Rom – Das Kino in Italien hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Eintritte verzeichnet. Mit 40,6 Millionen verkauften Tickets lag die Zahl 19 Prozent über dem entsprechenden Zeitraum 2025. Das geht aus den beim internationalen Audiovisuellen Markt MIA in Rom vorgestellten Daten von Ergo Research und Cinetel hervor. Die Untersuchung „Sala e salotto“ wurde von Ergo Research für den Branchenverband ANICA erstellt.
Bei der Zahl der Menschen, die überhaupt ins Kino gehen, zeigt sich ebenfalls eine Erholung. Im Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 30. Juni 2026 besuchten 29,6 Millionen Menschen ab drei Jahren mindestens eine Vorstellung. Das entsprach 51 Prozent der untersuchten Bevölkerung und einem Zuwachs von 3,5 Millionen Personen gegenüber der vorherigen Erhebung. Diese Besucherzahl bezieht sich auf 18 Monate und ist von den Eintritten des ersten Halbjahres zu unterscheiden.
Die Reichweite erreichte damit wieder ungefähr das Niveau vor der Pandemie. Die Häufigkeit der Besuche hielt jedoch nicht Schritt: Im betrachteten Zeitraum wurden 109 Millionen Tickets verkauft. Das waren zwar fünf Prozent mehr als im vorherigen Vergleichszeitraum, aber noch 19 Prozent weniger als die 134 Millionen Eintritte im Vergleich vor Corona.
Kino in Italien erreicht vor allem jüngere Menschen
Besonders wichtig sind die jüngeren Altersgruppen. 2025 entfielen 56 Prozent der Eintritte auf Menschen unter 35 Jahren. Die 15- bis 24-Jährigen allein standen für 22 Prozent. Laut ANICA war dies zugleich die einzige Altersgruppe, die 2025 mehr Kinotickets kaufte als 2019. Menschen über 50 stellen dagegen rund die Hälfte der Bevölkerung, trugen aber nur ein Viertel der verkauften Tickets bei.
Die Studie betrachtete auch den Filmkonsum außerhalb der Säle. Über Fernsehen, Streamingdienste und Kino hinweg sahen die Befragten im Mittel 91 Filme pro Jahr. Rund 30 Prozent der Nutzer kostenpflichtiger Angebote erklärten, überhaupt nicht ins Kino zu gehen. Zugleich kauften regelmäßige Kinogänger, die mehr als fünf Vorstellungen jährlich besuchen, 60 Prozent der Tickets im untersuchten Zeitraum. Der Markt stützt sich damit stark auf ein bereits eng verbundenes Publikum.




















