Rom – In der italienischen Hauptstadt weht derzeit ein digitaler Wind aus dem Norden. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat sich persönlich dafür eingesetzt, dass das Erfolgsprojekt Digital Innovation South Tyrol auch in den kommenden Jahren eine tragende Säule der regionalen Innovationsstrategie bleibt. Abgestimmt mit Innovationslandesrat Philipp Achammer suchte er den direkten Dialog mit Minister Adolfo Urso, um die Weichen für eine weitere EU-Finanzierung zu stellen.
Ein zweisprachiger Brückenkopf nach Mitteleuropa
Das Projekt ist weit mehr als eine bloße Verwaltungsangelegenheit. In den vergangenen drei Jahren lieferte der Hub beeindruckende Ergebnisse. Die Einrichtung erbrachte insgesamt 273 Dienstleistungen für 238 Unternehmen und vermittelte wertvolle Kompetenzen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Besonders Branchen wie die Agrarwirtschaft, der Energiesektor und die verarbeitende Industrie profitierten massiv von diesem Know-how. Mit einer Budgetausschöpfung von über 95 Prozent beweist die Initiative ihre enorme Effizienz und Relevanz für den Standort Südtirol.
Landesrat Achammer hebt vor allem die einzigartige Positionierung hervor. Als einziger zweisprachiger Hub in Italien garantiert die Einrichtung eine natürliche Verbindung zum gesamten DACH-Raum. Damit erfüllt das Zentrum nicht nur eine lokale Aufgabe, sondern übernimmt eine strategisch wichtige nationale Funktion für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Widerstand gegen die Rationalisierungspläne
Trotz der Erfolgsbilanz steht das Vorhaben vor bürokratischen Hürden. Das nationale Ministerium für Unternehmen und Made in Italy strebt derzeit eine Rationalisierung des Netzwerks an. Dabei stufte das Ministerium die Südtiroler Bewerbung als nicht vollständig konform mit der gesamtstaatlichen Strategie ein. Kompatscher warnte bei seinem Gespräch in Rom deutlich vor den Folgen einer möglichen Zusammenlegung. Ein solcher Schritt würde bewährte Partner aus dem Innovationsökosystem ausschließen und die zur Verfügung stehenden Mittel drastisch kürzen.
Die Weichen für 2029 stellen
Das Ziel der Südtiroler Landesregierung bleibt klar definiert: Der Hub soll im Zeitraum von 2026 bis 2029 aktiv bleiben und weiterhin über das Programm Digital Europe gefördert werden. Das geplante Budget von 4,7 Millionen Euro sichert dabei die Kontinuität der Arbeit. Landeshauptmann Kompatscher ersuchte den Minister deshalb eindringlich, die Bewerbung nach ihren konkreten Ergebnissen und ihrer strategischen Bedeutung für Mitteleuropa zu bewerten. Nun liegt die Entscheidung in Rom, ob Italien diese wichtige Brücke für Innovation und Forschung weiterhin in ihrer vollen Stärke unterstützt.




















