Rom – Die italienische Fluggesellschaft ITA Airways wird nach den Worten von Konzernchef Carsten Spohr Anfang 2027 vollständig in die Lufthansa Group eingegliedert. Für Reisende zwischen dem deutschsprachigen Raum und Italien ist das ein wichtiges Signal: Buchung, Vielfliegerprogramm und Streckennetz rücken damit endgültig zusammen. ITA reiht sich dann neben Swiss, Austrian und Brussels Airlines in den Konzernverbund ein.
Lufthansa hatte im Sommer die Mehrheit an der früheren Alitalia-Nachfolgerin übernommen und ihren Anteil von 41 auf 90 Prozent aufgestockt. Für die zusätzlichen Anteile zahlte der Konzern einen dreistelligen Millionenbetrag; die verbleibenden zehn Prozent hält vorerst das italienische Finanzministerium. Spohr hatte die Übernahme als die schnellste Airline-Integration in der Konzerngeschichte bezeichnet.
Gewinnwarnung trübt die Bilanz
Überschattet wird die italienische Erfolgsmeldung von einem gedämpften Ausblick. Im zweiten Quartal brach das operative Ergebnis auf 383 Millionen Euro ein – weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro und damit spürbar vorsichtiger als zuvor.
Als Belastung nannte das Management vor allem die hohen Treibstoffkosten, die auch durch geopolitische Krisen in die Höhe getrieben werden, sowie Streiks im Frühjahr, die Flüge kosteten und die Kapazität drückten. Gegensteuern will Lufthansa mit der vorzeitigen Ausmusterung besonders durstiger Langstreckenjets und dem zeitweisen Stilllegen älterer Maschinen.
Für Passagiere dürfte die Integration von ITA im Alltag zunächst kaum spürbar sein – zentrale Systeme sind längst verzahnt. Mittelfristig verspricht sich der Konzern engere Verbindungen zwischen den großen Drehkreuzen und dem italienischen Markt, der mit Rom und Mailand zu den wichtigsten Reisezielen Europas zählt. Ob sich die milliardenschwere Wette auf ITA auszahlt, wird sich allerdings erst zeigen, wenn die Gewinne wieder steigen.




















