
Am 10. Januar 1907 trafen sich vier englische Gentlemen im Victoria Hotel in Menaggio. Angeführt vom Bankier Henry John Mylius beschlossen sie, oberhalb des Sees einen Golfplatz anzulegen. Sie gaben ihm das Motto „Far and sure“, und sie schufen damit den zweitältesten Golfclub Italiens. Älter ist nur der Circolo Golf Roma Acquasanta.
Der Hintergrund erklärt vieles: Um 1900 war der Comer See ein Zentrum des angelsächsischen Elitetourismus. Zwischen Menaggio, Tremezzo, Cadenabbia und Bellagio waren Hotels und Villen für eine wachsende britische Gemeinde entstanden, überwiegend Industrielle und Textilhändler. Der Golfclub sollte ihnen ein Stück England in besserem Klima bieten.
Heute liegt der Platz mit 18 Löchern und Par 70 in der Ortschaft Croce oberhalb von Menaggio. Weitere Anlagen findest du in unserer Übersicht der Golfplätze am Comer See.
Menaggio Cadenabbia Golf Club: Platzdaten auf einen Blick
| Löcher | 18 |
| Par | 70 |
| Länge | rund 5.460 m |
| Gegründet | 10. Januar 1907, zweitältester Club Italiens |
| Gründer | vier englische Gentlemen um Henry John Mylius |
| Umbau | John Harris, 1963 bis 1965 |
| Typ | voralpiner Platz, hügelig, enge Fairways, schmale Grüns |
| Handicap | 36, Anmeldung erforderlich |
| Greenfee | ca. 100 € bis 120 € |
| Lage | Frazione Croce oberhalb von Menaggio, Provinz Como |

Der Platz: kurz auf dem Papier, heikel im Spiel
Mit rund 5.460 Metern ist Menaggio nach modernen Maßstäben kurz. Diese Zahl sagt allerdings wenig über die Runde aus. Der Platz zieht sich bergauf und bergab über voralpines Gelände, die Fairways sind eng zwischen hochgewachsenen Bäumen, und die Grüns fallen schmal und wellig aus.
Entscheidend ist der Abschlag: Du musst den richtigen Punkt anpeilen, um den Annäherungsschlag überhaupt sinnvoll spielen zu können. Wer hier drauflosschlägt, findet sich schnell in einer Lage wieder, aus der das Grün nicht zu erreichen ist.
Die letzten beiden Löcher sind kurze Par 4 und damit eine Versuchung für alle, die 220 bis 230 Meter vom Tee schlagen. Ein präziser Drive eröffnet die Chance auf ein Eagle-Putt, ein paar Meter daneben wird dagegen teuer.
Ein Umstand, den der Club selbst offen einräumt: Für internationale Turniere ist der Platz zu kurz, und er wird es auch bleiben. Diskretion ist ihm wichtiger als Rampenlicht.
Die Geschichte: J. H. Taylor, Mr. Wyatt und John Harris
Angelegt wurde 1907 zunächst ein Platz mit neun Löchern in Croce. Die Aufsicht führte John Henry Taylor, einer der großen englischen Profis seiner Zeit und fünffacher Open-Champion. Ab 1919 kaufte der Club Land dazu, in den 1920er-Jahren entstand unter Mitwirkung des Engländers Wyatt ein 18-Loch-Platz mit Par 64. Die Straße zum Club trägt bis heute seinen Namen.
1963 holte der damalige Präsident Antonio Roncoroni den Architekten John Harris. Dessen Umbau war ein Einschnitt: vier neue Löcher, acht veränderte, das Par stieg auf 69. Unter der heutigen Führung kam ein weiteres hinzu, seither steht Par 70.
Seitdem sind vor allem die Bäume gewachsen. Die Fairways sind dadurch enger geworden, der Platz insgesamt heikler.

Clubhaus, Bridge-Raum und eine Bibliothek von Weltrang
Das Clubhaus hat etwas, das kein anderer italienischer Golfclub bietet: eine Golfbibliothek mit über 1.200 Bänden. Der älteste stammt aus dem Jahr 1682. Sie gilt als eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art weltweit, und selbst der Bibliothekar des Royal and Ancient Golf Club of St Andrews hat sie besucht.
Dazu kommt ein eigener Bridge-Raum, ein Überbleibsel der britischen Gründerjahre, das den Charakter des Hauses bis heute prägt. Restaurant, Café und Pro Shop gehören ebenfalls dazu, ebenso eine Foresteria mit Gästezimmern direkt an der Anlage.
Anreise, Saison und für wen sich der Platz lohnt
Die Anlage liegt in der Frazione Croce oberhalb von Menaggio, wenige Minuten vom Westufer entfernt. Von Como fährst du rund 45 Minuten am See entlang, von Mailand etwa anderthalb Stunden. Gespielt wird von Mitte März bis Mitte November, einen festen Ruhetag gibt es nicht.
Menaggio lohnt sich, wenn dich die Geschichte des Golfsports interessiert und du Präzision über Länge stellst. Für Spieler, die vor allem den Driver auspacken wollen, ist der Platz die falsche Adresse, dafür fährst du besser zum Monticello Golf Club. Das Greenfee von rund 100 bis 120 Euro liegt am oberen Ende der Region, du bezahlst hier allerdings auch für ein Stück Sportgeschichte.
Menaggio Cadenabbia Golf Club
Via Wyatt 54, Frazione Croce
22017 Menaggio (CO)
Lombardei
+39 0344 32103
Training
- Driving Range
- Putting Green
- Pitching Green
- Prounterricht
- Verleih von Schlägern und Trolleys
Infos
- 18 Loch
- Par 70
- rund 5.460 m
- gegründet 1907
- Handicap 36 erforderlich
Service
- Clubhaus mit Bridge-Raum
- Golfbibliothek (1.200 Bände)
- Restaurant und Café
- Pro Shop
- Foresteria mit Zimmern
- Golfcars
Fotogalerie: Menaggio Cadenabbia Golf Club
Karte: Menaggio Cadenabbia Golf Club
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Hinweis: Haftungsausschluss – Italien.news ist nicht der Inhaber oder Betreiber der genannten Golfanlage und übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben zu Preisen, Startzeiten, Öffnungszeiten, Ausstattung und Veranstaltungen. Änderungen sind jederzeit möglich.
Bitte kontrolliere alle relevanten Informationen – insbesondere Greenfees, Startzeiten und Anfahrt – vor deinem Besuch direkt beim Golf Club.

























