Terni – Sechs Tote und 34 Verletzte: Der Unfall auf der Terni–Rieti am Sonntagnachmittag ist die schwerste Verkehrstragödie dieses Sommers in Mittelitalien. Gegen 16 Uhr stießen auf der Schnellstraße SS79 auf Höhe von Colli sul Velino ein Wohnmobil und ein Reisebus frontal zusammen. Drei nachfolgende Wagen konnten nicht mehr ausweichen und wurden in die Kollision hineingezogen. Unter den Toten sind der Busfahrer, zwei Fahrgäste und die Insassen des Wohnmobils.
Der Unfallort liegt in der Provinz Rieti, unmittelbar an der Grenze zu Umbrien, kurz hinter dem Tunnelausgang von Greccio. Der Bus war als Zubringer für Ausflügler zu den Marmore-Wasserfällen unterwegs. Die Strecke wurde in beide Richtungen gesperrt, mehrere Rettungshubschrauber flogen Schwerverletzte aus. Sechs Menschen wurden als Notfälle der höchsten Dringlichkeitsstufe eingestuft, zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Versorgt wurden die Verletzten in den Krankenhäusern von Terni, Perugia, Spoleto, Foligno und Rieti.
Die umbrische Regionalpräsidentin Stefania Proietti sprach von einer Katastrophenlage, die schon beim ersten Notruf als solche eingestuft und mit dem entsprechenden Protokoll bearbeitet worden sei. In der Präfektur von Terni trat ein Krisenstab zusammen. Proietti dankte auch dem Rettungsdienst der Nachbarregion Latium, der über die Regionsgrenze hinweg mitversorgte.
Nach dem Unfall auf der Terni–Rieti wächst der Druck auf die Straßenbetreiber
Die Debatte über den Zustand der Verbindung setzte noch am Abend ein. Proietti forderte eine gründliche Untersuchung der Straßenverhältnisse und verlangte von der staatlichen Straßengesellschaft Anas wie von den übrigen Betreibern Maßnahmen zur Risikominderung. Die Strecke zwischen Terni und Rieti gilt seit Jahren als kritisch: Sie führt kurvig durch enge Talabschnitte, wechselt mehrfach zwischen Tunnel und offener Trasse und trägt im Sommer erheblichen Ausflugsverkehr.
Die Ermittler rekonstruieren nun, warum das Wohnmobil auf die Gegenfahrbahn geriet. Geprüft werden ein technischer Defekt, ein plötzliches Ausweichmanöver und ein Fahrfehler. Die Zahl der Opfer war im Laufe des Abends mehrfach nach oben korrigiert worden, weil einzelne Schwerverletzte ihren Verletzungen erlagen. Auch die Identifizierung der Toten zog sich hin: Das Wohnmobil wurde beim Aufprall vollständig zerstört.




















