Mondragone – Am heutigen Vormittag haben Beamte des lokalen Territorialkommandos der Carabinieri in Mondragone eine umfassende Maßnahme der Justiz vollzogen. Insgesamt wurden 21 Personen festgenommen, wobei für 13 von ihnen die Untersuchungshaft im Gefängnis angeordnet wurde. Fünf weitere Personen befinden sich im Hausarrest, während gegen drei Verdächtige eine Meldepflicht verhängt wurde. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Neapel wiegen schwer: Den Beschuldigten werden unter anderem mafiöse Vereinigung, Erpressung, Brandstiftung, illegaler Waffenbesitz sowie Drogenhandel und Körperverletzung zur Last gelegt.
Die Ermittlungen, die bereits im September 2023 begannen, deckten ein kriminelles Netzwerk auf, das als Gagliardi-Clan bekannt ist. Diese Organisation formierte sich nach der Auflösung des geschichtsträchtigen La-Torre-Clans neu und agiert im Einflussbereich der berüchtigten Casalesi-Gruppierung. Trotz der Inhaftierung eines führenden Kopfes der Organisation gelang es diesem offenbar, aus der Zelle heraus Anweisungen an seine Unterstützer in Freiheit zu übermitteln und so die kriminellen Geschäfte weiterzuführen.
Gewalt und Erpressung zur Kontrolle der Wirtschaft
Das Ziel der kriminellen Vereinigung war die systematische Kontrolle über die wirtschaftlichen Aktivitäten in Mondragone und den umliegenden Gemeinden. Um dieses Ziel zu erreichen, schreckte die Gruppe vor massiver Gewalt nicht zurück. Zahlreiche Geschäftsleute und Unternehmer wurden Opfer von Erpressungen. Wer sich den Forderungen widersetzte, musste mit physischen Übergriffen oder Brandanschlägen auf private Fahrzeuge rechnen. Die so generierten Einnahmen dienten nicht nur der persönlichen Bereicherung, sondern wurden auch dazu verwendet, inhaftierte Clan-Mitglieder finanziell zu unterstützen.
Besonders besorgniserregend war die Gewaltbereitschaft neuer Rekruten. Die Ermittler deckten Pläne für einen schweren Einschüchterungsversuch gegen die Staatsgewalt auf. Potenzielle Mitglieder sollten durch Schüsse auf die Kaserne der Carabinieri ihre Loyalität beweisen, um offiziell in den Clan aufgenommen zu werden. Durch präventive Sicherheitsmaßnahmen und eine engmaschige Überwachung konnte diese Tat jedoch verhindert werden.
Modernes Vertriebssystem für illegale Substanzen
Neben der Erpressung stellte der Handel mit Rauschgift die Haupteinnahmequelle des Clans dar. Dabei setzten die Kriminellen auf eine gut organisierte Struktur für den Vertrieb von Kokain, Crack und Haschisch. Die Zustellung erfolgte über ein effizientes Netzwerk von Motorrollern, das wie ein moderner Lieferdienst funktionierte, um Kunden schnell und flexibel zu erreichen. Tausende Verkäufe konnten dokumentiert werden.
Im Rahmen der Durchsuchungen stellten die Beamten insgesamt rund 1.100 Gramm Kokain sowie 500 Gramm Haschisch sicher. Zudem wurden zwei Pistolen des Herstellers Beretta samt dazugehöriger Magazine und Munition beschlagnahmt. Alle Festgenommenen gelten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig, wobei gegen die aktuellen Maßnahmen noch Rechtsmittel eingelegt werden können.




















