Iran nennt Meloni auf „schwarzer Liste“ westlicher Politiker
Eine Teheraner Zeitung führt die Regierungschefin neben Trump, Macron und Merz – Rom zeigt sich unbeeindruckt
Rom – Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat Italien nun unmittelbar erreicht. Eine Zeitung aus Teheran hat eine „schwarze Liste“ westlicher Spitzenpolitiker veröffentlicht, auf der auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni steht. Aufgeführt sind darauf mutmaßliche Verantwortliche für den Tod des iranischen Führers Ali Khamenei.
Neben Meloni nennt die Liste unter anderem US-Präsident Donald Trump, den israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, den britischen Premier Keir Starmer und Bundeskanzler Friedrich Merz. Auch der amerikanische Außenminister Marco Rubio und der Chef des Pentagons stehen im Visier. Mojtaba Khamenei, Sohn des getöteten Führers und derzeit starker Mann in Teheran, schwor Vergeltung: Diese sei ein Wunsch der Nation und werde sich mit Sicherheit erfüllen.
Die italienische Regierung reagierte betont gelassen. Außenminister Antonio Tajani erklärte, Meloni lasse sich gewiss nicht einschüchtern. Über die Parteigrenzen hinweg zeigten sich führende Politiker solidarisch, unter ihnen Senatspräsident Ignazio La Russa, Vizepremier Matteo Salvini und Kulturminister Alessandro Giuli. Die italienischen Sicherheitsdienste nahmen umgehend Prüfungen auf, um die Ernsthaftigkeit der Drohung einzuschätzen.
Hintergrund ist der offene Krieg zwischen Washington und Teheran, der die Golfregion erschüttert. Der Iran erklärte die Straße von Hormus erneut für gesperrt, traf ein Handelsschiff in der Meerenge und feuerte Raketen auf Stützpunkte in mehreren Golfstaaten ab; die USA antworteten mit einer neuen Angriffswelle auf zahlreiche Ziele. Parallel laufen im Oman Vermittlungsgespräche, die nach den jüngsten Angriffen jedoch ins Stocken geraten sind.
Rom hatte sich in dem Konflikt zuletzt gegen eine militärische Option ausgesprochen und auf Diplomatie gesetzt. Für Meloni verschärft die namentliche Nennung nun die ohnehin angespannte Sicherheitslage. An ihrem außenpolitischen Kurs, so das Signal aus Rom, ändere die Drohung nichts.




















