Bozen – Der lvh.apa Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister hat mit Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo über die Herausforderungen im Warentransport gesprochen. Alexander Öhler, Obmann der Transporteurinnen und Transporteure im lvh, und lvh-Direktor Walter Pöhl stellten die Anliegen der Betriebe vor, darunter der Mangel an qualifizierten Fahrern und knappe Logistikflächen. Galateo signalisierte den Angaben des Verbandes zufolge seine Unterstützung für die Anliegen.
Ein zentrales Thema des Gesprächs war der Fachkräftemangel bei Fahrerinnen und Fahrern. Der lvh.apa setzt sich laut eigener Aussage für eine Verlängerung des staatlichen Führerscheinbonus bis 2030 ein. Dieser Bonus unterstütze junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren beim Erwerb beruflicher Führerscheine und entsprechender Qualifikationen. Die Förderung decke bis zu 80 % der Ausbildungskosten, maximal 2.500 Euro, und laufe nach derzeitigem Stand Ende 2026 aus. Öhler betonte, dass die hohen Ausbildungskosten keine Hürde für den Einstieg in den Warentransport darstellen dürften. Landeshauptmannstellvertreter Galateo sagte zu, den Stand einer möglichen Verlängerung beim zuständigen Ministerium zu klären. Parallel dazu entwickle der lvh ein Ausbildungsmodell im Rahmen der Lehre, das den Erwerb der erforderlichen Führerscheine einschließen solle; die Finanzierung sei jedoch noch offen.
Bedarf an Logistikflächen in Bozen
Auch bei den Logistikflächen drängt nach Ansicht des lvh die Zeit. Eine lvh-Umfrage ergab für die Mitgliedsbetriebe im Raum Bozen einen zusätzlichen Bedarf von rund 20.000 Quadratmetern. Unter Einbeziehung weiterer Logistikunternehmen wurde beim Treffen sogar ein Gesamtbedarf von rund 50.000 Quadratmetern genannt. Öhler erklärte, dass die Betriebe Platz für effizientes Arbeiten benötigten und ein Logistikzentrum helfen könnte, Warenströme besser zu organisieren und den Verkehr in Bozen zu entlasten. Als Vorbild für ein solches Zentrum wurde das Interporto im Trentino genannt. Diskutiert wurden auch potenzielle Standorte, darunter die Magazzini Generali. Das Vorhaben sei insbesondere für den Wirtschaftsraum Bozen und Leifers von Bedeutung.
„Die Logistik ist ein wichtiger Bestandteil unseres Wirtschaftsstandorts. Deshalb ist es entscheidend, gemeinsam mit den Betrieben tragfähige Lösungen für den Raum Bozen zu entwickeln“, betonte Galateo. Er sicherte seine Unterstützung für die weiteren Überlegungen zu.
Zudem kam die Überarbeitung bestehender Straßenverkehrsregelungen zur Sprache. Der lvh.apa werde dazu konkrete Änderungsvorschläge vorlegen. Galateo signalisierte auch hierfür politische Unterstützung. Beim nächsten Treffen mit dem Landeshauptmannstellvertreter will der lvh ein Konzept für ein mögliches Logistikzentrum vorstellen und die weiteren Anliegen der Betriebe gemeinsam voranbringen.




















