DESENZANO DEL GARDA – Ein rätselhafter und brutaler Mord beschäftigt die Carabinieri von Brescia. Am späten Donnerstagabend wurde eine 44-jährige Frau, Dolores Dori, vor der Notaufnahme des Krankenhauses von Desenzano del Garda aus einem Auto gestoßen und schwerverletzt zurückgelassen. Trotz sofortiger medizinischer Hilfe erlag sie ihren Verletzungen. Die Frau wies drei Schusswunden im Bauch auf. Die Ermittler haben ein Verfahren wegen Mordes eingeleitet und weiten ihre Suche auch auf Gebiete außerhalb der Provinz aus.
Opfer polizeibekannt – Bruder ein Kronzeuge
Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf die Auswertung von Überwachungskameras im Stadtgebiet und rund um das Krankenhaus, um Hinweise auf das Fahrzeug und die Täter zu erhalten. Das Opfer, wohnhaft in Vicenza, war den Behörden kein unbeschriebenes Blatt. Dolores Dori hatte Vorstrafen wegen Betrugs, insbesondere an älteren Menschen. In einem bekannten Fall aus dem Jahr 2012 hatte sie sich als Tochter eines verstorbenen Freundes ausgegeben, um einem Senior wiederholt Geld zu entlocken. Später bestahl sie denselben Mann und bedrängte ihn mit unmoralischen Angeboten.
Eine besonders brisante Wendung erhält der Fall durch Informationen aus dem familiären Umfeld der Getöteten. Berichten zufolge ist der Bruder von Dolores Dori ein Kollaborateur der Justiz, also ein sogenannter Kronzeuge, der erst kürzlich in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde. Dieser Umstand lässt die Ermittler auch eine mögliche Rachetat aus dem Milieu der organisierten Kriminalität als Motiv in Betracht ziehen und verleiht dem Fall eine neue, besorgniserregende Dimension.




















