Sessa Aurunca – Wer am Strand seinen Platz über Nacht mit Sonnenschirm und Liege reserviert, riskiert in Italien zunehmend, die Ausrüstung wieder abholen zu müssen – beim Amt. An der Küste der Provinz Caserta hat die Küstenwache bei einer nächtlichen Kontrolle rund 500 Strandutensilien beschlagnahmt: Schirme, Liegen, Stühle und Tischchen, die Badegäste am menschenleeren Strand zurückgelassen hatten, um sich die besten Plätze zu sichern. Mehr als 5.000 Quadratmeter freier Strand wurden so der Allgemeinheit zurückgegeben.
Die Aktion fand im Rahmen der landesweiten Sommerkampagne „Mare e Laghi Sicuri“ statt, mit der die Behörden Strände und Gewässer sicherer und zugänglicher machen wollen. Rechtlich gilt: Wer nach Sonnenuntergang Gegenstände auf einem freien Strand stehen lässt, besetzt öffentlichen Küstenbesitz unrechtmäßig. Die Utensilien dürfen dann entfernt und sichergestellt werden. Eigentümer ließen sich in diesem Fall nicht ermitteln.
Ein Sommerphänomen mit Methode
Die nächtliche „Platzreservierung“ ist an Italiens Küsten längst ein wiederkehrendes Ärgernis, besonders in Kampanien. Immer wieder rücken Gemeinden und Küstenwache im Morgengrauen aus, um freie Strandabschnitte zu räumen. Im Vorjahr etwa wurden im Cilento bei ähnlichen Einsätzen über 160 Sonnenschirme und Dutzende Liegen eingesammelt.
Hinter dem harten Vorgehen steht ein klares Prinzip: Der freie Strand, die „spiaggia libera“, soll allen offenstehen. Wer ihn mit unbeaufsichtigtem Strandmobiliar blockiert, benachteiligt Einheimische wie Urlauber, die morgens mit dem Handtuch anrücken. Weitere Kontrollen an anderen Küstenabschnitten haben die Behörden bereits angekündigt.




















