Ein geteiltes Land: Gewitterfront im Norden, 40 Grad im Süden
Für acht Regionen gilt die orangefarbene Warnstufe – von Mittwoch an übernimmt wieder das Afrikahoch
Rom – Der letzte Julisonntag zeigt Italien im Wortsinn gespalten. Über dem Norden und der Mitte des Landes zieht eine kräftige Störung durch, während Sizilien und der äußerste Süden weiter bei 38 bis 40 Grad ausharren. Die Zivilschutzbehörden haben die zweithöchste Warnstufe Orange für das östliche Ligurien, die Toskana, den nördlichen Latium, Umbrien, die Marken, die Emilia-Romagna, die venetische Tiefebene und Friaul ausgerufen. Für weite Teile des übrigen Nordens sowie für Rom, die Abruzzen, das Molise, Kampanien, Apulien und den Norden der Basilikata gilt die gelbe Stufe.
Besonders im Blick haben die Meteorologen den tyrrhenischen Küstenstreifen zwischen La Spezia und der nördlichen Toskana. Dort wird ein Gewittersystem erwartet, das sich in V-Form aufbaut – eine Struktur, die für Starkregen, mittelgroßen Hagel und in seltenen Fällen auch für Tornados steht. Im Nordosten drohen Wasserhosen und schwere Fallböen aus absteigenden Gewitterzellen. Die Emilia-Romagna hob ihre Warnung im Tagesverlauf von Gelb auf Orange an und rechnete mit Böen zwischen 70 und 110 Kilometern pro Stunde, in Extremfällen auch darüber.
Erste Schäden am Wochenende
Bereits am Samstag richteten die Gewitter Schaden an. Bei Marzabotto in der Provinz Bologna mussten zwei Wanderer im Alter von 25 und 35 Jahren aus dem Fluss Reno gerettet werden, nachdem der Pegel nach einem Gewitter binnen Minuten angestiegen war. Im Raum Forlì liefen Unterführungen voll, Bäume stürzten um, mehrere Straßen waren zeitweise blockiert. Wer in den kommenden Tagen in den betroffenen Regionen unterwegs ist, sollte Flussbetten, Unterführungen und exponierte Bergwege meiden.
Ab dem 29. Juli wird es wieder heiß
Von Mitte der Woche an dreht die Lage erneut. Das afrikanische Hochdruckgebiet baut sich ab dem 29. Juli über der Halbinsel auf und dürfte rund zehn Tage bleiben – es wäre die vierte Hitzephase dieses Sommers. In Ebenen und Tälern werden verbreitet 35 bis 38 Grad erwartet, im Süden auch mehr. Erschwerend kommt die Wassertemperatur des Mittelmeers hinzu, die mit 27 bis 28 Grad ungewöhnlich hoch liegt: Sie verhindert die nächtliche Abkühlung, sodass an den Küsten wieder tropische Nächte bevorstehen, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt.
Der Wechsel zwischen kurzen, heftigen Unwetterlagen und langen Hitzeperioden prägt Italiens Sommer inzwischen regelmäßig – ein Muster, das Klimaforscher seit Jahren beschreiben.



















