Bozen – Die deutsche Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat gegen den Südtiroler Leichtathleten Alex Schwazer ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet. Der 41-jährige Geher aus Kalch wurde vorläufig suspendiert, zudem wurde Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft erstattet.
Ein Comeback mit bitterem Ende
Die positive Probe auf das Blutdopingmittel Erythropoetin (EPO) stammt vom 26. April dieses Jahres. An diesem Tag hatte Schwazer bei den Deutschen Meisterschaften im Straßengehen im hessischen Kelsterbach teilgenommen. Mit einer Zeit von 3:01:55 Stunden über die Marathon-Distanz stellte er dabei überraschend einen neuen italienischen Rekord auf. Wie Schwazer am Montag auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Bozner Hotel Laurin erklärte, habe er am vergangenen Freitag per E-Mail von dem positiven Befund in seiner Urin- und Blutprobe erfahren.
Für Schwazer ist es der dritte Fall seiner Karriere, nachdem er bereits 2012 und 2016 positiv getestet und gesperrt worden war. Damals hatte er, gestützt durch seinen Anwalt Gerhard Brandstätter und sein Umfeld, jahrelang vor verschiedenen Instanzen für seine Rehabilitierung gekämpft.
Verzicht auf die Gegenanalyse unter Vorbehalt
Einen derartigen kräftezehrenden Kampf wird es dieses Mal nicht geben. „Ich bin unschuldig, aber ich habe keine Kraft mehr zu kämpfen“, erklärte ein sichtlich emotionaler Schwazer. Er habe in den vergangenen Jahren zu viel Energie gelassen und möchte sein familiäres sowie berufliches Leben abseits des Leistungssports nicht erneut belasten.
Ganz kampflos gibt das Lager des Südtirolers jedoch nicht auf. Laut Anwalt Brandstätter sei das Ergebnis „nicht nachvollziehbar“. Schwazer stellt für die Öffnung der B-Probe eine klare Bedingung: Er fordert, dass auch eine dritte Urinprobe analysiert wird, die am Wettkampftag von seinem ehemaligen Trainer Sandro Donati gesichert wurde. Sollte sich das System weigern, diese Reserveprobe in die Untersuchungen miteinzubeziehen, werde er vollständig auf eine Gegenanalyse verzichten und das Kapitel als Geher endgültig schließen.




















