Campi Flegrei – Ein starkes Erdbeben hat am frühen Morgen die Region um die Phlegräischen Felder (Campi Flegrei) und weite Teile Neapels erschüttert. Um 5:51 Uhr riss der Erdstoß der Stärke 4,4 zahlreiche Menschen unsanft aus dem Schlaf. Besorgte Bürger meldeten wackelnde Lampen und knarrende Wände auf den sozialen Netzwerken.
Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben des Vesuv-Observatoriums (INGV) im Meer zwischen Pozzuoli und Bacoli in einer Tiefe von drei Kilometern. Dem Hauptbeben folgten rasch weitere Erschütterungen: Um 5:53 Uhr wurde ein Beben der Stärke 1,2 und um 5:57 Uhr ein weiteres der Stärke 2,1 registriert. Insgesamt verzeichneten die Experten vorläufig vier Beben im Golf von Pozzuoli, die Teil eines andauernden Erdbebenschwarms sind.
Schulen bleiben geschlossen, erste Schäden gemeldet
Während zunächst keine größeren Zerstörungen vermeldet wurden, traten mit Tagesanbruch erste Schäden zutage. Josi Gerardo Della Ragione, der Bürgermeister von Bacoli, berichtete von herabfallendem Putz an privaten Wohngebäuden und Schäden an den Klippen zum Meer. Zudem wurde der Bogen am Aussichtspunkt „Maurizio Valenzi“ am Fuße der Festung Castello Aragonese in Mitleidenschaft gezogen.
Als Vorsichtsmaßnahme ordneten die Bürgermeister der Gemeinden Pozzuoli, Quarto, Bacoli und Monte di Procida die Schließung aller Schulen an, um die Gebäude auf ihre statische Sicherheit überprüfen zu lassen. Auch in den zum Neapolitaner Stadtgebiet gehörenden Vierteln Bagnoli und Fuorigrotta, die in der „Roten Zone“ liegen, bleiben die Bildungseinrichtungen geschlossen.
Zivilschutz im Dauereinsatz
Der Zivilschutz der Region Kampanien hat umgehend reagiert und steht in engem Kontakt mit der Präfektur in Neapel sowie den betroffenen Kommunen. In der ehemaligen NATO-Basis in Bagnoli wurde ein Wartebereich für die Bevölkerung aktiviert. Fiorella Zabatta, Assessorin für den Zivilschutz der Region Kampanien, koordiniert die Überprüfungen durch die örtlichen Behörden.
Das aktuelle Erdbeben zählt zu den stärksten seit dem Wiederaufleben des Bradyseismus in der Region. In seiner Intensität und Dauer weckt es Erinnerungen an den 30. Juni des vergangenen Jahres. Damals wurde mit einer Stärke von 4,6 der heftigste Erdstoß der letzten 40 Jahre in diesem vulkanisch aktiven Gebiet gemessen.




















