Ein Geruch an Bord zwingt den Atlantikflug zur Umkehr
Sechs Flugbegleitern wird schlecht – die Maschine aus Rom landet in Dublin, die Passagiere bleiben unverletzt
Rom – Ein Langstreckenflug von Rom nach Philadelphia hat am Wochenende außerplanmäßig in Dublin landen müssen. Rund drei Stunden nach dem Start vom Flughafen Fiumicino klagte ein Großteil der Kabinenbesatzung über Schwindel und Übelkeit. Zuvor war an Bord ein unangenehmer Geruch bemerkt worden.
Betroffen waren sechs von neun Flugbegleitern. Die Besatzung entschied sich, den Flug über dem Atlantik abzubrechen und den nächstgelegenen geeigneten Flughafen anzusteuern. Nach der Landung in der irischen Hauptstadt untersuchten Rettungskräfte die Betroffenen sowie mindestens einen Passagier; alle konnten noch vor Ort entlassen werden, ins Krankenhaus musste niemand. An Bord der Boeing 787 befanden sich rund 280 Passagiere.
Weiterfliegen konnte die Maschine an diesem Tag nicht mehr, weil keine Ersatzbesatzung verfügbar war. Die Fluggesellschaft brachte die Reisenden in Dublin unter und buchte sie auf Verbindungen des Folgetags um. Nach den europäischen Fluggastrechten kann bei einer Ankunftsverspätung von mindestens vier Stunden ein Ausgleich von bis zu 600 Euro je Person fällig werden – bei einem vollbesetzten Flugzeug summiert sich das schnell auf einen sechsstelligen Betrag.
Die Ursache des Geruchs ist bislang nicht geklärt. Die Airline sprach lediglich von einem gemeldeten Geruch in der Kabine. In der Fachwelt werden mehrere Möglichkeiten diskutiert: ein Defekt in der Klimaanlage, ausgelaufenes Reinigungsmittel in einer Bordküche oder ein elektrischer Fehler. Ein klassisches Zapfluftproblem, bei dem Öldämpfe aus den Triebwerken in die Kabinenluft gelangen, gilt bei diesem Flugzeugtyp als weniger wahrscheinlich, weil die 787 die Kabinenluft nicht über die Triebwerke, sondern über elektrische Kompressoren aufbereitet.
Solche Zwischenfälle sind kein Einzelfall. In den Vereinigten Staaten wurden seit 2010 mehrere tausend Meldungen über Dämpfe oder auffällige Gerüche in Passagierkabinen registriert, und die Zahl der gemeldeten Fälle steigt. Bereits 2019 hatte eine Maschine derselben Gesellschaft auf dem Weg von London nach Philadelphia in Dublin zwischenlanden müssen, damals wegen ausgelaufenen Reinigungsmittels; zwei Flugbegleiter verloren dabei das Bewusstsein.
Für Reisende zwischen Italien und den Vereinigten Staaten ist der Vorfall vor allem eine Erinnerung daran, dass die Sommermonate mit ihrer hohen Auslastung wenig Puffer lassen: Fällt eine Besatzung aus, verschiebt sich die Reise regelmäßig um einen ganzen Tag.




















