Bozen – Landeshauptmann Arno Kompatscher hat im Rahmen der zweiten #halbzeit-Pressekonferenz konkrete Projekte für Klimaanpassung, Bevölkerungsschutz und nachhaltige Infrastruktur vorgestellt. Er betonte, dass der zusätzliche Handlungsspielraum durch die Autonomiereform und neue Finanzregelungen genutzt werde, um Südtirol besser auf die Herausforderungen des Klimawandels und häufigerer Extremwetterereignisse vorzubereiten. Kompatscher dankte eingangs den unermüdlichen freiwilligen Helfern der Blaulichtorganisationen, deren Einsatzstunden angesichts der zunehmenden Naturereignisse stetig steigen.
Südtirol rüstet sich gegen Extremwetter
Ein zentraler Pfeiler der Vorsorge ist der Ausbau des Hochwasserschutzes. Mehrere Rückhaltebecken befinden sich bereits im Bau oder in der Planung. Diese Maßnahmen werden durch gezielte Renaturierungen und die Wiederherstellung von Stauvolumina an bestehenden Anlagen ergänzt. Kompatscher verdeutlichte: „Wir können nicht verhindern, dass Extremwetter häufiger wird. Aber wir können dafür sorgen, dass unser Land besser vorbereitet ist.“
Im Bereich der Frühwarnung setzt Südtirol auf modernste Technologien. Ein neues Gewitter-Frühwarnsystem, der Ausbau von IT-Alert und ein innovatives Wetterradar im Hochpustertal sollen die Vorhersagegenauigkeit für lokale Unwetter erheblich verbessern. Zudem erhält der Bevölkerungsschutz ein neues, einheitliches Erscheinungsbild, das ab Herbst schrittweise eingeführt wird, um die Erkennbarkeit im Einsatz zu stärken. Auch die logistische Infrastruktur wird optimiert: Ein neues Logistikzentrum soll die Einsatzfähigkeit bei Katastrophen verbessern und die zentrale Verfügbarkeit von Material sicherstellen. Der Landeshauptmann unterstrich die Bedeutung dieser Investitionen: „Ein starker Bevölkerungsschutz ist keine Nebensache, sondern Grundvoraussetzung für Sicherheit und Lebensqualität.“
Auch die nachhaltige Mobilität nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Kompatscher verwies auf den geplanten Green Corridor und eine variable Maut, an der eine Arbeitsgruppe mit Bayern und dem Trentino intensiv arbeitet. Erste Ergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Zudem forderte er wiederholt bei Minister Salvini ein Abfahrverbot von der Autobahn ein, um den lokalen Verkehr zu entlasten.
All diese Initiativen sind Teil eines umfassenden Ansatzes, der ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Entwicklung verbindet, getreu dem Motto „Everyday for Future“. Kompatscher betonte abschließend: „Nachhaltigkeit heißt für uns, heute die Grundlagen zu schaffen, damit unser Land morgen noch lebenswert ist.“




















