Der Tag begann früh: In Bologna fiel der Startschuss, und die Teams machten sich bei besten Bedingungen auf den Weg in Richtung Apenninen. Die Route führte durch die Haarnadelkurven der legendären Futa- und Raticosa-Pässe, die schon in der goldenen Ära des Motorsports gefürchtet und gefeiert wurden. Begleitet von strahlendem Sonnenschein und glasklarer Sicht durften die Teilnehmer hier ihre Fahrkunst bei der ersten Durchschnittsprüfung der Etappe unter Beweis stellen.
„Das Dröhnen der Motoren beim Start und der Geruch von Kerosin sind für mich gleichbedeutend mit der 1000 Miglia“, scherzte Joe Bastianich, Gastronom und selbst Teilnehmer, beim Etappenstart in Bologna.
Von Prato nach Siena: Toskana pur und ein historisches Ziel
Gegen 9:15 Uhr erreichte der Autokonvoi die Stadt Prato. Nach der Zeitkontrolle am Fluss Bisenzio fuhren die Teilnehmer durch die malerische Altstadt. Historische Kulissen wie die Piazza Duomo und das Castello dell’Imperatore boten den idealen Rahmen für eine Stempelkontrolle vor begeistertem Publikum.
Von dort aus ging es weiter über Linari und das Val d’Elsa, bis die Fahrzeuge am frühen Nachmittag in Siena eintrafen – genauer gesagt auf dem weltberühmten Piazza del Campo, wo sonst der „Palio delle Contrade” ausgetragen wird. Die Oldtimer reihten sich in Formation auf einem eigens ausgelegten Boden in den Farben der italienischen Trikolore auf – ein ikonischer Moment für Zuschauer und Teilnehmer gleichermaßen.
Kampf um die Spitze: Wer führt nach Etappe 2?
In der aktualisierten Rangliste nach der 32. Zeitprüfung hat sich ein Führungswechsel vollzogen.
Erejomovich und Llanos im Alfa Romeo 6C 1500 S von 1929 haben sich an die Spitze gesetzt und damit das bisher führende Duo Andrea Vesco und Fabio Salvinelli überholt.
Den dritten Platz belegen aktuell Belometti und Ricca im Lancia Lambda Spider Tipo 221 von 1929.
Im Ferrari Tribute liegen weiterhin Hotz und Mozzi mit ihrem F8 Spider vorne, während Magni und Giavardi mit dem vollelektrischen Polestar 4 bei der 1000 Miglia Green an der Spitze bleiben.
In die Ewige Stadt: Rom empfängt die „Freccia Rossa“.
Nach der Mittagspause in Siena führte die Route durch die idyllischen Hügel der Val d’Orcia über Campiglia und Radicofani. Dort mussten nochmals mehrere Prüfungen absolviert werden – die letzte Herausforderung, bevor es endgültig „arrivederci Toscana“ hieß.
Nach fast 500 Kilometern Tagesdistanz unter brennender Sonne erreichte der Tross schließlich die italienische Hauptstadt. Kaum war die Zeitkontrolle in der Villa Borghese abgeschlossen, öffnete der Himmel seine Schleusen. Für viele war es eine willkommene Abkühlung nach einem heißen Renntag.
Den feierlichen Empfang an der Via Vittorio Veneto übernahmen Minister Tommaso Foti und Andrea Abodi persönlich, flankiert von hochrangigen Vertretern aus Saudi-Arabien, Großbritannien, Kanada und Griechenland – ein deutliches Zeichen für den internationalen Stellenwert der Veranstaltung.
Fazit: Die Mille Miglia bleibt, was sie immer war – ein rollendes Museum, ein sportliches Abenteuer und eine emotionale Zeitreise zugleich.
Was dieser Tag gezeigt hat: Die Magie der 1000 Miglia lebt. In den Gesichtern der Zuschauer, im Glanz der Oldtimer und in der Begeisterung der Fahrer. Morgen wartet die nächste Etappe mit neuen Prüfungen, neuen Eindrücken und der einen oder anderen Überraschung.
Bleiben Sie dran – wir begleiten das schönste Rennen der Welt weiter!
Karte: Siena
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