Bozen – Am heutigen 17. April verwandelte sich der Waltherplatz in ein lebendiges Symbol für soziale Gerechtigkeit. Unter dem zentralen Motto „Sprecht über Geld!“ versammelten sich zahlreiche Teilnehmerinnen zu einem eindrucksvollen Flashmob, um auf den Equal Pay Day und die weiterhin bestehende Lohnlücke zwischen den Geschlechtern aufmerksam zu machen. Mit den markanten roten Taschen, die symbolisch für die roten Zahlen auf den Konten vieler Frauen stehen, setzten die Aktivistinnen des Landesbeirats für Chancengleichheit und des Frauenbüros ein klares Statement gegen die finanzielle Benachteiligung in der Arbeitswelt.
Gemeinsam gegen die Lohnschere in Südtirol
Die Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit, Ulrike Oberhammer, betonte während der Aktion die dringende Notwendigkeit, das Thema Finanzen endlich aus der gesellschaftlichen Tabuzone zu holen. Finanzielle Unabhängigkeit bildet einen zentralen Pfeiler für echte Gleichberechtigung, weshalb der Beirat alle Frauen dazu ermutigt, ihre Rechte aktiv einzufordern und Transparenz bei den Gehältern zu verlangen. Nur durch einen offenen Dialog und ein gestärktes Bewusstsein lässt sich eine Kultur schaffen, in der eine faire Bezahlung für beide Geschlechter zur Selbstverständlichkeit reift. Oberhammer rief zudem dazu auf, durch das Tragen roter Kleidung oder Accessoires weltweit Farbe für die Lohngerechtigkeit zu bekennen.
Strategien für die finanzielle Souveränität von Frauen
Um Frauen konkret zu unterstützen, hat der Landesbeirat einen speziellen Katalog mit sechs Kernpunkten erarbeitet. Dieser Leitfaden soll Frauen dazu anregen, die eigene finanzielle Situation konsequent im Blick zu behalten und die private Rentenabsicherung frühzeitig sowie eigenständig zu planen. Auch Vizepräsidentin Nadia Mazzardis wies darauf hin, dass Frauen durch unbezahlte Pflegearbeit und Teilzeitmodelle oft massive wirtschaftliche Einbußen erleiden, die sich bis in das Rentenalter ziehen. Ein begleitender Fragebogen zum Equal Pay Day dient als praktisches Werkzeug, um die eigene finanzielle Lage objektiv zu bewerten und notwendige Veränderungen im Haushalt oder am Arbeitsplatz anzustoßen.
Trotz der intensiven Aufklärungsarbeit zeigen die aktuellen Zahlen eine besorgniserregende Tendenz für das Land. Die Lohnschere bei Vollzeitbeschäftigten liegt in Südtirol derzeit bei rund 17,5 Prozent, was sogar einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Aktionen wie der Flashmob in Bozen unverzichtbar bleiben, um den Druck auf Politik und Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Das Ziel bleibt eine gerechte Zukunft, in der die finanzielle Absicherung nicht länger vom Geschlecht abhängt.




















