Cattolica – Die Carabinieri haben einen 45-jährigen Albaner festgenommen, der dringend verdächtigt wird, seine 44-jährige Ehefrau durch einen mutmaßlichen Mordversuch getötet zu haben. Der Mann soll das gemeinsame Auto absichtlich in das Hafenbecken von Cattolica gelenkt haben. Seine Frau konnte sich in letzter Sekunde retten, während er nach dem Vorfall die Flucht ergriff.
Nach Angaben der Carabinieri der Kompanie Riccione ereignete sich der Vorfall am Nachmittag des 20. August 2026. Der Mann hatte seine Frau unter dem Vorwand, einkaufen zu gehen, zu einer Autofahrt überredet. Im Hafenbereich beschleunigte er das Fahrzeug plötzlich und steuerte es gezielt auf das Wasser zu. Nach einem Aufprall gegen einen Poller stürzte der Wagen in das etwa drei Meter tiefe Hafenbecken.
Der 45-Jährige konnte das Auto als Erster verlassen. Seine Frau, die nicht schwimmen konnte, blieb zunächst im sich schnell füllenden Fahrzeug eingeschlossen. Es gelang ihr, sich durch die Heckscheibe zu befreien. Aufmerksame Passanten bemerkten die Notlage und sprangen ins Wasser, um dem Paar zu helfen. Sie brachten die Frau, die sichtlich unter Schock stand, in Sicherheit. Sie wurde anschließend zur Untersuchung in das Krankenhaus von Pesaro gebracht. Der Mann nutzte die Gelegenheit, um vom Kai aus zu fliehen und unterzutauchen.
Warum der mutmaßliche Mordversuch?
Die Carabinieri leiteten sofort eine intensive Fahndung ein und konnten den Flüchtigen am späten Abend in einem Waldgebiet unweit seiner Wohnung in San Giovanni in Marignano aufspüren und festnehmen. Die Ermittlungen ergaben, dass der mutmaßliche Täter offenbar einen tiefen Groll gegen seine Frau hegte. Zwei Tage zuvor, am 18. August, waren die Carabinieri wegen eines Familienstreits in der Wohnung des Paares im Einsatz gewesen. Dabei hatte der Mann Widerstand geleistet, zwei Carabinieri leicht verletzt und ein Dienstfahrzeug beschädigt. Er wurde damals wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen und musste sich anschließend regelmäßig bei der Polizei melden.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der 45-Jährige seine Frau für seine damalige Festnahme verantwortlich machte. Kurz vor dem Vorfall im Hafen soll er auch seiner volljährigen Tochter angeboten haben, mitzufahren, was diese jedoch ablehnte. Die gesammelten Beweise, darunter die Aussagen der Frau und die Dynamik des Geschehens, führten zur Annahme eines versuchten Tötungsdelikts. Der Mann wurde wegen versuchten Mordes festgenommen und der Justizbehörde in Rimini überstellt. Die Carabinieri setzen ihre Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Hafenbehörde fort, um den genauen Hergang vollständig zu rekonstruieren. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
















