Als er auf der Promenade Viale Regina Margherita eine Polizeistreife sah, rannte er panisch in Richtung Mole. Die Beamten wurden misstrauisch, verfolgten ihn und konnten ihn kurz darauf stellen. Der Mann ergab sich sofort und gab zu, auf der Flucht zu sein. Obwohl er zunächst falsche Personalien angab, bestätigten die Polizisten schnell seine wahre Identität.
Über 300.000 Euro von Senioren erbeutet
Gegen den 27-Jährigen lag ein Haftbefehl des Gerichts in Rom vor. Er gilt als dringend tatverdächtig, für 42 Fälle von schwerem Betrug und Erpressung zum Nachteil älterer Menschen verantwortlich zu sein. Seit Juni 2025 wurde er landesweit gesucht.
Die Ermittler der Carabinieri aus Rom bezeichnen ihn als den „Telefonisten“ einer Betrügerbande. Er soll systematisch alte Telefonbücher durchforstet haben, um besonders schutzbedürftige Opfer im Alter von 54 bis 96 Jahren ausfindig zu machen. Mit der bekannten Masche des „falschen Enkels“ setzte er die Senioren am Telefon unter Druck. Er täuschte Notfälle oder drohende Anzeigen gegen Angehörige vor und brachte seine Opfer so dazu, Bargeld und Schmuck zu übergeben.
Die Taten ereigneten sich in Latium, der Toskana und Kampanien. Insgesamt soll die Bande mehr als 300.000 Euro erbeutet haben. Die Ermittlungen kamen Anfang 2023 ins Rollen, nachdem eine 81-jährige Frau aus Ostia Anzeige erstattete. Sie hatte 14.000 Euro und 200 Gramm Gold an die Betrüger verloren.
Der Festgenommene wurde in das Gefängnis von Lucca gebracht. Es wird darauf hingewiesen, dass für den Beschuldigten bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung gilt.




















