Landesweite Razzia: Tonnenweise illegales Tierfutter beschlagnahmt
Rom – Spezialkräfte der Carabinieri haben in einer landesweiten Aktion den Handel mit Tierfutter ins Visier genommen. Von März bis Juni kontrollierten die Beamten der Gesundheitsschutzeinheit NAS insgesamt 275 Hersteller und Händler, auch im Internet. Das Ergebnis ist alarmierend: Bei mehr als jeder fünften Kontrolle stellten die Ermittler schwere Verstöße fest.
Insgesamt meldeten die Carabinieri 56 Personen bei den zuständigen Behörden und stellten vier Strafanzeigen, unter anderem wegen Handelsbetrugs und Urkundenfälschung. Die Beamten verhängten Bußgelder in Höhe von knapp 130.000 Euro. Außerdem beschlagnahmten sie über 60 Tonnen Tierfutter und blockierten mehr als 200.000 weitere Verpackungen. Der Gesamtwert der sichergestellten Waren und geschlossenen Betriebe beläuft sich auf rund 1,7 Millionen Euro.
Tote Welpen und gefälschte Papiere
Besonders gravierende Fälle deckten die Ermittler in mehreren Provinzen auf.
In Avellino stießen die Beamten auf zwei Personen, die ohne Zulassung als Tierärzte praktizierten. Ihre illegale Praxis betrieben sie in den Räumen eines Tiergeschäfts. Dort fanden die Carabinieri nicht nur illegal verwendete Medikamente, sondern auch die Kadaver von drei Pudelwelpen ohne Mikrochip.
In Pescara wurde ein ganzer Produktionsbetrieb für rohes Fleischfutter sofort stillgelegt. Die Anlage war illegal erweitert worden und wies massive Hygienemängel auf. Die Beamten blockierten vor Ort rund 50 Tonnen Rohstoffe ohne Herkunftsnachweis. Der Wert der geschlossenen Anlage und der Waren beträgt allein hier über 1,5 Millionen Euro.
In der Provinz Padua deckten die Ermittler gleich zwei große Fälle auf. Ein Unternehmer soll Papiere für neun Tonnen tierische Nebenprodukte gefälscht haben, um sie illegal zu Tierfutter zu verarbeiten. In einem anderen Fall blockierten die NAS rund 177.500 Futterverpackungen im Wert von 500.000 Euro, weil wichtige Angaben wie Haltbarkeitsdatum und Hersteller auf dem Etikett fehlten. Die Produkte wurden sowohl im Handel als auch online verkauft.
Die Carabinieri kündigten an, die Kontrollen in der gesamten Tierfutter-Branche in den kommenden Monaten fortzusetzen, mit einem besonderen Augenmerk auf den Online-Handel.




















