Ein 48-jähriger Italiener wurde am 3. Juli 2025 in Rumänien von einer Bärin attackiert und tödlich verletzt. Der Vorfall ereignete sich während einer Motorradtour auf der beliebten Transfăgărășan-Route nahe Arefu. Das Tier wurde im Anschluss von den Behörden erschossen.
Der Mann, mutmaßlich ein italienischer Staatsbürger namens Omar Farang Zin aus Samarate bei Varese, hielt an, als er eine Bärin mit ihren Jungen bemerkte. Er näherte sich, um Fotos und Selfies zu machen, wie auf seinem Handy sichergestellte Aufnahmen belegen. Kurz darauf wurde er von der Bärin angegriffen und in eine Schlucht gezogen. Seine Leiche wurde mit schweren Bissverletzungen im Wald gefunden.
Der rumänische Katastrophenschutz und die örtlichen Forstbehörden begründeten das sofortige Erschießen der Bärin damit, dass dies notfalls notwendig gewesen sei, um weitere Gefahren abzuwenden. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen fahrlässiger Tötung.
Hohe Bärenpopulation in Rumänien belastet das Sicherheitsgefühl
Rumänien beheimatet mit geschätzten 10.000 bis 13.000 Braunbären die größte Population der EU. Dies entspricht dem Dreifachen bis Vierfachen des ökologisch als optimal angesehenen Bestands von rund 4.000 Tieren. Bereits in den letzten 20 Jahren starben etwa 30 Menschen infolge von Bärenangriffen.
Die deutliche Zunahme der Population ist eine Folge rückläufiger Lebensräume durch Abbau, Erschließung und Klimawandel. Damit einhergehend suchen Bären zunehmend auch Orte auf, an denen sie menschliches Aas oder Müll vorfinden. Experten kritisieren, dass bisherige Schutzmaßnahmen wie E-Zäune oder eine sichere Abfallentsorgung nur unzureichend umgesetzt werden.
Warnungen vor Annäherung an Bärin mit Jungen
Biologen und Jagdverbände warnen seit Langem davor, sich Bärinnen mit Jungen zu nähern. Solche Tiere gelten als besonders aggressiv, wenn sie ihre Nachkommen verteidigen. Ein Vertreter des rumänischen Jagdverbands betonte, dass entsprechende Warnhinweise von Touristen häufig ignoriert würden – die Tragödie hätte sich seiner Einschätzung nach vermeiden lassen.
Auch aus den Reihen der Reisenden gab es Rückmeldungen über mangelndes Situationsbewusstsein. In Onlineforen wurde berichtet, der Motorradtourist habe sich gezielt ein Selfie mit den Jungtieren machen wollen – ein Verhalten, das vielfach als riskant kritisiert wird.
Abschließend wird festgehalten, dass Mitte 2025 weitere Untersuchungen zur Verbreitung der Braunbären in Rumänien erwartet werden. Bis zum Jahresende soll eine abschließende Studie des Forstforschungsinstituts „Marin Dracea“ vorliegen. Es werden dringend neue Schutz- und Präventionsstrategien empfohlen, um das Leben von Menschen und Tieren künftig zu schützen.




















