Trauer um „Comandante Alfa“, Mitbegründer der Carabinieri-Eliteeinheit GIS
Der Offizier mit dem verborgenen Gesicht wird 75 Jahre alt – seinen Nachnamen kannte kaum jemand
Rom – Italien nimmt Abschied von einer Symbolfigur seiner Antiterror-Elite. Im Alter von 75 Jahren ist der Carabiniere gestorben, der jahrzehntelang unter dem Decknamen „Comandante Alfa“ bekannt war. Sein Vorname Antonio war öffentlich, seinen Nachnamen aber gab er zeitlebens nicht preis – ein Markenzeichen des Mannes, der stets mit verhülltem Gesicht auftrat.
Geboren im sizilianischen Castelvetrano, gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Gruppo di Intervento Speciale, kurz GIS. Die Spezialeinheit der Carabinieri war 1978 ins Leben gerufen worden, in einer Zeit, in der Italien von Terror und den Bleiernen Jahren erschüttert wurde. An einem der ersten öffentlich bekannten Einsätze der Truppe, der Niederschlagung einer Gefängnisrevolte, war er beteiligt.
In seiner langen Laufbahn zählte er zu den meistdekorierten Angehörigen der Waffe. Er wirkte an der Befreiung von Entführungsopfern mit und nahm an internationalen Einsätzen teil. Die GIS entwickelte sich in diesen Jahren zu einer der angesehensten Spezialeinheiten Europas, spezialisiert auf Geiselbefreiung, Personenschutz und den Kampf gegen organisierte Kriminalität.
Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb der „Comandante Alfa“ eine öffentliche Figur – allerdings eine besondere. Bei Lesungen aus seinen Büchern erschien er weiterhin mit Sturmhaube, um seine Identität zu schützen. So wurde das verhüllte Gesicht zum Erkennungszeichen eines Mannes, der über weite Strecken seines Dienstes im Verborgenen gewirkt hatte.
Aus den Reihen der Carabinieri und der Politik kamen zahlreiche Beileidsbekundungen. Gewürdigt wurde ein Beamter, der einen guten Teil seines Lebens dem Schutz des Staates gewidmet habe, ohne je das Rampenlicht zu suchen. Mit ihm, so der Tenor, gehe ein Stück Geschichte der italienischen Sicherheitskräfte zu Ende.




















