Sant’Anastasia – Es sollte der Höhepunkt des Abends werden, doch die Darbietung im „Imperial Royal Circus“ endete in einer Tragödie, die Zuschauer und Artisten unter Schock zurücklässt. In Sant’Anastasia bei Neapel kam es am späten Abend zu einem verhängnisvollen Zusammenstoß dreier Motorradfahrer während ihrer riskanten Akrobatiknummer im sogenannten „Globo della morte“ (Kugel des Todes).
Bei der Nummer rasen drei Motorradfahrer gleichzeitig durch eine enge Stahlgitterkugel. Die Show fand im Dunkeln statt, lediglich beleuchtet durch LED-Lichter an den Anzügen der Fahrer. Ersten Rekonstruktionen zufolge stürzte ein 26-jähriger Chilene aus noch ungeklärter Ursache und fiel in die Mitte der Kugel. Seine beiden Kollegen versuchten offenbar noch, ihm auszuweichen und bremsten ab, kollidierten dabei jedoch heftig miteinander.
Ein Toter und ein Schwerverletzter
Für den 26-jährigen chilenischen Artisten kam jede Hilfe zu spät; er verstarb an den Folgen des Unfalls. Ein zweiter Stuntman, ein 43-jähriger Mexikaner, wurde mit schwersten Verletzungen im „Code Rot“ in das Ospedale del Mare eingeliefert und schwebt in Lebensgefahr. Der dritte Fahrer, ein 26-jähriger Kolumbianer, blieb bei Bewusstsein und ist den Umständen entsprechend wohlauf.
Das Drama spielte sich unmittelbar vor den Augen des Publikums ab, unter dem sich viele Familien mit Kindern befanden. Besonders verstörend wirkte die erste Reaktion des Zirkussprechers, der – vermutlich noch in Unkenntnis des wahren Ausmaßes oder um Panik zu vermeiden – über das Mikrofon verkündete: „Meine Herren, das sind Dinge, die passieren. Das ist eine Live-Show“. Erst kurz darauf wurde das Licht eingeschaltet und die Rettungskette lief an.
Ermittlungen laufen
Die genauen Ursachen für den fatalen Fehler in der Stahlkugel sind noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Behörden beschlagnahmten zahlreiche Amateurvideos, die Zuschauer mit ihren Smartphones von der Vorstellung gemacht hatten, um den exakten Hergang zu rekonstruieren.
Der Bürgermeister von Sant’Anastasia, Domenico Esposito, zeigte sich tief betroffen. Er sprach von einer „fast verheerenden Tragödie“ und drückte den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus. Gleichzeitig merkte er an, dass der Zirkus einen gut ausgestatteten Eindruck mache und er davon ausgehe, dass alle Genehmigungen für die gefährliche Nummer vorlagen. Der „Imperial Royal Circus“ blickt auf eine lange Tradition zurück und wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet.




















