Florenz – Die Uffizien haben ihre Sammlung um ein ungewöhnliches Werk von Luca Giordano erweitert. Das Rundbild Christus und die Samariterin entstand um 1685 in Florenz und wurde als Fresko auf einem beweglichen Träger aus Weidengeflecht ausgeführt. Die Museumsfreunde kauften das Werk und schenkten es den Galerien, die den Neuzugang am 21. Oktober vorstellten.
Das Gemälde misst 111 Zentimeter im Durchmesser. Anders als ein Wandfresko lässt es sich transportieren: Die Malerei sitzt auf einer runden Flechtmatte, die auf Italienisch als paniera bezeichnet wird. Diese Technik hatten in Florenz bereits Giovanni da San Giovanni und andere Künstler verwendet. Auch der aus Neapel stammende Giordano griff während seines Aufenthalts in der Stadt darauf zurück.
Gezeigt wird die Begegnung Christi mit der Samariterin am Jakobsbrunnen, eine Szene aus dem Johannesevangelium. Die Amici degli Uffizi und die Friends of Uffizi Galleries erwarben das auf der Kunstmesse TEFAF Maastricht 2026 präsentierte Werk gemeinsam für das Museum.
Uffizien verbinden Neuerwerbung mit Giordanos Florentiner Zeit
Das Bild gehört zu einer Serie von vier Rundbildern, die der Florentiner Auftraggeber Andrea Del Rosso bei Giordano bestellte. Ein weiteres bekanntes Stück dieser Gruppe, Christus unter den Schriftgelehrten, befindet sich heute in Minneapolis. Die Entstehung des neuen Uffizien-Werks fällt in die Schlussphase von Giordanos Arbeiten an den Fresken im Palazzo Medici Riccardi.
Für die Galerien ergänzt die Schenkung damit die Dokumentation der neapolitanischen Malerei des 17. Jahrhunderts und ihrer Verbindung zu Florenz. Das Museum besitzt bereits ein Selbstbildnis Giordanos sowie einen Entwurf für seine Fresken in der Cappella Corsini. Die Neuerwerbung soll in den Sälen im ersten Stock gezeigt werden, die künftig der Malerei des 17. Jahrhunderts gewidmet sind. Diese Räume stehen vor ihrer Eröffnung; ein konkreter Termin für die öffentliche Präsentation des Rundbilds wurde noch nicht genannt.




















