Santa Croce di Magliano (Campobasso) – Was als Unstimmigkeit während einer schulischen Abfrage begann, endete für einen 14-Jährigen im Krankenhaus und wurde für ihn zum psychischen Albtraum. In der kleinen Gemeinde Santa Croce di Magliano (Molise) ist die Bestürzung groß, nachdem eine Gruppe von Minderjährigen eine regelrechte „Strafexpedition” gegen einen Mitschüler durchgeführt hat. Der bereits vor einer Woche erfolgte Vorfall sorgt nun landesweit für Schlagzeilen, da ein Video der Tat auf Plattformen wie Instagram und TikTok viral ging.
Auslöser der Gewalt war offenbar eine Lappalie im Landwirtschaftsinstitut von Larino. Das spätere Opfer hatte einen Mitschüler lediglich darum gebeten, während seiner mündlichen Prüfung ruhig zu sein. Diese Bitte nahmen die Täter offenbar als Kränkung wahr, die gesühnt werden musste.
In die Falle gelockt und mit Handy gefilmt
Der Plan der Angreifer war perfide. Während das spätere Opfer am Samstag den Vorbereitungskurs für die Firmung in der Kirche besuchte, wurde es von einem 16-Jährigen unter einem Vorwand nach draußen gelockt. Dort warteten bereits zwei 14-Jährige und ein 13-Jähriger. Was folgte, war rohe Gewalt: Der Junge wurde zu Boden geworfen und mit Tritten und Schlägen gegen Kopf, Bauch und Gesicht malträtiert. Besonders verstörend: Einer der Beteiligten filmte die Tat, um sie später im Internet zu verbreiten.
Die Mutter des Jungen wandte sich verzweifelt an die Öffentlichkeit. Gegenüber lokalen Medien schilderte sie die dramatischen Folgen: „Er hat auf einem Ohr das Gehör verloren, das Trommelfell ist verletzt. Wir wissen noch nicht, ob der Schaden dauerhaft ist.“ Viel schlimmer als die physischen Wunden seien jedoch die seelischen Narben. „Wir leben seit einer Woche in Angst. Mein Sohn will das Haus nicht mehr verlassen“, so die Mutter.
Gemeinde unter Schock
Die Carabinieri haben nach Auswertung des Videos und der Anzeige der Familie umgehend Ermittlungen eingeleitet. Der Fall liegt nun bei der Jugendstaatsanwaltschaft in Campobasso. Alberto Florio, der Bürgermeister von Santa Croce di Magliano, reagierte bestürzt. Er warnte jedoch gleichzeitig vor einer Vorverurteilung in den sozialen Medien, mahnte zur Besonnenheit und appellierte, die ohnehin angespannte Situation für die betroffenen Familien nicht weiter zu verschärfen. In der 3.800-Seelen-Gemeinde hat der Vorfall das Sicherheitsgefühl vieler Eltern massiv erschüttert.




















