Bozen – Die Landesarbeitskommission hat sich in ihrer jüngsten Sitzung mit der engen Verknüpfung von Arbeits- und Wohnungsmarkt in Südtirol befasst. Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof hob hervor, dass bezahlbarer Wohnraum eine wesentliche Voraussetzung für die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes darstellt. Daher seien ressortübergreifende Anstrengungen in diesem Bereich unerlässlich, um die Standortattraktivität zu sichern.
Laut Landesrätin Amhof ist leistbarer Wohnraum in der Arbeitsmarktstrategie AM#S²2030 als zentraler Standort- und Rekrutierungsfaktor verankert. Es sei eine gemeinsame Verantwortung des Landes Südtirol, der Gemeinden, der Wirtschaft und der Sozialpartner, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Arbeitsmarkt und Wirtschaft wachsen können.
Wohnreform 2025 und Fachkräftesicherung
Stefan Walder, Direktor der Abteilung Wohnbau, informierte die Kommissionsmitglieder über den Stand der Wohnreform 2025 und die Maßnahmen zur Schaffung von leistbarem Wohnraum. Er erklärte, dass der Südtiroler Arbeitsmarkt aktuell vor allem durch nicht ansässige und ausländische Arbeitskräfte wachse. Dies führe zu einer steigenden Bedeutung von Wohn- und Unterkunftsangeboten für neu hinzukommende Beschäftigte, sei es vorübergehend oder auf Dauer.
Walder wies darauf hin, dass in Südtirol gute Beschäftigungschancen auf hohe Wohnkosten treffen. Obwohl der Wohnungsbestand mit 303.000 katastermäßig registrierten Wohnungen bei 240.800 Haushalten groß sei, sei er nur teilweise verfügbar. Gründe dafür seien touristische Nutzung, Leerstand oder andere Nichtverfügbarkeiten. Die Wohnreform 2025 zielt darauf ab, den Bestand zu aktivieren, das Mietangebot zu erweitern und die Förderung des Eigenheims zu stärken. Ein weiteres Ziel ist die Aktivierung des Garantiefonds als Anreiz für die Vermietung leerstehender Wohnungen.
Landesrätin Amhof betonte, dass die Komplexität des Themas Wohnen eine ressortübergreifende Herangehensweise erfordere, um attraktive Bedingungen für die Gewinnung und den Verbleib von Fachkräften in Südtirol zu gewährleisten. Derzeit werde an einem Impulspapier gearbeitet, das Ansätze zur systematischen Sicherung von Fachkräften enthalten und verschiedene Akteure innerhalb und außerhalb der Landesverwaltung einbeziehen soll.
Stefan Luther, Direktor des Arbeitsmarktservice (AMS), berichtete über den Abschluss des GOL-Programms, für das ein Nachfolgesystem entwickelt wird. Eine weitere große Herausforderung sei die Digitalisierung. Bis zum Jahresende soll die Verwaltung der Arbeitslosen vollständig digital erfolgen. Für 2027 sind ein neues, überarbeitetes Portal für Orientierungspraktika sowie das überarbeitete Portal alleJobs Südtirol geplant.





















