Perugia – In den frühen Morgenstunden des 30. März haben Einsatzkräfte der Carabinieri im Rahmen der Operation „Hate“ einen 17-Jährigen festgenommen. Der Jugendliche stammt ursprünglich aus Pescara und lebt in der Provinz Perugia. Ihm wird unter anderem die Verbreitung von Propaganda und die Anstiftung zu Straftaten aus rassistischen, ethnischen und religiösen Motiven vorgeworfen. Nach Ermittlungen der Sondereinheit ROS plante der Minderjährige einen Amoklauf an einer Schule, inspiriert von dem Massaker an der Columbine High School im Jahr 1999. Im Anschluss wollte er sich das Leben nehmen.
Sprengstoffanleitungen und Neonazi-Netzwerke
Laut der Jugendstaatsanwaltschaft L’Aquila besaß und verbreitete der Tatverdächtige über den Messengerdienst Telegram detaillierte Handbücher. Diese enthielten Anleitungen zur Herstellung von Schusswaffen aus dem 3D-Drucker sowie zum Bau von Sprengsätzen wie TATP. Dieser Sprengstoff, auch als „Mutter Satans“ bekannt, kam bereits bei den Anschlägen in Brüssel und Paris zum Einsatz. Sichergestellt wurden zudem Dokumente über chemische und bakteriologische Substanzen sowie Leitfäden zur Sabotage öffentlicher Einrichtungen.
Razzien in vier Regionen
Die Ermittlungen belegen Kontakte des Jugendlichen zur Führungsspitze einer Telegram-Gruppe namens „Werwolf Division“. In diesem neonazistischen und rassistischen Umfeld wurden Attentäter wie Anders Behring Breivik und Brenton Tarrant als nachahmenswerte „Heilige“ glorifiziert. Der 17-Jährige befindet sich nun auf Anordnung des Jugendgerichts in einer Jugendstrafanstalt. Parallel zur Festnahme führten die Beamten Durchsuchungen bei sieben weiteren Minderjährigen in den Provinzen Teramo, Pescara, Perugia, Bologna und Arezzo durch. Auch sie sollen in ein virtuelles, transnationales Netzwerk mit rechtsextremem und suprematistischem Hintergrund eingebunden sein. Die aktuelle Untersuchung begann im Oktober 2025 und ist das Resultat vorheriger Anti-Terror-Ermittlungen aus Brescia.




















