Petacciato – Nach schweren Unwettern an der molisanischen Küste hat sich in der Gemeinde Petacciato (Provinz Campobasso) ein historischer Erdrutsch wieder in Bewegung gesetzt. Die Folgen für die italienische Verkehrsinfrastruktur sind drastisch: Die Adria-Achse ist faktisch lahmgelegt, das Land droht in zwei Hälften geteilt zu werden.
Verkehrskollaps und Evakuierungen
Aus Sicherheitsgründen wurde die Autobahn A14 zwischen Vasto Süd und Termoli in beiden Richtungen gesperrt, nachdem Risse auf der Fahrbahn festgestellt worden waren. Ebenso ist die Bahnstrecke Bari-Pescara zwischen Termoli und Montenero di Bisaccia unterbrochen. Auch die Staatsstraße 16 Adriatica ist gesperrt, was durch den vorherigen Einsturz der Trigno-Brücke auf der SS87 noch verschärft wurde. Anas und Autostrade arbeiten derzeit an der Ausweisung von Ausweichrouten. Rund 50 Personen mussten im Gemeindegebiet von Petacciato evakuiert werden. Wegen des erwarteten Verkehrschaos bleiben zudem am heutigen Mittwoch alle Schulen in der gesamten Provinz Campobasso geschlossen.
Wochenlange Sperrungen erwartet
Der Präsident der Region Molise, Francesco Roberti, betonte nach einem Lokalaugenschein die enorme Dimension der Katastrophe. Der Erdrutsch umfasse eine Fläche von rund vier Quadratkilometern. Das geologische Phänomen ist bereits seit dem Jahr 1906 bekannt, eine endgültige Stabilisierung des Hanges gilt laut regionalen Behörden als unmöglich.
Fabio Ciciliano, Chef des Zivilschutzes, zeigte sich nach einer Krisensitzung in Rom äußerst besorgt. Der Erdrutsch sei weiterhin in Bewegung. Eine rasche Wiedereröffnung der Verkehrswege schloss er aus: „Wer eine Wiederherstellung in fünf bis sieben Tagen erwartet, ist auf dem Holzweg. Die Arbeiten werden Wochen, wenn nicht Monate dauern.“ Geplante Wasserbauwerke zur Stabilisierung des Areals konnten vor dem erneuten Abrutschen nicht mehr rechtzeitig umgesetzt werden. Am heutigen Mittwoch soll ein Expertenteam der Universität Florenz das Gebiet untersuchen.




















