Bozen – Die Süd-Tiroler Freiheit hat auf ihrer diesjährigen Landesversammlung ihre volkstumspolitischen Forderungen bekräftigt. Unter dem Motto „Holen wir uns unsere Heimat zurück!“ verabschiedete die Partei eine Resolution zur Zukunft Südtirols und kritisierte die aktuelle Autonomiereform.
Stefan Zelger, Büroleiter und Mitglied der Landesleitung, berichtete über den Mitgliederzuwachs der Partei. Laut seinen Angaben konnte die Süd-Tiroler Freiheit in den vergangenen zwölf Monaten über 700 neue Mitglieder gewinnen und zählt nun 7.200 Mitglieder. Diesen Erfolg führt Zelger auf die konsequente Arbeit im Landtag, die Präsenz in sozialen Medien und den direkten Kontakt zur Bevölkerung zurück.
Forderungen und Kritik der Partei
Die Landtagsabgeordneten Gudrun Kofler, Myriam Atz, Hannes Rabensteiner und Bernhard Zimmerhofer gaben Einblicke in ihre Landtagsarbeit. Sie thematisierten die Wiedervereinigung Tirols sowie die Bereiche Energie, Mobilität, Muttersprache und Sicherheit. Die Abgeordneten stellten in dieser Legislaturperiode über 1.000 Anfragen und brachten konkrete Vorschläge ein, darunter die Rücknahme der Kürzung des Pendlergeldes, die Stärkung der Zweisprachigkeit im öffentlichen Dienst und die Wiedereinführung des Josefitags als Feiertag.
Zudem stellte die Süd-Tiroler Freiheit den neu gegründeten „Klub 65+“ vor. Dr. Herbert Campidell, Sprecher des Klubs, verwies auf die wachsenden Probleme älterer Menschen wie steigende Lebenshaltungskosten, niedrige Renten, Einsamkeit sowie Hürden im Umgang mit digitalen Angeboten und der Bürokratie. Der Klub möchte diesen Herausforderungen entgegenwirken.
Als Gastredner kritisierte der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Christofer Ranzmaier die österreichische Bundesregierung. Er warf ihr vor, ihrer Schutzmachtfunktion für Südtirol nicht gerecht zu werden und stattdessen die Autonomiereform sowie die Zerschneidung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland tatenlos hinzunehmen. Ranzmaier forderte, dass Südtirol-Themen wie die doppelte Staatsbürgerschaft und die Schutzmachtfunktion wieder Priorität erhalten.
Die einstimmig verabschiedete Resolution der Landesversammlung fordert die Rückgängigmachung der Zerschneidung des Senatswahlkreises sowie den uneingeschränkten Schutz des ethnischen Proporzes und des Rechts auf Gebrauch der deutschen Muttersprache. Landtagsabgeordneter Sven Knoll kritisierte, dass die Autonomiereform von Landeshauptmann Kompatscher zentrale Schutzbestimmungen der Autonomie schwäche. Die Süd-Tiroler Freiheit bekräftigte ihren Einsatz für die Einheit Tirols und das Recht auf Selbstbestimmung und sprach sich gegen eine „schleichende Italianisierung und Überfremdung“ Südtirols aus.




















