnen Martina Gögele und Julia Dariz, wie aus altem Brot, Äpfeln und einem Eier-Milch-Gemisch eine schmackhafte Nachspeise zubereitet werden kann. Schuldirektor Martin Unterer betonte die wichtige Rolle der Schule bei der Vermittlung von Wertschätzung für Lebensmittel. Laut Soziallandesrätin Rosmarie Pamer werden viele genießbare Lebensmittel weggeworfen, obwohl sie noch verwendet werden könnten. Hier setze die Kampagne des Landes an.
Bewusstsein schärfen und Ressourcen schützen
Die Kampagne schärft das Bewusstsein für das Thema durch Inserate, ein Rezeptheft und eine eigene Webseite. Die Foodfluencerin Barbara Prantl unterstützt die Initiative, indem sie in den kommenden Wochen drei Rezepte zur Lebensmittelverwertung online stellt. Astrid Wiest, Direktorin des Amtes für Kinder- und Jugendschutz und Soziale Inklusion, erinnerte daran, dass das Land seit 2018 ein eigenes Landesgesetz zur Lebensmittelverschwendung besitzt, das auf EU- und staatliche Gesetzgebung abgestimmt ist.
Wiest hob hervor, dass Lebensmittel mehr als nur Produkte seien; sie stünden für Versorgung, Teilhabe und Lebensqualität. Besonders in Zeiten sozialer Notlagen gewinne das Thema der Lebensmittelverschwendung an Bedeutung, da es um Ressourcenschutz und gemeinsame Verantwortung gehe. Simona Nascetti, Fachärztin für Hygiene und Präventivmedizin, informierte über die korrekte Lagerung und den Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Ablaufdatum. Die richtige Aufbewahrung von Lebensmitteln könne deren Verschwendung vermeiden, so Nascetti.
Die Kampagne wurde im Auftrag des Koordinierungstisches und des Fachbeirats Lebensmittelverschwendung vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit entwickelt. Sie wird von den Fachschulen für Hauswirtschaft und Ernährung sowie weiteren Partnern wie der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft und der Landestafel getragen. Landesrätin Pamer fasste die Ziele zusammen: das Bewusstsein schärfen, einen kulturellen Wandel unterstützen und zu sparsamen Verhaltensweisen anregen. Jeder Einzelne, Gastronomiebetriebe und Produzenten könnten aktiv dazu beitragen, die Menge genießbarer Lebensmittel in der Tonne zu reduzieren.





















