ROM – Die italienische Hauptstadt steht nach einem tragischen Unglück im historischen Zentrum unter Schock. Am Montagvormittag (3. November) stürzte ein Teil der mittelalterlichen Torre dei Conti, unweit des Kolosseums an den Fori Imperiali, plötzlich ein. Auf der Baustelle, die mit Mitteln aus dem nationalen Wiederaufbauplan (PNRR) saniert wurde, waren Renovierungsarbeiten im Gange. Fünf Arbeiter waren von dem Kollaps betroffen. Für einen 66-jährigen Mann endete der Arbeitstag tödlich.
Elf Stunden Todeskampf und die Suche nach der Verantwortung
Der Lärm des Einsturzes, der kurz nach 11 Uhr das Zentrum erschütterte, löste einen Großeinsatz aus. Während drei Arbeiter schnell aus Gerüstteilen befreit werden konnten und ein 64-Jähriger mit Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus kam (mittlerweile entlassen), blieb der 66-jährige Octay Stroici, ein Arbeiter rumänischer Herkunft, unter Tonnen von Schutt begraben.
Elf Stunden lang kämpften die Einsatzkräfte der Feuerwehr (Vigili del Fuoco) verzweifelt um sein Leben. Helfer hielten Kontakt zu dem Verschütteten und versorgten ihn mit Sauerstoff. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich extrem gefährlich; ein zweiter Einsturz traf sogar eine Gruppe von Feuerwehrleuten, die glücklicherweise unverletzt blieben.
Erst spät am Abend gelang die Bergung von Stroici. Er wurde sofort reanimiert, kam jedoch laut dem Policlinico Umberto I bereits mit Herzstillstand in die Notaufnahme. Um 00:20 Uhr konnte nur noch sein Tod festgestellt werden. Die Staatsanwaltschaft Rom hat die Baustelle nun beschlagnahmt und ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung sowie fahrlässig herbeigeführter Katastrophe eröffnet. Premierministerin Giorgia Meloni drückte ihr tiefes Beileid aus.



















