Roberto Mancini übernimmt die Nationalmannschaft zum zweiten Mal
Claudio Ranieri rückt als technischer Direktor nach – in der Serie A wächst der Unmut über das Verfahren
Rom – Die Führungskrise im italienischen Fußballverband ist beendet. Roberto Mancini wird erneut Trainer der Squadra Azzurra. Verbandspräsident Giovanni Malagò gab die Personalie nach einer Sitzung des Bundesrats bekannt. An Mancinis Seite rückt Claudio Ranieri, der als technischer Direktor und Präsident des Club Italia eine neu zugeschnittene Doppelrolle übernimmt; dafür musste das Regelwerk des Verbands eigens angepasst werden.
Vorausgegangen war eine turbulente Woche. Malagò hatte die bereits vorbereitete Verpflichtung von Andrea Pirlo gestoppt, weil dieser seit Juni 2025 vertraglich an einen russischen Wettanbieter gebunden ist. Pirlo erklärte, er habe erst am Vorabend erfahren, dass er nicht mehr Kandidat sei. Paolo Maldini und Leonardo, die seine Berufung eingefädelt hatten, traten daraufhin von ihren Ämtern zurück.
Mancini kehrt damit knapp drei Jahre nach seinem abrupten Abschied zurück. Zwischen 2018 und 2023 hatte er die Nationalmannschaft zum Europameistertitel 2021 geführt und eine Serie von 37 Spielen ohne Niederlage aufgestellt. Ein Jahr nach dem Triumph in Wembley folgte die Ernüchterung: Nach der Niederlage gegen Nordmazedonien in Palermo verpasste Italien die Weltmeisterschaft 2022. Im August 2023 trat Mancini zurück und unterschrieb wenige Tage später als Trainer Saudi-Arabiens, wo sein Engagement im Oktober 2024 endete.
Malagò erklärte, Mancini habe sich für seinen damaligen Abgang und für den Umgang mit Pirlo entschuldigt; die Entschuldigung sei ihm wichtig gewesen. Zugleich verwies er auf den Zeitdruck und auf die wirtschaftliche Flexibilität, die Mancini und Ranieri beim knappen Verbandsbudget gezeigt hätten. Eine dritte Führungsfigur, die künftig sämtliche Auswahlmannschaften koordinieren soll, will der Verband noch in dieser Woche benennen.
In der Serie A kommt die Wahl schlecht an. Mehrere Klubs hätten Antonio Conte bevorzugt und sehen sich von der Entscheidung ausgeschlossen. Kritiker werfen Malagò vor, seine eigene Präferenz zu spät offengelegt zu haben. Rückendeckung erhielt der Verbandschef unter anderem von Napoli-Präsident Aurelio De Laurentiis und Liga-Präsident Ezio Simonelli; Como-Trainer Cesc Fàbregas nannte Mancini schlicht einen Siegertyp.
Sportlich beginnt die Arbeit unter Druck. Italien muss den Weg zur Weltmeisterschaft 2026 über die Playoffs nehmen – dieselbe Hürde, an der die Azzurri zuletzt zweimal gescheitert sind. Ranieri soll die technische Struktur der Auswahlteams neu ordnen und gilt im Verband als Sanierer für schwierige Lagen.




















